Sie sind hier: Home > Digital > Internet & Sicherheit > Internet >

Elons Musks unbekannteste Firma ist Neuralink - zu Unrecht?

Firmenporträt  

Neuralink: Daran arbeitet Musks unbekannteste Firma

Von Steve Haak

13.01.2022, 14:02 Uhr
Elons Musks unbekannteste Firma ist Neuralink - zu Unrecht?. Tesla-Chef Elon Musk (Quelle: dpa/Kiichiro Sato/AP/dpa/Archivbild)

Neben SpaceX und Tesla hat Elon Musk unter anderem auch Neuralink mitgegründet. (Quelle: Kiichiro Sato/AP/dpa/Archivbild/dpa)

Neuralink ist im Schatten von SpaceX und Tesla das unbekannteste Unternehmen von Elon Musk. Zu Unrecht? Ein Blick auf die Geschichte und Pläne der Firma.

Paypal, OpenAI, Tesla, SpaceX und The Boring Company: Die Liste mit den von Elon Musk gegründeten Unternehmen ist lang. Und unvollständig. Denn mit Neuralink fehlt eine Firma des Milliardärs, die nicht durch regelmäßige Schlagzeilen auffällt. Normalerweise. Denn Ende vorigen Jahres hieß es: "Neuralink will 2022 Computerschnittstellen ins menschliche Gehirn einsetzen."

Klingt spektakulär. Aber ist es das auch? Laut Neuralink soll die Schnittstelle im menschlichen Hirn mehrere Aufgaben übernehmen. Zum einen könnte sie die Hirn-Aktivitäten messen und auswerten. Zum anderen soll die Technologie bestimmte Bereiche stimulieren. Musk sagte einmal, die Schnittstelle sei wie ein "Fitbit in your brain". Ein Activity-Tracker im Hirn.

Schwein mit Elektroden im Hirn

Die Geschichte des Trackers beginnt 2016. Damals wurde Neuralink gegründet. Aber erst vier Jahre später zeigte das Unternehmen, was es entwickelte und was mit der Technologie möglich ist. Musk zeigte damals am Neuralink-Standort in Kalifornien an einem Schwein, wie die Hirnsignale an einen Computer weitergeleitet wurden. Jedes Mal, wenn das Tier etwas mit seinem Rüssel berührte, waren auf einem Bildschirm elektrische Signale zu sehen.

Und noch etwas verriet Musk damals: Um die Schnittstelle in ein Gehirn einzupflanzen, habe Neuralink gleich den passenden Roboter mitentwickelt. Die Maschine soll die feinen Leitungen des Mini-Computers mit dem menschlichen Gewebe verbinden. Von der Operation würde man später kaum etwas sehen, so Musk. Es bliebe nur eine kleine Narbe unter den Haaren übrig.

Ein Pong-spielender Affe

Der nächste Erfolg dann ein Jahr später. Neuralink zeigte einem Affen, der mithilfe der Hirnsonde das Videospiel Pong spielte. Ein Video zeigte das Makaken-Männchen, der in einem mehrstufigen Prozess lernte, mit einem Joystick einen Punkt auf einem Monitor zu steuern. Auf einem Bildschirm im Hintergrund waren Signale aus den Neuralink-Implantaten zu sehen, die dem Tier sechs Wochen vorher ins Hirn gepflanzt worden waren.

In diesem Jahr will Neuralink seine Schnittstelle also beim Menschen testen. Das Ziel: Die Technologie soll es zum Beispiel querschnittsgelähmten Patienten ermöglichen, Geräte mit Gehirnsignalen zu bedienen. So könnten sie etwa über Chatprogramme mit Freunden kommunizieren oder Einkäufe im Internet erledigen.

Eines Tages wäre es sogar denkbar, verletztes Nervengewebe mithilfe der Technologie zu überbrücken, damit Menschen beispielsweise wieder laufen könnten, hatte Musk einmal gesagt. Potenzielle Anwendungsbereiche für die Hirnsonde seien zudem die Behandlung von Schmerzen, Sehstörungen, Hörverlust oder Schlaflosigkeit, hieß es damals.

Es mangelt nicht an Kritik

Die Pläne klingen zwar verheißungsvoll und ehrgeizig. Dennoch gibt es Kritik. Die publikumswirksamen Vorstellungen des Unternehmens seien ein großes Theater, kritisierte zum Beispiel das IT-Magazin "Technology Review 2020". Neuralink sei nicht das erste Unternehmen, das glaubt, dass Gehirnimplantate die menschlichen Fähigkeiten erweitern oder wiederherstellen könnten. In den Neunzigerjahren pflanzten Wissenschaftler Sonden in die Gehirne gelähmter Menschen ein, um zu zeigen, dass sie durch die Signale Roboterarme oder Computercursor bewegen können.

Und ein Professor für neuronale Schnittstellen am Science Media Centre in Großbritannien wird von der BBC zitiert: Die Technologie von Neuralink sei nicht besonders beeindruckend, auch wenn die Elektronik zur drahtlosen Datenübertragung auf dem neuesten Stand der Technik sei. Aber die Implantation durch einen Roboter sei beeindruckend.

In Anbetracht der Leistungen von Tesla und SpaceX mit bahnbrechenden Neuerungen bei E-Fahrzeugen und in der Raumfahrt scheint Neuralink zu Recht das unbekanntere Unternehmen zu sein. Das könnte sich ändern, wenn die Firma ihre ersten Erfolge beim Einsetzen ihres Chips im menschlichen Hirn präsentiert. Vielleicht ja schon in diesem Jahr.

Verwendete Quellen:

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Madeleinetchibo.deOTTOWeltbildbonprix.deLIDLBabistadouglas.deKlingel

shopping-portal

Hinweis:

Der Internet Explorer wird nicht länger von t-online unterstützt!

Um sicherer und schneller zu surfen, wechseln Sie jetzt auf einen aktuellen Browser.

Wir empfehlen unseren kostenlosen t-online-Browser: