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Fehler im Algorithmus: Google macht Normalo zum Serienkiller

Fehler im Algorithmus  

Google macht Normalo zum Serienkiller

30.06.2021, 11:01 Uhr | jnm, t-online

Fehler im Algorithmus: Google macht Normalo zum Serienkiller. Die Google-Suchmaske auf dem Bildschirm: Google macht gruseligen Fehler (Quelle: imago images/Eibner Europa)

Die Google-Suchmaske auf dem Bildschirm: Google macht gruseligen Fehler (Quelle: Eibner Europa/imago images)

Ein Google-Fehler machte einen harmlosen Schweizer Ingenieur zum berüchtigten bulgarischen Serienkiller, bekannt als "Der Sadist". Der Betroffene war alles andere als amüsiert.

Dass Google die mit Abstand beliebteste Suchmaschine ist, hat auch damit zu tun, dass kein anderer Anbieter die im Netz verfügbaren Informationen so schlau und handlich aufbereitet. Eine dieser Funktionen heißt Google Knowledge Graph und sorgt dafür, dass bestimmte Informationen inhaltlich sortiert und in einem passenden Paket als Zusatzinformationskästchen rechts neben den Suchbegriffen ausgegeben werden. 

Wer etwa nach "Angela Merkel" sucht, sieht rechts im Kasten dann ihren Namen, daneben ein passendes Foto, eine Kurze Beschreibung ihrer Tätigkeit, sowie weitere Informationen wie "Größe" (1,65 m), "Amt" (Bundeskanzler seit 2005) oder "Ehepartner" (Joachim Sauer (verh. 1998), Ulrich Merkel (verh. 1977–1982)).

Manchmal scheint bei der Zuordnung der Daten jedoch etwas schiefzugehen – wie im Fall des Schweizer Ingenieurs Hristo Georgiev. In einem Blogeintrag beschreibt er, dass ein ehemaliger Kollege ihn auf eine hässliche Verwechslung hinwies:

Gab Georgiev nämlich seinen Namen bei Google ein und suchte danach, erschien rechts neben den Suchergebnissen tatsächlich auch eine Infobox zu Hristo Georgiev – allerdings nicht dem Ingenieur, sondern einem gleichnamigen bulgarischen Serienkiller.

Namensgleich mit einem Serienkiller

Bei bestehender Namensgleichheit wäre dies zwar unterhaltsam, aber nicht weiter erwähnenswert, wäre neben der Infobox zum bulgarischen Vergewaltiger, auch bekannt als "Der Sadist", nicht ein aktuelles Foto vom schweizer Ingenieur Hristo Georgiev abgebildet. Statt "Amt" und "Ehepartner" sind hier so illustere Informationen wie "Strafe" (Todesstrafe) und "Art des Todes" (Hinrichtung durch Erschießung), hinterlegt.

 (Quelle: Screenshot Google / archive.today) (Quelle: Screenshot Google / archive.today)

Problem bei Google

Georgiev hielt es zunächst für einen Scherz – doch beim Öffnen des zugehörigen Wikipedia-Artikels stellte er fest, dass dort gar kein Foto vom Serien-Killer hinterlegt war, auch nicht sein eigenes.

Schuld trug offenbar Googles Knowledge Graph, der hier einen Zusammenhang herstellte – was Georgiev merkwürdig fand, da der Name alles andere als selten ist und es hunderte Menschen gebe, die ebenfalls diesen Namen tragen – alle aber nicht als Killer abgebildet werden.

Die Vorstellung, dass ein Algorithmus, den täglich Milliarden Menschen nutzen, Informationen auf diese Art und Weise verdrehen kann sei "wirklich furchteinflößend", erklärte Georgiev in seinem Blog.

Mithilfe zahlreicher Mitglieder des HackerNews-Forums gelang es Georgiev mittlerweile, die Verknüpfung von Google löschen zu lassen. Die Anekdote lehrt allerdings, dass es nicht schadet, hin und wieder den eigenen Namen zu googeln, um derlei Missverständnisse aufzuklären, bevor die Nachbarn komisch gucken.

Verwendete Quellen:

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