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Trends auf der Technik-Messe CES 2022

Von dpa
06.01.2022Lesedauer: 3 Min.
Besucher sehen sich den automatisierten Traktor von John Deere während der CES an.
Besucher sehen sich den automatisierten Traktor von John Deere während der CES an. (Quelle: Joe Buglewicz/AP/dpa./dpa)
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Las Vegas (dpa) - Die Technikbranche gehört zweifellos zu den Gewinnern der Pandemie.

"Stellen Sie sich nur einmal vor, wo wir in den vergangenen zwei Jahren ohne moderne Technologie gewesen w√§ren", sagte Gary Shapiro, Chef der Hightech-Messe CES in Las Vegas, zum Auftakt des Branchentreffs. "Kein Internet. Kein Homeoffice. Kein Streaming. Keine kontaktlose Lieferung. Keine Telemedizin." K√ľnstliche Intelligenz habe dabei geholfen, neue Impfstoffe und Behandlungen zur Bek√§mpfung der Pandemie zu entwickeln. "Aber Tatsache ist, dass √úberleben nicht genug ist."

Die Tech-Konzerne schauen nun auf eine Zeit, in der die Pandemie den Alltag nicht mehr dominiert. Dabei zeichnen sich auf der diesjährigen Messe mehrere Trends ab.

Die Bedrohungen durch den Klimawandel und die Zerstörung der Umwelt sind inzwischen Kernthemen der Messe, auch weil die Verbraucher in ihren Kaufgewohnheiten immer umweltbewusster werden. Zum Auftakt der CES sprach Samsung-CEO Jong-Hee Han fast ausschließlich von Innovationen im Bereich der Nachhaltigkeit.

So soll eine neue Generation von Waschmaschinen der S√ľdkoreaner verhindern, dass Mikroplastik aus Fleece-Kleidungsst√ľcken in das √Ėkosystem gelangt. Eine neuartige TV-Fernbedienung soll Millionen von Batterien √ľberfl√ľssig machen: Der Klicker bezieht den Strom sowohl aus der Sonne als auch aus der Energie von Radiowellen, die von Ger√§ten wie einem WLAN-Router im Haus ausgesendet werden.

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Mobilität

Schon in den vergangenen Jahren hatte sich die CES immer stärker zu einer Mobilitätsmesse entwickelt. In diesem Jahr nahmen unter anderen Mercedes, BMW, Volvo, Hyundai, General Motors und Sony die Show zum Anlass, ihre neusten Elektroautos und Mobilitätsprojekte zu präsentieren - auch wenn zum Teil nur digital.

Viel Aufmerksamkeit in Las Vegas zog allerdings auch ein Aussteller auf sich, den man nicht unbedingt auf einer Hightech-Messe erwartet, n√§mlich der Landtechnikhersteller John Deere. Das Unternehmen aus dem US-Bundesstaat Illinois hat autonomes Fahren auf dem Feld serienreif gemacht. Deere k√ľndigte auf der CES einen vollautonomen Traktor an. Der Landwirt kann das 14 Tonnen schwere Gef√§hrt aus der Ferne mit einem Smartphone oder Computer bis auf 2,5 Zentimeter genau steuern. Das Hightech-Monster mit einem Neun-Liter-Motor und mehr als 400 PS wird je nach Ausstattung mehrere hunderttausend Dollar kosten und ab dem Sommer auf Feldern in den USA eingesetzt. In Deutschland fehlt noch eine Zulassung f√ľr den vollautonomen Traktor.

TV-Technik

Bei den gro√üen Fernsehern f√ľr das Wohnzimmer versuchten auch in diesem Jahr die Hersteller, die Ton- und Bildqualit√§t zu optimieren. Die Unterschiede zu den Vorjahresmodellen sind jedoch nur f√ľr das ge√ľbte Auge auszumachen. Daher wundert es nicht, dass die Hersteller auf der Suche nach neuen Kunden auch mit neuen Formfaktoren experimentieren. So pr√§sentierte Samsung einen tragbaren Projektor zum √úberall-TV-Schauen ("The Freestyle"). Das Ger√§t kann um 180 Grad gedreht werden und verwandelt so jeden Ort in ein Display, vom Boden √ľber die W√§nde bis zur Decke. Im Smart-Speaker-Modus analysiert das Ger√§t die Musik, um synchronisierte visuelle Effekte zu projizieren. Auch Samsung-Wettbewerber LG versucht, mit einem mobilen Fernseher die Generation Z anzusprechen. Der "LG StanbyME", bei dem im Namen kein Buchstabe fehlt, wurde wie bei einer Stehlampe auf einen Standfu√ü montiert und kann auch ohne Stromkabel drei Stunden lang mit einem einbauten Akku betrieben werden.

Krypto

Der Rummel um die Krypto-Technik Blockchain erinnert manche Beobachter bereits an die Internet-Blase vor der Jahrtausendwende. Auf der CES stehen allerdings weniger Digitalw√§hrungen wie Bitcoin oder Ethereum im Fokus, sondern die digitalen Echtheitszertifikate NFT. Die Abk√ľrzung steht f√ľr Non-Fungible Token (auf Deutsch etwa "nicht-austauschbare Wertmarke"). Mit Hilfe von NFT sollen beispielsweise digitale Bilder f√ľr den Fernseher eingekauft werden k√∂nnen, die vom Aussehen zwar nicht von Kopien unterschieden werden k√∂nnen, aber von den K√ľnstlern als "Originale" ausgewiesen werden.

Fixstern Apple

Der iPhone-Hersteller Apple war zwar - wie in jedem Jahr - nicht auf der CES vertreten. Doch die Verkaufsschlager mit dem Apfel-Logo inspirierten etliche Aussteller. Besonders die Apple Watch und die Kopfh√∂rer AirPods fanden auf der CES viele Nachahmer. Google k√ľndigte zur CES an, k√ľnftig eine st√§rkere Integration von Android-Ger√§ten unterschiedlicher Hersteller anzustreben. So soll man Kopfh√∂rer aus dem Android-Universum √§hnlich unkompliziert mit Smartphones verbinden k√∂nnen, wie dies Apple bei der Kopplung der AirPods mit iPhone, iPad oder Mac gelungen ist. Google nennt die Initiative "Better Together" und erw√§hnte dabei Apple mit keinem Wort. Das Tech-Portal "The Verge" schrieb allerdings, dass der Rest der Branche das Projekt eher als "Aufholen gegen√ľber Apples √Ėkosystem" bezeichnen werde.

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