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Auf der Müllkippe: Brite sucht Bitcoins im Wert von 78 Millionen Euro

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Festplatte landet im Müll  

Brite sucht Bitcoin im Wert von 78 Millionen Euro

29.12.2017, 16:04 Uhr | hd, t-online.de

Auf der Müllkippe: Brite sucht Bitcoins im Wert von 78 Millionen Euro. Auf einer Mülldeponie in Großbritannien sucht ein Mann nach seiner vor Jahren weggeworfenen Festplatte. (Quelle: dpa/Jens Büttner)

Auf einer Mülldeponie in Großbritannien sucht ein Mann nach seiner vor Jahren weggeworfenen Festplatte. (Quelle: Jens Büttner/dpa)

Der Höhenflug der Bitcoins treibt mitunter seltsame Blüten. Er bringt einen IT-Experten auf die Idee, seine weggeworfene Festplatte auf einer Müllkippe zu suchen. Auf ihr sind ein Vermögen gespeichert: 7500 Bitcoin. Und es könnten sogar noch mehr sein.

Die digitale Währung stand am 6. Dezember bei rund 12500 Dollar. Also schlummert auf der Speicherplatte rechnerisch ein Wert von rund 93 Millionen Dollar (78 Millionen Euro).

Das Problem ist: James Howells (32) aus Wales hat die Festplatte vor vier Jahren aus Versehen weggeworfen. Den für das Erzeugen der Bitcoin genutzten Laptop hatte Howells zerlegt,  die Komponenten verkauft. Nur die Festplatte schlummerte in der Schublade und ging bei einem Umzug verloren.

Damals waren Bitcoin nur wenigen Insidern bekannt. Mit dem Hype und dem steil steigenden Kurs wurde der Schmerz über den Verlust immer größer. Das brachte der Waliser auf die Idee, seinen Schatz auf der Müllkippe zu heben und die Festplatte auszugraben.

Gemeinde verweigert die Grabung

Nun würde der Beinahe-Multimillionär Howells gern nach seinem Schatz graben, auch wenn die Wahrscheinlichkeit, dass die Festplatte die Jahre im Müll heil überstanden hat, immer mehr abnimmt. Doch die Gemeinde Newport verweigerte knallhart die Zustimmung.

Aufwändige Ausgrabungen seien nicht möglich, die Kosten würden in die Millionen gehen und Umweltschäden verursachen, so die Begründung der Stadt. Privatpersonen sei das Suchen auf der Halde verboten. Schatzsucher nicht willkommen.

50 Prozent für die sture Stadt

Doch der sture Pechvogel Howells hält dagegen: Er hat Investoren gefunden, die die Ausgrabung finanzieren wollen und verspricht der Kommune sogar einen Anteil von zehn Prozent seines verlorenen Schatzes. Ohne Erfolg. Auch die Erhöhung des Angebots auf 50 Prozent hat die Stadt bisher nicht umgestimmt. 

In einem Interview verriet der Pechvogel, dass er sich vor allem darüber ärgert, 2009 mit dem Schürfen von Bitcoin aufgehört zu haben: "Ich könnte inzwischen eine Million Bitcoins besitzen", erklärte Howell. Er habe das Schürfen gestoppt, weil sein damaliger Partner sich "über das laute Geräusch der Notebook-Lüfter" beschwert habe.

Der Bitcoin-Verlierer Howells gibt nicht auf, er will jetzt für den Stadtrat kandidieren. Und das Verbot nach der Suche im Müll kippen. Doch das kostet Zeit. Die Festplatte, sie  ist irgendwo da draußen und gammelt vor sich hin. Der Bitcoin-Hype wird nicht ewig dauern. Der schnelle Reichtum ist in weiter Ferne, so nah.

Experten gehen davon aus, dass bis zu jeder vierte Bitcoin durch Verlust des Speichermediums verloren gegangen sind. Auch Tesla-Chef Elon Musk berichtete kürzlich auf Twitter, dass er schon Bitcoin verlegt habe - und die digitale Währung nicht erfunden habe. Das Magazin "Fortune" geht davon aus, dass zwischen 2,78 und 3,79 Millionen Bitcoins verloren gegangen sind.


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