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Sicher ist nur, wer Facebook vom Handy löscht

Von t-online, arg

Aktualisiert am 04.11.2021Lesedauer: 3 Min.
Das Logo von Meta, der neuen Dachmarke des Facebook-Konzerns.
Das Logo von Meta, der neuen Dachmarke des Facebook-Konzerns. (Quelle: Andre M. Chang/dpa)
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Offenbar erstellt Facebook durch heimliche Analyse von Meta- und Sensordaten Nutzerprofile. Abstellen lÀsst sich das nicht. Selbst chinesische Apps agieren weniger dreist.

Öffentlich preist Facebook die Wichtigkeit von PrivatsphĂ€re und Datenschutz und investiert Milliarden in diese Bereiche. Dennoch wird mit intransparenten Methoden versucht, so viele persönliche Daten wie möglich abzugreifen. DafĂŒr nutzt Facebook jetzt auch Sensordaten, die das eigene Smartphone im Alltag sammelt, wie eine Analyse von Sicherheitsforschern jetzt zeigte.

Diese neue Methode zum Sammeln privater Informationen ist weder leicht aufzuspĂŒren noch lĂ€sst sie sich einfach in den Einstellungen deaktivieren. Um dieser ungewollten Datennutzung komplett zu entgehen, bleibt nur ein drastischer Schritt: die Löschung der entsprechenden App.

Unstillbarer Datenhunger

Verbietet man verschiedenen Apps die Nutzung der Standortdaten oder hat diese von Haus aus bereits deaktiviert, sieht man sich eigentlich auf der sicheren Seite. Nicht so im Falle Facebook: Auf kreative Weise umgeht der Konzern diese Einstellungen.

Bei deaktivierten Standortdaten analysiert Facebook einfach die Metadaten von geknipsten Fotos. Denn diese enthalten ebenfalls Standortdaten. Dort lÀsst sich ablesen, wann und wo das entsprechende Foto gemacht wurde.

DarĂŒber hinaus liest Facebook auch noch die Metadaten der IP-Adresse aus, um herauszufinden, wo man zu welcher Uhrzeit auf das Internet zugegriffen hat.

Am Ende muss Facebook nur noch die einzelnen Punkte auf der Karte verbinden. Im Handumdrehen wird so ein Nutzerprofil erstellt, von dem der Anwender selbst ĂŒberhaupt nichts weiß. So lassen sich Gewohnheiten und AktivitĂ€ten nachverfolgen – mit Datum und Uhrzeit.

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Sensordaten als Schlupfloch

Die iOS-Entwickler Talal Haj Bakry und Tommy Mysk haben Facebooks invasive Praktiken nĂ€her untersucht. Sie kommen zu dem Schluss und warnen: Facebook analysiert die ganze Zeit ĂŒber Sensordaten.

Das grĂ¶ĂŸte Problem bei diesem Vorgehen ist die fehlende Transparenz. Als Endnutzer hat man weder einen Überblick, welche Daten abgegriffen werden, noch ist man in der Lage, dieses App-Tracking zu deaktivieren.

Sollte man nicht gerade willens sein, alle entsprechenden Apps zu löschen, hat man keinerlei Möglichkeit, dieses Vorgehen zu unterbinden.

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Laut den Experten sind alle Facebook-Netzwerke betroffen. Darunter fallen Facebook, Instagram und WhatsApp. Bei WhatsApp besteht jedoch die Möglichkeit, diese Funktion zu deaktivieren. DarĂŒber hinaus hat der Facebook-Konzern gegenĂŒber Mysk versichert, dass keinerlei WhatsApp-Daten die Smartphones der Nutzer verlassen wĂŒrden.

Im Gegensatz dazu ist dies bei Facebook und Instagram jedoch nicht der Fall. Das Entfernen der Apps vom Smartphone ist der einzig sichere Weg, diesen Trackingversuchen zu entkommen. Wer kĂŒnftig dann dennoch Facebook und Instagram besuchen will, muss das ĂŒber den Internetbrowser tun.

Facebook ist negativer Spitzenreiter

Um sich ein umfassendes Bild zu machen, hat Mysk auch andere Kommunikationsapps wie Signal, Telegram und iMessage untersucht. Darunter auch Anwendungen chinesischer Anbieter wie TikTok und WeChat.

Das Ergebnis: Nicht einmal die chinesischen Apps sind dermaßen bemĂŒht, persönliche Daten ihrer Nutzer auszuspĂ€hen. Facebook mit seinen drei Apps Facebook, Instagram und WhatsApp ist hier der negative Spitzenreiter.

Das Problem der unerlaubten Datennutzung betrifft vor allem iPhone-Nutzer: Hier ist Facebook mit all seinen Apps der deutliche MarktfĂŒhrer. DarĂŒber hinaus sammeln iPhones sowieso schon deutlich mehr Nutzerdaten. Diese werden jedoch lediglich innerhalb des Apple-Universums genutzt und nicht an Drittanbieter weitergegeben.

Je mehr Apple-Gadgets man nutzt, desto mehr persönliche Daten werden gesammelt und an die zugehörigen Apps kommuniziert. Dies reicht vom Aufzeichnen der Herzfrequenz und des Blutdrucks durch die Apple Watch bis hin zu schlichten BewegungsablÀufen, wÀhrend man das iPhone am Körper trÀgt.

BehÀlt man die Apple Watch wÀhrend des Schlafens am Handgelenk, werden unter anderem auch der Schlafrhythmus und die SchlafqualitÀt aufgezeichnet.

Nicht die erste SicherheitslĂŒcke

Bakry und Mysk haben bereits viel Erfahrung damit, SicherheitslĂŒcken auf Smartphones ausfindig zu machen. So entdeckten sie im Juni des vergangenen Jahres ein schwerwiegendes Problem mit der Zwischenablage auf iOS-GerĂ€ten.

Dort konnten Apps auf die zuletzt kopierten Daten in der Zwischenablage zugreifen. So konnten private Daten ausgelesen und an die jeweiligen Mutterkonzerne gesendet werden, ohne dass Nutzer davon wussten. Nachdem Apple darauf aufmerksam wurde, reagierte das Unternehmen und schloss die LĂŒcke in einem spĂ€teren Update.

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Aus diesem Grunde ist es auch an Apple und Google, solche AusspĂ€hpraktiken innerhalb der eigenen Betriebssysteme frĂŒhzeitig zu erkennen. Nur dann können die Nutzer auch effektiv vor einem Missbrauch ihrer persönlichen Daten geschĂŒtzt werden.

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