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Bundeswehr motzt: Uniform-Verbot bei re:publica 2018 in Berlin

Re:publica 2018  

Bundeswehr fühlt sich zu Unrecht ausgeschlossen

03.05.2018, 07:52 Uhr | str, t-online.de, dpa

Bundeswehr motzt: Uniform-Verbot bei re:publica 2018 in Berlin. Bundeswehr wirbt vor der Internetkonferenz re:publica 2018 (Quelle: dpa/Jens Kalaene)

Bundeswehr wirbt vor der Internetkonferenz re:publica 2018: War die Absage an die Bundeswehr ein Eigentor der re:publica-Veranstalter? (Quelle: Jens Kalaene/dpa)

Vergeblich bewarb sich die Bundeswehr um einen Stand auf der Internetkonferenz re:publica. Aus Protest positionierten sich am Eröffnungstag uniformierte Soldaten vor dem Eingang und verteilten Flugblätter an die Besucher. Die Veranstalter sind verärgert. t-online.de ist vor Ort.

In seiner Eröffnungsansprache stellte re:publica-Gründer Johnny Haeusler im Bezug auf die uniformierten Soldaten vor dem Gelände klar: "Die sind nicht eingeladen." Da die Straße aber öffentlicher Raum sei, könne man die Werbeaktion nicht verbieten. "Lasst euch nicht ärgern", sagte Hauesler. Auf Twitter wurde dennoch den ganzen Tag diskutiert, ob sich die Veranstalter nicht selbst ein Eigentor schossen, indem sie sich dem Austausch mit Heeresangehörigen verweigerten. 

Losgetreten hat die Debatte die Bundeswehr selbst. Denn dass ausgerechnet eine Konferenz, die sich Toleranz für Andersdenkende auf die Fahnen geschrieben hat und "Filterblasen platzen lassen" will, dem Militär den Zutritt verweigert, findet die Truppe skandalös. "Zu bunt gehört auch grün" – mit diesem Slogan will die Bundeswehr gegen die vermeintliche Doppelmoral der re:publica-Macher protestieren. 

Unübersehbar hatten sich die Soldaten mit einem Bundeswehr-Transporter und Flugblättern am Eingang der re:publica positioniert. Am Mittwoch startete die dreitägige Internetkonferenz in der Station Berlin. Dass sie beim Einlass von Soldaten in Uniform begrüßt wurden, verwunderte viele Besucher. 

Bundeswehr wirbt vor der Internetkonferenz re:publica 2018 (Quelle: dpa/Jens Kalaene)Bundeswehr wirbt vor der Internetkonferenz re:publica 2018: War die Absage an die Bundeswehr ein Eigentor der re:publica-Veranstalter? (Quelle: Jens Kalaene/dpa)

Die Provokation ist zweifellos beabsichtigt. Schließlich war der Bundeswehr ja gerade der Zutritt auf das Gelände verweigert worden, weil die Veranstalter keine Uniformen zulassen wollten. Der Anblick könne viele Konferenzteilnehmer abschrecken, meinten die Macher. 

Ein Bundeswehr-Stand sei ihrer Meinung nach nicht passend für die Internetkonferenz, bekräftigten die Organisatoren. "Wir stehen immer noch dazu, dass wir keine Uniformen hier auf dem Gelände haben wollen. Und wir wollen auch keinen Stand, auf dem die Bundeswehr für sich wirbt und Rekrutierungsarbeit leistet", sagte Mitgründer Markus Beckedahl der Deutschen Presse-Agentur. "Wir stehen für eine lebenswerte digitale Gesellschaft und nicht für eine Militarisierung des Internets."

Kritik kam von CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer. "Wer für bunte und offene Diskurse eintritt und seine Konferenz unter das Motto #PowerOfPeople stellt, sollte dann auch konsequent sein", twitterte sie. "Ausschluss der #Bundeswehr von der #rp18 ist schlechter Stil gegenüber unseren Soldatinnen und Soldaten."

Buntes Treiben zwischen 20 Bühnen

Nicht zum ersten Mal hatte die Bundeswehr versucht, einen der begehrten Stände in der Eingangshalle der Station Berlin zu ergattern. Im Vorjahr sei ihnen das aus Zeitgründen verweigert worden. 

Auf Europas größter Netzkonferenz versammeln sich Wissenschaftler, Blogger, Medienschaffende, Unternehmer, Journalisten und Aktivisten, um sich zu den Themen Internet und Gesellschaft auszutauschen. Freiheitsrechte spielen eine große Rolle. Kritik an den staatlichen Institutionen gehört in dieser Szene quasi zum guten Ton. 

In der Ausstellungshalle sind Hilfsorganisationen, Medienunternehmen, TV-Sender, Bundesländer und Startups vertreten. Interaktive Installationen laden dazu ein, den eigenen Standpunkt zu hinterfragen und zum Beispiel in der virtuellen Realität die Perspektive von Kriegsopfern einzunehmen oder das zerstörte Palmyra in Syrien zu besuchen. 

Verwendete Quellen:
  • Eigene Eindrücke vor Ort
  • dpa

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