Schlagzeilen
AlleAlle anzeigen

Ende der Chip-Engp├Ąsse k├Ânnte noch auf sich warten lassen

Von dpa
13.05.2022Lesedauer: 3 Min.
Die Chip-Engp├Ąsse halten an - Experten zeigen sich aber vorsichtig optimistisch.
Die Chip-Engp├Ąsse halten an - Experten zeigen sich aber vorsichtig optimistisch. (Quelle: Lino Mirgeler/dpa./dpa)
Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo

Berlin (dpa) - Mit den Chip-Engp├Ąssen in der Corona-Krise wurde monatelanges Warten auf Waschmaschinen und Autos genauso normal wie die vergebliche Suche nach neuen Playstation-Konsolen. Wie lange geht das noch so?

Einige Experten sind vorsichtig optimistisch: So kann sich Branchenanalyst Alan Priestley vom IT-Marktforscher Gartner vorstellen, dass bereits im kommenden Jahr wieder ├ťberkapazit├Ąten auftreten. Beim Chipkonzern Intel warnt aber Firmenchef Pat Gelsinger, dass Probleme bei Fertigungskapazit├Ąt und Verf├╝gbarkeit n├Âtiger Maschinen mindestens bis zum Jahr 2024 andauern d├╝rften.

Experte Priestley setzt darauf, dass der gro├č angelegte Ausbau der Produktion bald Fr├╝chte tr├Ągt. Die Branche investiert seit ersten Anzeichen der Engp├Ąsse zu Beginn der Corona-Pandemie in neue Fabriken. "Deshalb werden wir wahrscheinlich 2023 oder 2024 ├ťberkapazit├Ąten haben", prognostizierte er. Jedenfalls bis die weiter steigende Nachfrage sie aufzehrt.

Nicht gen├╝gend in Ausbau investiert

Dieses Wechselspiel sei an sich typisch f├╝r die Chipbranche, betonte Priestley. "Sobald Nachfrage und Angebot im Gleichgewicht sind, wird investiert, um Kapazit├Ąten f├╝r den n├Ąchsten Nachfrageschub zu haben." Die aktuelle Chip-Krise sei aber so heftig ausgefallen, weil in einigen Bereichen nicht genug in den Ausbau investiert worden sei - und gleichzeitig die Nachfrage mit dem verst├Ąrkten Arbeiten und Lernen in der Corona-Pandemie sprunghaft anstieg.

Noch komplexer macht das alles, dass es eben nicht die eine Halbleiter-Industrie gibt. F├╝r verschiedene Aufgaben braucht es unterschiedliche Chips - und f├╝r die wiederum gibt es verschiedene Produktionsprozesse, die nicht beliebig austauschbar sind. Ein wichtiges Merkmal sind dabei die sogenannten Strukturbreiten - grob gesagt, wie fein die Schaltkreise gearbeitet sind. Je niedriger die Strukturbreiten in moderneren Produktionsverfahren, desto leistungsst├Ąrker und effizienter sind die Prozessoren.

ANZEIGEN
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Meistgelesen
"Bayern-Wende im Fall Lewandowski"
Robert Lewandowski hat einen Vertrag bis 2023, will den FC Bayern aber am liebsten sofort verlassen.


F├╝r so etwas wie ein Trafo oder andere einfache Aufgaben reichen betagte Produktionsprozesse - die zugleich weniger lukrativ sind, so dass sich die Kapazit├Ąten daf├╝r auf niedrigem Niveau eingependelt hatten. Und dann kam der Corona-Boom. So war es oft das Fehlen weniger einfacher Bauteile, das daf├╝r sorgte, dass Autos oder Computer nicht fertiggestellt werden konnten.

Hinzu kommt, dass Chip-Werke nicht nur Milliarden kosten und ├╝ber Jahre gebaut werden m├╝ssen - sondern auch nicht unbedingt flexibel sind. "Wenn ich eine Fabrik f├╝r Chips mit sieben Nanometern Strukturbreite baue, kann ich sie nicht ohne gro├čen Aufwand auf f├╝nf Nanometer umstellen", sagt Priestley. Und es sei auch nicht so einfach wie in anderen Bereichen, die Produktion einfach ruhen zu lassen. Deswegen m├╝ssten die Unternehmen ihre Ausbau-Entscheidungen besonders vorausschauend planen - und neue Kapazit├Ąten in einem Bereich seien nicht unbedingt hilfreich f├╝r andere Teile der Branche.

Geschichten ├╝ber verzweifelte Ma├čnahmen

Ein weiteres Nadel├Âhr sind Maschinen zur Chip-Produktion. Bei den superschmalen Strukturbreiten kommt man nur noch mit UV-Lithografie weiter - und daf├╝r ist der europ├Ąische Hersteller ASML praktisch der einzige Anbieter. Er ist entsprechend ausgebucht.

In der Industrie machen Geschichten von verzweifelten Ma├čnahmen die Runde. So erz├Ąhlte ASML-Chef Peter Wennink bei der Vorstellung der j├╝ngsten Quartalszahlen von seinem Gespr├Ąch mit dem Management eines "sehr gro├čen Industriekonzerns", dessen Namen er f├╝r sich behielt. "Sie erz├Ąhlten mir tats├Ąchlich, dass sie Waschmaschinen aufkaufen, um Halbleiter herauszurei├čen und sie in Industriemodule zu stecken." Man k├Ânne nat├╝rlich sagen, das sei nur eine Anekdote, r├Ąumte Wennink ein. "Aber das passiert ├╝berall."

Ein anderes Problem kam f├╝r die Branche mit dem Krieg in der Ukraine. Die Laser der Lithografie-Maschinen ben├Âtigen neben anderen Gasen Neon. Und das ist ein h├Ąufiges Nebenprodukt der Stahlherstellung. Das riesige Stahlwerk Azovstal in Mariupol, das von den russischen Truppen in ihrem Angriffskrieg gegen die Ukraine seit Wochen beschossen und bombardiert wird, war ein wichtiger Neon-Lieferant. Der Wegfall der Lieferungen aus der Ukraine sorgte zwar f├╝r St├Ârungen, wird von der Branche aber zu verdauen sein, sagte Priestley. "Es gibt auch andere Quellen" - unter anderem die gro├čen Stahlwerke in S├╝dkorea.

Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...

ShoppingANZEIGEN

Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Neueste Artikel

t-online - Nachrichten f├╝r Deutschland
t-online folgen
FacebookTwitterInstagram

Das Unternehmen
Str├Âer Digital PublishingJobs & KarrierePresseWerbenKontaktImpressumDatenschutzhinweiseDatenschutzhinweise (PUR)Jugendschutz



Telekom
Telekom Produkte & Services
KundencenterFreemailSicherheitspaketVertragsverl├Ąngerung FestnetzVertragsverl├Ąngerung MobilfunkHilfeFrag Magenta


TelekomCo2 Neutrale Website