Menü Icont-online - Nachrichten für Deutschland
HomeDigitalSmart Home

Wie soll ein Computer über Leben und Tod entscheiden?


Schlagzeilen
AlleAlle anzeigen

Symbolbild für einen TextÄlteste DNA der Welt entdecktSymbolbild für einen TextBericht: Stromnetzbetreiber warnt KundenSymbolbild für einen TextPrinzessin überrascht mit AnkündigungSymbolbild für einen Text"Promi Big Brother": Dieser Star gewinntSymbolbild für einen TextBericht: Geheimpapiere in Trumps LagerSymbolbild für einen TextPutin: Gefahr eines Atomkriegs wächstSymbolbild für einen TextNach 20 Jahren: Ehe-Aus bei HollywoodstarSymbolbild für einen TextKind auf Baustelle sexuell missbrauchtSymbolbild für einen TextFan-Petition für entlassenen TrainerSymbolbild für ein VideoKoffer-Eklat an FlughafenSymbolbild für einen TextFrau in Parkhaus erschossen: MordanklageSymbolbild für einen Watson TeaserRTL-Star: Neues Video wirft Fragen aufSymbolbild für einen TextAnzeige: Jahres-LOS kaufen und Einzel-LOS gratis dazu sichern
Anzeige
Loading...
Loading...
Loading...

Soll ein Computer über Leben und Tod entscheiden?

dpa, Burkhard Fraune, jub

26.06.2017Lesedauer: 3 Min.
In Zukunft werden immer mehr Autos mit Autopilot auf den Straßen fahren. Start der Tesla-Ralley in Zagreb (Kroatien).
In Zukunft werden immer mehr Autos mit Autopilot auf den Straßen fahren. Start der Tesla-Ralley in Zagreb (Kroatien). (Quelle: imago-images-bilder)
Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo

Autos sollen in naher Zukunft selbständig durch die Straßen fahren. Doch wie soll ein Computer bei einem Umfall entscheiden, ob er in die Menschenmenge links oder rechts fährt, wenn sich der Unfall nicht mehr verhindern lässt? Eine Kommission ist auf der Suche nach Antworten.

Empfohlener externer Inhalt
Youtube

Wir benötigen Ihre Einwilligung, um den von unserer Redaktion eingebundenen Youtube-Inhalt anzuzeigen. Sie können diesen (und damit auch alle weiteren Youtube-Inhalte auf t-online.de) mit einem Klick anzeigen lassen und auch wieder deaktivieren.

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.

Autonom fahrende Autos werden schon in einigen Jahren zum normalen Straßenbild gehören – davon gehen viele Experten aus. Politiker sind bereits damit beschäftigt, dafür die gesetzlichen Grundlagen zu schaffen. Noch werde mit Testwagen experimentiert, doch in fünf Jahren stehen solche Autos beim Händler, meint Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt und ist sich sicher: Vor uns steht der größte Mobilitätssprung der vergangenen hundert Jahre.

Es darf keine Klassifizierung von Personen geben

Während die Industrie an den technischen Herausforderungen arbeitet, hat sich für die Bundesregierung eine Ethik-Kommission mit den Leitlinien für automatisierte Fahrsysteme befasst und einen Bericht vorgelegt. Für den Verkehrsminister gelten zwei Grundsätze: "Sachschaden geht immer vor Personenschaden. Und es darf keine Klassifizierung von Personen geben, etwa nach Größe oder Alter."

"Noch hat die Technik Schwierigkeiten, auf der Autobahn eine Plastiktüte von einem Vogel zu unterscheiden", sagt Kommissionschef Di Fabio. Er sieht den Bericht eher als eine Diskussionsgrundlage. "Wir kommen nicht vom Berg Sinai mit fest stehenden normativen Geboten" erklärt der Professor und ehemalige Bundesverfassungsrichter die Arbeit der Kommission.

Loading...
Symbolbild für eingebettete Inhalte

Embed

Der Bericht zeigt: Wenn Maschinen über Leben und Tod entscheiden sollen, sind ethische Fragen schwer zu beantworten. Antworten auf die wichtigsten Fragen zum Thema "Autonomes Fahren" finden Sie in der Übersicht:

Was heißt automatisiertes Fahren?

"Autonomes Fahren" bedeutet, dass das Auto dem Fahrer einige, mehrere oder alle Aufgaben abnimmt. Aktuell kann ein Computersystem schon tote Winkel überwachen und helfen, die Spur zu halten oder die Parklücke zu treffen. Die Autobauer tüfteln bereits an der nächsten Stufe, dem hoch automatisierten Fahren in bestimmten Situationen, etwa im Stau. Der Fahrer könnte in dieser Zeit etwas anderes machen, zum Beispiel Zeitung lesen. Vor 2020 erwarten die Hersteller solche Autos aber nicht.

Danach erst kämen die nächsten Stufen: Vollautomatisiertes Fahren in bestimmtem Umfeld, etwa im Stadtverkehr, und schließlich autonome Fahrzeuge – Autos, die keinen Fahrer mehr brauchen. Sie könnten ihren Halter zur Arbeit bringen und dann zurück in die Garage fahren.

Kann ein Computer entscheiden, welchen Menschen das Auto überfährt, wenn sich keine andere Möglichkeit gibt? Diese Frage stellt sich die Ethik-Kommission der Bundesregierung beim Thema "Autonomes Fahren".
Kann ein Computer entscheiden, welchen Menschen das Auto überfährt, wenn sich keine andere Möglichkeit gibt? Diese Frage stellt sich die Ethik-Kommission der Bundesregierung beim Thema "Autonomes Fahren". (Quelle: BMVI)

Was hält die Ethikkommission davon?

Anders als die Bürger, bei denen Meinungsforscher Skepsis ausmachen, ist sie grundsätzlich offen. Aber: Nicht der wirtschaftliche Nutzen stehe im Vordergrund, sondern die Sicherheit, betont der Ex-Verfassungsrichter Di Fabio. Automatisierte Systeme seien nur dann vertretbar, wenn sie die Sicherheit erhöhen - dann aber sei es sinnvoll, dass der Staat sie fördert.

Welche Grundsätze haben die Experten formuliert?

Sach- und Tierschaden geht vor Personenschaden! Das heißt: Bei einem unvermeidlichen Crash sollen computergesteuerte Autos lieber eine Laterne oder ein Reh umfahren, als einen Menschen. Lässt sich ein Zusammenstoß nicht vermeiden, dürfen mögliche Opfer nicht nach Alter, Geschlecht und anderen Merkmalen unterschieden werden.

Muss der Autobesitzer bei einem Unfall haften?

Wenn es nach der Kommission geht: Nur wenn er selbst steuert. Sonst gilt: "Das Einziehen des Lenkrads ist das Signal: Jetzt übernimmt der Produzent und Betreiber die volle Haftung."

Diese Designstudie zeigt einen Bus, der ohne Fahrer auskommt und vom Computer gesteuert wird.
Diese Designstudie zeigt einen Bus, der ohne Fahrer auskommt und vom Computer gesteuert wird. (2017) (Quelle: Far Eastern Federal University, Russland)
Meistgelesen
imago images 1020090471
DFB trifft Entscheidung zu Bundestrainer Flick
Anzeige
Loading...
Loading...
Loading...

Welche Fragen sind noch offen?

Entscheidungen "Leben gegen Leben" seien nicht programmierbar, heißt es von der Ethik-Kommission. "Wir Menschen entscheiden sowas intuitiv", sagt Di Fabio. Aber auch bei einigen Fragen des Datenschutzes hat die Gruppe noch keine einheitliche Meinung entwickelt.

Welche Bedeutung hat der Kommissionsbericht?

Bundesminister Dobrindt sieht im Bericht der Kommission die "Eckpfeiler für nationale und internationale Regelwerke" – doch die "Ethischen Regeln" sind nur Empfehlungen. Zudem betreffen sie erst die übernächsten Stufen der Automatisierung: vollautomatisierte und fahrerlose Autos. Sollte es sie eines Tages geben, könnten sich längst neue Fragen stellen.

Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...

ShoppingAnzeigen

Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Alexander DobrindtBundesregierungKroatien

t-online - Nachrichten für Deutschland
t-online folgen
FacebookTwitterInstagramYouTubeSpotify

Das Unternehmen
Ströer Digital PublishingJobs & KarrierePresseWerbenKontaktImpressumDatenschutzhinweiseDatenschutzhinweise (PUR)Jugendschutz



Telekom
Telekom Produkte & Services
KundencenterFreemailSicherheitspaketVertragsverlängerung FestnetzVertragsverlängerung MobilfunkHilfeFrag Magenta


TelekomCo2 Neutrale Website