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Huawei verliert Zugang zu wichtiger Chip-Technologie

Wegen US-Sanktionen  

Huawei verliert Zugang zu wichtiger Chip-Technologie

23.05.2019, 13:01 Uhr | dpa

 (Quelle: Reuters)
Keine Android-Updates mehr für Huawei-Smartphones

Nachdem die US-Regierung Huawei auf die schwarze Liste gesetzt hat, hat Google die Zusammenarbeit mit dem chinesischen Hersteller eingestellt. (Quelle: Reuters)

US-Sanktionen: Google hatte bereits die Zusammenarbeit mit dem chinesischen Handy-Hersteller Huawei eingestellt. (Quelle: Reuters)


Wegen der US-Sanktionen stellt der Chip-Entwickler ARM die Zusammenarbeit mit Huawei ein. Den chinesischen Smartphone-Riesen dürfte dieser Rückschlag hart treffen.

Der chinesische Huawei-Konzern wird durch US-Sanktionen immer weiter in die Enge getrieben. So stellte nach BBC-Informationen der Chipentwickler ARM jegliche Zusammenarbeit mit Huawei ein. Die Chip-Architekturen von ARM bilden die Basis der Prozessoren in nahezu allen heutigen Smartphones und Tablets – auch bei Huaweis Chips aus eigener Entwicklung.

ARM ist in Großbritannien ansässig und gehört dem japanischen Technologiekonzern Softbank. Die Firma habe ihre Mitarbeiter darauf hingewiesen, dass die Chip-Designs von ARM auch aus den USA stammende Technologie enthielten und deshalb alle Geschäfte mit Huawei eingestellt werden müssten, berichtete der britische Sender am Mittwoch. Ohne eine Zusammenarbeit mit ARM dürfte Huawei das Smartphone-Geschäft außerhalb des chinesischen Heimatmarktes vergessen können.

Huawei will eigenes Betriebssystem

Die USA hatten Huawei vergangene Woche auf eine schwarze Liste von Unternehmen gesetzt, deren Geschäftsbeziehungen zu US-Partnern strengen Kontrollen unterliegen. Wer US-Technik an Huawei verkaufen oder transferieren will, muss eine Lizenz erwerben. Diese kann verweigert werden, wenn Sicherheitsinteressen berührt sind.

Unter dem massiven Druck dieser Sanktionen will Huawei sein eigenes Betriebssystem spätestens zum nächsten Frühjahr einsatzbereit haben. Es solle auf Smartphones, Computern, Tablets, Fernsehern, in Autos und tragbaren Geräten laufen und mit Android-Apps kompatibel sein, kündigte der Chef der Huawei-Verbrauchersparte, Yu Chengdong, laut "Phoenix News" vom Mittwoch an. Die Software könne auch schon im Herbst fertig sein.

Kein Android Q für Huawei-Geräte

Die bereits seit 2012 verfolgte Entwicklung eines eigenen Betriebssystems bekam für Huawei eine ganz neue Dringlichkeit, da die US-Maßnahmen dem Konzern den Zugang zum Google-System Android erschweren. Huawei dürfte in Zukunft später als andere Smartphone-Anbieter an neue Android-Versionen kommen und könnte keine Google-Dienste vorinstallieren. So wurde bereits aus der Liste der Geräte, die Beta-Versionen der nächsten Android-Generation Q unterstützen, ein erst vor kurzem hinzugefügtes Huawei-Smartphone wieder gestrichen.

Zunächst untersagte US-Präsident Donald Trump am Freitag alle Geschäfte, lockerte aber die Maßnahmen für 90 Tage. Damit soll vor allem weiter die Versorgung bereits ausgelieferter Smartphones sowie der Betrieb von Mobilfunk-Netzwerken mit Huawei-Technik in ländlichen Regionen in den USA sichergestellt werden. Das Unternehmen ist der zweitgrößte Smartphone-Anbieter der Welt und auch ein führender Netzwerkausrüster.

Für Nutzer bedeutet das aktuell, dass Google die Telefone heutiger Huawei-Kunden in den kommenden drei Monaten weiter in vollem Umfang mit Updates und Apps versorgen kann. Für die Verwendung von US-Technologie in neuen Produkten gilt die Lockerung aber nicht. Wohl auch mit Blick darauf werden Huawei-Telefone beim anstehenden Start von Netzen des superschnellen 5G-Datenfunks in Großbritannien von den Mobilfunk-Betreibern nicht angeboten.

Huawei wird von US-Behörden verdächtigt, seine unternehmerische Tätigkeit zur Spionage für China zu nutzen. Beweise dafür wurden bislang nicht öffentlich gemacht. Die USA drängen auch andere westliche Länder wie Deutschland, Huawei von den Netzen für den künftigen superschnellen Mobilfunk-Standard 5G fernzuhalten. Huawei wies die US-Vorwürfe stets zurück.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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