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Deutschland abgeschlagen bei Glasfaser

Wichtig für schnelles Internet  

Deutschland abgeschlagen beim Glasfaserausbau

12.01.2022, 14:13 Uhr | t-online, jnm

Deutschland abgeschlagen bei Glasfaser. imago images 142689756 (Quelle: Andrew Brookes via www.imago-images.de)

Lichtleiter vor Binörzahlen (Symbolbild): Deutschland ist im europäischen Vergleich beim Glasfaserausbau abgeschlagen (Quelle: Andrew Brookes via www.imago-images.de)

Beim Glasfaserausbau liegt Deutschland nicht einmal mehr im europäischen Mittelfeld, bei den Preisen aber ganz oben. Staaten wie Schweden oder Frankreich sind hier um Jahre voraus.

Die Vernetzung via Glasfaser ist für das schnelle Netz der Zukunft eigentlich unabdingbar: Denn während die Bandbreiten über Kupferdraht und Coaxial-Kabel (also Kabel-Anschluss) bereits nahezu ausgereizt sind, bietet Glasfaser auch für die Zukunft noch reichlich Puffer nach oben.

Doch Deutschland ist in dieser Hinsicht im europäischen Vergleich abgehängt. Das zeigt eine Untersuchung des Verbraucherportals Verivox, die t-online exklusiv vorliegt. Im Vergleich von 15 europäischen Ländern schafft Deutschland es beim Glasfaserausbau gerade mal auf den 12. Platz – und verpasst damit selbst das Mittelfeld.

Während beim Spitzenreiter Schweden (30,3 % der gebuchten Internetanschlüsse) knapp jeder dritte gebuchte Internetanschluss ein Glasfaseranschluss ist, ist es in Deutschland (3 Prozent der gebuchten Internetanschlüsse) gerade einmal jeder 33. Auch Spanien (25,3 %), Portugal (23,7 %), Finnland (19,5 %) Luxemburg (18,4 %) und Frankreich (18,3 %) können bereits beachtliche Glasfaserquoten vorweisen.

Italien (3,5 %), Deutschland (3 Prozent), Großbritannien (1,9 %), Österreich (1,4 %) und Belgien (0,54 %) bilden dagegen die Schlussgruppe.

"Staaten wie Schweden und Frankreich haben schon vor vielen Jahren Milliarden in den Netzausbau investiert und stufen die Versorgung mit schnellem Internet ausdrücklich als Teil der Grundversorgung ein", sagt Jens-Uwe Theumer, Vice President Telecommunications bei Verivox. Das habe man hierzulande schlicht zu lange verschlafen:

Deutschland hat zu lange auf Kupfer gesetzt

"In Deutschland wurde sehr lange auf Vectoring und die aufgerüsteten Kabelnetze gesetzt", sagt Theumer. „Das über viele Jahre gut funktionierende Kupfernetz erwies sich rückwirkend als Bürde, weil es Investitionen in neue Technologien weniger dringlich erscheinen ließ. In Schweden hingegen kündigt der ehemalige Monopolist bereits an, Teile des Kupfernetzes abzuschalten.

Doch nicht nur der teure Glasfaserausbau ist in Deutschland ein Problem, sondern auch die Akzeptanz bei den Kunden. So werden in Deutschland laut Schätzungen des Anbieterverbands VATM lediglich ein Drittel aller verfügbaren Glasfaseranschlüsse auch tatsächlich aktiviert und gebucht – denn noch sind Internetzugänge via DSL oder Kabel konkurrenzfähig und oftmals günstiger.

Preislich liegt Deutschland laut Verivox eher am oberen Ende der Spanne: So koste ein Anschluss mit 1 GBit Bandbreite im Download im Schnitt zwischen 70 und 90 Euro im Monat, in Spanien zahle man dafür durchschnittlich nur etwa 50 Euro. In der Schweiz gibt es für 75 Euro sogar Tarife mit 10 Gbit, also der zehnfachen Geschwindigkeit.

Verwendete Quellen:
  • Verivox: Glasfaservergleich für Europa: Deutschland nicht mal im Mittelfeld

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