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Diese Trends bestimmen die große Mobilfunk-Messe

Ali Vahid Roodsari aus Barcelona

Aktualisiert am 27.02.2019Lesedauer: 4 Min.
Mobile World Congress 2019: 2020 soll 5G fĂŒr Industrie und Verbraucher RealitĂ€t werden.
Mobile World Congress 2019: 2020 soll 5G fĂŒr Industrie und Verbraucher RealitĂ€t werden. (Quelle: Ali Roodsari)
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Auf dem Mobile World Congress in Barcelona kommen wieder hunderte Aussteller zusammen, um ihre Produkte vorzustellen. Ein Überblick ĂŒber die wichtigsten Themen.

"Intelligent Connectivity" – so lautet das Motto des diesjĂ€hrigen Mobile World Congress in Barcelona, der grĂ¶ĂŸten Mobilfunkmesse Europas. Und glaubt man den Ausstellern auf dem MWC, lĂ€sst sich diese "intelligente KonnektivitĂ€t" durch eine Kombinationen verschiedener Technologien erreichen, darunter kĂŒnstliche Intelligenz, das Internet of Things – und 5G.


Das sind die neuen Smartphone-Kracher

Das Galaxy Fold hat zwei Displays: Eines ist auf der Außenseite fĂŒr die Nutzung als Smartphone, der Tablet-Bildschirm auf der RĂŒckseite lĂ€sst sich hingegen wie ein Buch auf- und zuklappen.
Besucher auf dem Mobile World Congress machen Fotos vom Huawei Mate X
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Neben Smartphones ist 5G dieses Jahr auf dem MWC das dominierende Thema. Zwar wurde der kommende Mobilfunkstandard schon vergangenes Jahr angekĂŒndigt, doch 2019 könnte er fĂŒr Industrie und Verbraucher RealitĂ€t werden. Auf dem MWC 2019 zeigen Aussteller darum, was mit der neuen Technologie alles möglich ist.

5G wird unser Leben verÀndern

Der Vorteil von 5G: Nutzer haben beim kommenden Mobilfunkstandard Download-Geschwindigkeiten von bis 10 Gigabit pro Sekunde. Das bisherige 4G (auch LTE genannt) schafft theoretisch bis zu 1 Gigabit pro Sekunde. 10 Gbit/s entsprechen etwa 1,25 Gigabyte pro Sekunde. Zum Vergleich: Ein Film in HD-QualitÀt ist so in wenigen Sekunden heruntergeladen.

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Zudem hat 5G eine Latenzzeit von unter einer Millisekunde. Das ist besonders wichtig, wenn GerĂ€te miteinander kommunizieren mĂŒssen. Beispielsweise ließen sich dank 5G fahrerlose Autos realisieren: Die Fahrzeuge stĂ€ndig miteinander kommunizieren, um UnfĂ€lle zu vermeiden. Auch wenn LTE Latenzzeiten von wenigen Millisekunden hat, kann das im Ernstfall dennoch zu viel sein.

Auch ruckelfreie Videokonferenzen, Cloud-Gaming oder neue Anwendungsbereiche bei Augmented Reality lassen sich mit 5G ermöglichen. Im Bereich des Internets der Dinge (IoT) profitieren die GerĂ€te ebenfalls von den geringen Latenzzeiten. Informationen lassen sich in Echtzeit abrufen, GerĂ€te in Echtzeit steuern. Das wĂŒrde auch der Telemedizin zugutekommen: Ärzte könnten beispielsweise mithilfe von Roboterarmen chirurgische Eingriffe an Patienten vornehmen, ohne dass es zu lebensbedrohlichen Verzögerungen kommt. Davon wĂŒrden vor allem Menschen in Regionen profitieren, an denen wenige oder keine (Fach-)Ärzte leben.

Im industriellen Bereich lassen sich dank 5G mehr autonome Roboter einsetzen. Auch können RettungskrĂ€fte beispielsweise mithilfe von 5G Maschinen in Echtzeit an Orte bewegen, die fĂŒr Menschen zu gefĂ€hrlich sind. Zudem hat 5G einen deutlich geringen Stromverbrauch pro ĂŒbertragenes Bit. Verschiedenen SchĂ€tzungen zufolge könnte 5G die Energiekosten je Mobildienst um 90 Prozent senken.

5G-Smartphones und FaltgerÀte

Im Bereich Smartphones zeichneten sich zwei Trends ab: Hersteller wie Samsung, Huawei, LG und Xiaomi prĂ€sentierten vor und wĂ€hrend der Messe eigene 5G-fĂ€hige GerĂ€te. Mit diesen sollen Nutzer die Geschwindigkeiten des kommenden Funkstandards voll ausnutzen können. Mit Preisen fĂŒr die GerĂ€te halten sich viele Hersteller noch bedeckt. Lediglich Xiaomi verkĂŒndet, dass sein 5G-GerĂ€t 599 Euro kosten soll.

Der zweite Trend: Faltbare GerÀte. Auf der Consumer Electronics Show (CES) im Januar hatte bereits der Konzern Royole ein faltbares GerÀt vorgestellt. Kurz vor dem MWC zeigte Samsung das Galaxy Fold, Huawei prÀsentierte in Barcelona als Antwort das Mate X. Der Konzern TCL zeigte ebenfalls den Prototyp eines faltbaren Bildschirms. Und Anbieter Nubia prÀsentierte auf dem MWC eine Smartwatch mit faltbarem Bildschirm.

Wann und ob weitere Handy-Anbieter mit faltbaren GerĂ€ten folgen, ist noch offen. Zumindest von Xiaomi wird vermutet, dass der Konzern an einem GerĂ€t arbeitet. Die Entwicklung wird von vielen Experten begrĂŒĂŸt: Sie zeigt Innovation auf dem Smartphone-Markt. Denn bisher begnĂŒgten sich Hersteller damit, ihre GerĂ€te zu vergrĂ¶ĂŸern und bessere Technik zu verbauen. Allerdings kosten die bisher vorgestellten GerĂ€te um die 2.000 Euro. FĂŒr das Geld ließe sich beispielsweise ein Gebrauchtwagen kaufen. Da es sich um GerĂ€te der ersten Generation handelt, sind zudem Kinderkrankheiten möglich, die Hersteller erst in Nachfolgemodellen beheben werden.

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Wie unsicher wird die Zukunft?

Der MWC gibt auch Sicherheitsfirmen Anlass, vor bestehenden Sicherheitsproblemen zu warnen (und ihre Produkte zu bewerben): So finden sich auf dem MessegelĂ€nde verschiedene Sicherheitsfirmen wie Kaspersky, Avast, McAfee oder Sophos. Sie alle berichten von Sicherheitsgefahren durch IoT-GerĂ€te: seien es smarte Haushaltsprodukte, vernetzte Autos oder sogar intelligente Medizinprodukte wie Herzschrittmacher oder Insulinpumpen. Bereits jetzt seien alle diese GerĂ€te miteinander vernetzt und bieten Hackern AngriffsflĂ€chen, wenn Nutzer sie nicht entsprechend schĂŒtzen. Dabei reicht bereits ein unsicherer GerĂ€t, um das gesamte Netzwerk zu gefĂ€hrden. Ein Beispiel dafĂŒr ist das Mirai-Botnetz. 2016 missbrauchten Angreifer circa eineinhalb Millionen vernetzte GerĂ€te, um die grĂ¶ĂŸten Internetseiten der Welt stundenlang lahmzulegen, darunter Amazon und Twitter.

Die Sicherheitsfirmen warnen auch vor Gefahren fĂŒr StĂ€dte und damit ihre BĂŒrger. In den USA haben Hacker beispielsweise im MĂ€rz 2018 Regierungseinrichtungen erfolgreich attackiert und ein Lösegeld verlangt. Da die Stadt nicht zahlen wollte, entstanden ihr mehr als fĂŒnf Millionen Dollar an Kosten, um verlorene Daten wiederherzustellen. In anderen FĂ€llen attackieren Hacker sogar Stromnetze von LĂ€ndern wie Deutschland. Bisher sind solche Angriffe gescheitert. Doch wĂŒrden Hacker erstmal Zugang zu einem Stromnetz gelangen, wĂ€ren theoretisch tausende bis Millionen Menschen von den Folgen betroffen.

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