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Facebook-Manager provoziert mit drastischen Äußerungen

Von afp
Aktualisiert am 30.03.2018Lesedauer: 2 Min.
Andrew Bosworth: Der Facebook-Manager stellt in einem Memo die Sicherheit des Nutzers hinter das Wachstum der Plattform.
Andrew Bosworth: Der Facebook-Manager stellt in einem Memo die Sicherheit des Nutzers hinter das Wachstum der Plattform. (Quelle: Christian Charisius/dpa-bilder)
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Wegen massiven Datenschutz-LĂŒcken steht Facebook ohnehin bereits am Pranger. Jetzt ist ein Memo aus dem Jahr 2016 aufgetaucht, das den Konzern erneut in ein schlechtes Licht rĂŒckt.

Nach dem Datenskandal bei Facebook haben provokante Äußerungen eines leitenden Mitarbeiters den Druck auf das Online-Netzwerk erhöht. Das US-Internetportal Buzzfeed veröffentlichte am Donnerstag ein internes Memo des Facebook-Managers Andrew Bosworth von 2016, in dem er das Wachstum der Plattform ĂŒber die Sicherheit der Nutzer stellt.

"Die hÀssliche Wahrheit ist, dass wir so fest daran glauben, Menschen miteinander zu verbinden, dass alles was wir tun, um immer mehr Menschen immer öfter miteinander zu verbinden, 'de facto' gut ist", schrieb Bosworth.

Menschen miteinander zu verbinden, könne positive, aber auch negative Konsequenzen haben, rĂ€umt der Manager ein. "Vielleicht kostet es jemanden sein Leben, wenn er Mobbing ausgesetzt ist", schreibt Bosworth. "Vielleicht stirbt jemand bei einem Terroranschlag, der ĂŒber unsere Dienste geplant wurde."

"Ich stimme dem Beitrag heute nicht mehr zu"

Bosworth wird zum engen Kreis um Facebook-Chef Mark Zuckerberg gerechnet. In einer Mitteilung an die Nachrichtenagentur AFP distanzierte er sich von seinen Äußerungen. "Ich stimme dem Beitrag heute nicht mehr zu und ich habe ihm nicht einmal zugestimmt, als ich ihn geschrieben habe", erklĂ€rte Bosworth. Er habe vielmehr auf Themen aufmerksam machen wollen, die seiner Meinung nach bei Facebook intensiver diskutiert werden sollten.

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Zuckerberg erklĂ€rte auf Anfrage, Bosworth sei ein talentierter Manager, der fĂŒr provokante MeinungsĂ€ußerungen bekannt sei. Er selbst und die meisten anderen Facebook-Mitarbeiter seien mit seinem Memo ĂŒberhaupt nicht einverstanden gewesen. "Wir waren nie der Auffassung, dass der Zweck die Mittel heiligt", erklĂ€rte Zuckerberg. Menschen miteinander zu verbinden, sei an sich noch nicht genug. "Wir mĂŒssen auch daran arbeiten, die Menschen nĂ€her zusammenzubringen", erklĂ€rte der Facebook-Chef.

Facebook steht derzeit wegen des Skandals um die mutmaßliche Abschöpfung der Daten von mehr als 50 Millionen Facebook-Nutzern durch die britische Datenanalysefirma Cambridge Analytica unter Druck. Die Daten sollen fĂŒr den Wahlkampf des heutigen US-PrĂ€sidenten Donald Trump ausgewertet und genutzt worden sein. In den USA leitete die Verbraucherschutzbehörde FTC Ermittlungen dazu ein, in Großbritannien prĂŒft die Datenschutzbeauftragte den Fall.

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Von Rahel Zahlmann, Adrian Röger
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