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"Star Trek"-Captain Kirk kämpft mit dem NetzDG – Meldung auf Twitter

Meldung auf Twitter  

"Star Trek"-Captain Kirk kämpft mit dem NetzDG

29.04.2019, 21:41 Uhr
"Star Trek"-Captain Kirk kämpft mit dem NetzDG – Meldung auf Twitter. William Shatner, der Darsteller von Captain James T. Kirk in Star Trek, landete auf seiner Reise durchs WWW beim deutschen NetzDG. (Quelle: Gettyimages/Magnilion, Imago/United Archives, REUTERS/Keith Bedford, Montage: Benjamin Springstrow )

William Shatner, der Darsteller von Captain James T. Kirk in Star Trek, landete auf seiner Reise durchs WWW beim deutschen NetzDG. (Quelle: Gettyimages/Magnilion, Imago/United Archives, REUTERS/Keith Bedford, Montage: Benjamin Springstrow )

Kult-Schauspieler William Shatner ("Star Trek") hat mit einer Erfahrung im Netz für Erheiterung gesorgt. Captain Kirk stand einer neuen außerirdischen Macht gegenüber: der deutschen Bürokratie mit dem Netzwerkdurchsetzungsgesetz.

Das Internet, unendliche Weiten. Wir schreiben das Jahr 2019. Dies sind die Abenteuer von William Shatner, dem Darsteller von Captain James T. Kirk in der Kult-Serie "Raumschiff Enterprise". Allein war der Star Trek-Star in einem Hotel-WLAN unterwegs, um neue Welten zu erforschen, neue Gesetze, neue Zivilisationen. Lichtjahre von seiner bisherigen Lebenswelt entfernt, ist der Kanadier in die Galaxien des deutschen Netzwerkdurchsetzungsgesetzes vorgedrungen. 

Es war am Sonntagmorgen um halb acht Ortszeit, als sich Schauspieler William Shatner schon ärgern musste – und dann wunderte. Er wollte offenbar bei Twitter einen Tweet melden, durch den er sich angegriffen fühlte. Doch im Menü dazu tauchte dann auf, was ihm Klingonisch vorkam. "Covered from Netzwerkdurchsetzungsgesetz" stand dort, also "Abgedeckt vom Netzwerkdurchsetzungsgesetz". Eines der deutschesten Wörter aus den Tiefen des Paragraphendschungels im Anflug auf den 88-Jährigen Kanadier mit Wohnsitz in den USA.

Captain Kirk stößt in ferne Galaxien vor: Twitter konfrontiert ihn mit dem Netzwerkdurchsetzungsgesetz. (Quelle: Screenshot Twitter)Captain Kirk stößt in ferne Galaxien vor: Twitter konfrontiert ihn mit dem Netzwerkdurchsetzungsgesetz. (Quelle: Screenshot Twitter)

"Lieber Twitter-Support, was zur Hölle heißt das und warum hat sich das Menü in meiner App geändert?", fragte Shatner in einem Tweet. Einige Nutzer meinten, er sei in Deutschland und freuten sich. Doch Shatner war in Denver, im US-Staat Colorado, auf dem "Starfest" im Marriott DTC Convention Hotel. Das Hotel-WLAN hatte den Standort seines iPhones offenbar nach Deutschland gebeamt: Nachdem er das WLAN ausgeloggt habe, sei wieder alles normal gewesen. 

"Neuland, the final frontier"

Trekkies waren da schon in den Kommentaren ausgeschwärmt, um angesichts dieses Gegners an Shatners Seite zu kämpfen. Er werde assimiliert, Widerstand sei zwecklos, musste er dort lesen. "Neuland, the final frontier." 

Andere prophezeiten aber einen ganz anderen Ausgang: "Das wars. Es war interessant euch zu kennen. Man legt sich nicht mit Kirk an", schrieb ein Nutzer an die Adressen von SPD und CDU. Heiko Maas gegen Captain Kirk, das werde brutal. "Jetzt versaubeutelt dieser peinliche Heiko noch den Subraumfunk der Sternenflotte", fürchtete ein anderer.

Overblocking contra Meinungsfreiheit

Bundesaußenminister Heiko Maas gilt als Vater des Netzwerkdurchsetzungsgesetzes in seiner Zeit als Bundesjustizminister. Das Gesetz verpflichtet seit dem 1. Januar 2018 Netzwerke dazu, auf Nutzer-Beschwerden über Hasskriminalität und strafbare Inhalte im Netz in kurzer Zeit zu reagieren und entsprechende Inhalte zu löschen. Andernfalls drohen Bußgelder.

Verbunden waren damit Befürchtungen, dass sogenanntes Overblocking zur Einschränkung der Meinungsfreiheit führen könnte, weil Netzwerke eher zu schnell löschen könnten. Der Prozess, nach den Regeln des NetzDG einen Tweet zu melden, ist aber kompliziert und wird Nutzern in Deutschland als eigene Möglichkeit angeboten. Es muss dann detailliert angegeben werden, gegen welches Gesetz der Tweet verstößt.




Unklar ist, welche Einstellungen dazu geführt haben, dass der Standort des Schauspielers in Deutschland angezeigt wurde und er deshalb die Option angezeigt bekam. 

Verwendete Quellen:

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