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Die EU plant die Supercomputer-Offensive

Von dpa
Aktualisiert am 18.09.2020Lesedauer: 2 Min.
Margrethe Vestager: Die Vizepr├Ąsidentin der EU-Kommission setzt sich f├╝r Supercomputer ein.
Margrethe Vestager: Die Vizepr├Ąsidentin der EU-Kommission setzt sich f├╝r Supercomputer ein. (Quelle: Michael Sohn/AP/POOL/dpa)
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Europ├Ąische Cloud, europ├Ąische E-Identit├Ąt, neue Supercomputer: Die EU-Kommissionschefin von der Leyen will digital hoch hinaus. Nun wird ihre Beh├Ârde konkret.

Mit Milliardeninvestitionen in die n├Ąchste Generation von Supercomputern sowie einem Ausbau der Netzinfrastruktur will die Europ├Ąische Union ein "digitales Jahrzehnt" schaffen.

"Wie wir im Kampf gegen die Corona-Pandemie sehen, unterst├╝tzen Supercomputer bereits heute die Suche nach Therapien, die Erkennung und Vorhersage der Infektionsverbreitung oder die Entscheidungsfindung ├╝ber Eind├Ąmmungsma├čnahmen", sagte die Vizepr├Ąsidentin der EU-Kommission, Margrethe Vestager, in Br├╝ssel.

Eine Trillion Rechenoperationen pro Sekunde

Deshalb sollen in Europa acht Milliarden Euro in die n├Ąchste Generation von Supercomputern flie├čen. Hochleistungsrechner k├Ânnten zudem einen Beitrag im Kampf gegen den Klimawandel leisten ÔÇô zum Beispiel indem sie helfen, die Stromversorgung effizienter zu machen, sagte Vestager.

Die Milliarden werden es Europa nach Angaben der Br├╝sseler Beh├Ârde erlauben, Rechner zu betreiben, die mehr als eine Trillion Rechenoperationen pro Sekunde ausf├╝hren k├Ânnen. Zudem soll es Infrastrukturen geben, die sogenannte Quantencomputer mit klassischen Rechnern kombinieren. Mehr zu Quantencomputer lesen Sie in diesem Interview.

Geld aus mehreren Quellen

Finanziert werden soll das neue europ├Ąische Supercomputer-System mit 3,5 Milliarden Euro aus dem EU-Haushalt und einem ebenso gro├čen Betrag aus den nationalen Haushalten europ├Ąischer Staaten. Eine weitere Milliarde Euro w├╝rde in Form von Geld- und Sachleistungen von nicht-staatlichen Unterst├╝tzern der Initiative kommen.

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Neben ihrer Supercomputer-Initiative stellte die Kommission am Freitag auch eine Empfehlung f├╝r einen Ausbau von Breitbandverbindungen mit sehr hoher Kapazit├Ąt vor. "Breitbandverbindungen und 5G-Konnektivit├Ąt bilden die Grundlage f├╝r den ├Âkologischen und digitalen Wandel der Wirtschaft, unabh├Ąngig davon, ob es um Verkehr und Energie, Gesundheit und Bildung oder Fertigung und Landwirtschaft geht", sagte Vestager.

Der f├╝r den Binnenmarkt zust├Ąndige Kommissar Thierry Breton merkte an, dass sich die Investitionen in diesen Bereich in j├╝ngster Zeit dennoch verlangsamt h├Ątten. Breton mahnte Tempo bei der Vergabe von 5G-Frequenzen an. Der superschnelle neue Datenfunk f├╝hre nicht nur zu schnelleren Downloadzeiten f├╝r Filme, sagte er. Er sei vielmehr notwendig f├╝r zahlreiche Bereiche wie Telemedizin, Robotik, K├╝nstliche Intelligenz, Sicherheit, Verkehrsmanagement oder Energienetze - "alles, das wichtig ist f├╝r uns allt├Ągliches Leben".

"Wir m├╝ssen unsere Daten unter Kontrolle haben"

EU-Kommissionspr├Ąsidentin Ursula von der Leyen hatte in ihrer Rede zur Lage der Union am Mittwoch bereits die Milliardeninvestitionen angek├╝ndigt. Ziel seien zudem der Aufbau einer europ├Ąischen Cloud zur Datenspeicherung sowie eine sichere europ├Ąische digitale Identit├Ąt. Vestager sagte nun mit Blick auf Tech-Riesen wie Google, Apple oder Facebook: "Wir d├╝rfen nicht zulassen, dass eine Handvoll von Digitalunternehmen die Spielregeln definiert." Gr├Â├če bedeute Wirtschaftsmacht und gef├Ąhrde zum Teil den Wettbewerb.

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Vestager k├╝ndigte an, die Kommission wolle im Dezember ein Gesetz vorlegen, dessen Ziel ein Binnenmarkt f├╝r digitale Dienstleistungen sei, basierend auf europ├Ąischen Werten. Alle B├╝rger w├╝rden davon profitieren, etwa wenn sie ihre Steuererkl├Ąrung digital erstellen oder elektronische Rezepte grenz├╝bergreifend in Apotheken einl├Âsen k├Ânnten. Vernetzte Kassensysteme w├╝rden zudem helfen, Steuerbetrug zu vermeiden. "Wir m├╝ssen unsere Daten unter Kontrolle haben", betonte Vestager. Dabei k├Ânne die E-Identit├Ąt helfen.

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