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Facebook, Google & Co.: So regeln Sie Ihren digitalen Nachlass

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Facebook, Google und Co.  

So regeln Sie Ihren digitalen Nachlass

20.06.2018, 21:55 Uhr | avr, t-online.de

Facebook, Google & Co.: So regeln Sie Ihren digitalen Nachlass . Ein Mann versetzt das Facebook-Profil einer Verstorbenen in den Gedenkzustand: Das soziale Netzwerk bietet die Möglichkeit, den digitalen Nachlass zu regeln. (Quelle: dpa/Sebastian Willnow)

Ein Mann versetzt das Facebook-Profil einer Verstorbenen in den Gedenkzustand: Das soziale Netzwerk bietet die Möglichkeit, den digitalen Nachlass zu regeln. (Quelle: Sebastian Willnow/dpa)

Im Computer-Zeitalter hinterlässt so gut wie jeder Mensch Daten in der digitalen Welt. Wer seinen sogenannten digitalen Nachlass regeln möchte, hat viele Möglichkeiten.

Tausende Fotos, Musikdateien, Videos, E-Mails, Textdokumente und wer weiß wie viele Profile in Foren: Das alles könnte der Durchschnittsbürger in Deutschland heutzutage nach seinem Tod hinterlassen. Denn in unserer digitalisierten Welt häufen sich eine Menge Daten im World Wide Web: unser digitaler Nachlass.

Doch was passiert mit diesen Daten, wenn wir sterben? Wer denkt, dass Profile auf Facebook und Co. automatisch gelöscht werden, irrt. Jeder muss sich selbst um sein digitales Erbe kümmern.

Nur wenige regeln ihren digitalen Nachlass

Acht von zehn Internetznutzern haben ihren digitalen Nachlass bisher vernachlässigt. Das ergab eine Umfrage des Digitalverbands Bitkom im Jahr 2017. Der Untersuchung zufolge haben neun Prozent der Befragten teilweise und weitere neun Prozent vollständig ihren digitalen Nachlass geregelt. Die Bitkom hat für ihre Untersuchung 1.013 Bürger befragt. Die Umfrage gilt als repräsentativ.

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Manche Online-Portale bieten Nutzern die Möglichkeit, ihren digitalen Nachlass zu regeln. Viele Angebote vermissen aber solche Funktionen. Hier gibt es andere Optionen.

Facebook-Konto

Nach dem Tod des Konto-Besitzers versetzt Facebook den Account in den "Gedenkzustand". Andere haben so keinen Zugriff auf das Konto. Facebook bietet in den "Einstellungen" die Möglichkeit, einen Nachlasskontakt zu bestimmen. Dieser muss selbst ein Facebook-Konto besitzen.

Der Nachlasskontakt kann beispielsweise das Profilbild aktualisieren oder einen Beitrag in der Chronik fixieren. Wenn Sie dem Nachlasskontakt Zugang zum Datenarchiv erlauben, kann er nach Ihrem Tod eine Kopie Ihrer geteilten Inhalte auf Facebook anfertigen lassen.

In keinem Fall erhält der Nachlasskontakt nach derzeitiger Regelung Zugang zu Chats. Auch kann er sich nicht beim Konto des Verstorbenen anmelden. Facebook hat einen Hilfe-Artikel mit allen wichtigen Informationen zum Thema veröffentlicht.

Um einen Nachlasskontakt einzurichten, befolgen Sie folgende Schritte:

1. Melden Sie sich bei Ihrem Facebook-Profil an.

2. Klicken Sie oben rechts auf das Pfeil-Symbol. Dann auf Einstellungen. Klicken Sie auf den Pfeil oben rechts und wählen Sie im Drop-Down-Menü "Einstellungen." (Quelle: Screenshot Facebook)Klicken Sie auf den Pfeil oben rechts und wählen Sie im Drop-Down-Menü "Einstellungen." (Quelle: Screenshot Facebook)

3. Klicken Sie auf "Konto verwalten". Es öffnet sich ein Menü, in dem Sie den Nachlasskontakt bestimmen sowie andere Konto-Optionen vornehmen können.

Klicken Sie auf Konto verwalten und wählen Sie einen Nachlasskontakt. Alternativ können Sie auch wählen, ob das Konto nach Ihrem Tod gelöscht werden soll.  (Quelle: Screenshot Facebook)Klicken Sie auf Konto verwalten und wählen Sie einen Nachlasskontakt. Alternativ können Sie auch wählen, ob das Konto nach Ihrem Tod gelöscht werden soll. (Quelle: Screenshot Facebook)

Google-Konten

Google bietet für alle seine Dienste die Funktion, bis zu zehn Nachlassverwalter einzurichten. Diese erhalten nach einer bestimmten Zeit der Nicht-Aktivität eine Benachrichtigung und – wenn eingestellt – die Option, Kontodaten von ausgewählten Google-Accounts herunterzuladen.

Alternativ können Nutzer auch auch einstellen, dass der Account gelöscht wird. Bei Google Mail lässt sich zudem einrichten, dass Kontakte eine Benachrichtigung erhalten, wenn der Account längere Zeit inaktiv ist. Die Einstellungen für diese Optionen finden Sie so:

1. Melden Sie sich bei Ihrem Google-Konto an.Klicken Sie auf "Google Apps" um ein Drop-Down-Menü zu öffnen. (Quelle: Screenshot Google)Klicken Sie auf "Google Apps" um ein Drop-Down-Menü zu öffnen. (Quelle: Screenshot Google)

2. Klicken Sie auf die Schaltfläche "Google Apps" oben rechts.

3. Im Drop-Down-Menü wählen Sie "Mein Konto".

4. Wählen Sie hier "Persönliche Daten & Privatsphäre".

5. Scrollen Sie bis ganz nach unten und klicken Sie beim Fenster "Kontoinaktivität-Manager" auf "Diese Einstellungen ändern".  (Quelle: Screenshot Google) (Quelle: Screenshot Google)

6. Befolgen Sie die Anweisungen auf dem Bildschirm, bis Sie alle nötigen Optionen eingestellt haben.

Twitter-Account

Angehörige von verstorbenen Twitter-Nutzern haben die Möglichkeit, den Account löschen zu lassen. Dazu müssen sie einen Löschantrag einreichen und entsprechende Dokumente bereitstellen, wie beispielsweise Personalausweis und Sterbeurkunde. Log-in-Informationen erhalten die Angehörigen laut Twitter aber nicht.

Wie Sie allgemein den digitalen Nachlass regeln

Bei vielen Online-Angeboten gibt es derzeit keine Option, zu Lebzeiten einen digitalen Nachlass festzulegen. Erben haben aber beispielsweise bei Diensten wie WhatsApp generell die Möglichkeit, die Angebote zu kontaktieren und eine Löschung des Accounts zu beantragen.

Um Angehörigen die Löscharbeit zu erleichtern und zu Lebzeiten festzulegen, was mit welchem Konto passieren soll, empfiehlt die Bundesregierung in einem Artikel auf ihrer Webseite unter anderem, eine Vollmacht zu erstellen. Diese müssen Sie handschriftlich verfassen.

So sieht eine gültige Vollmacht aus

In die Vollmacht schreiben Sie detailliert, welche Verträge gekündigt oder welche Daten gelöscht werden sollen. Rechtsanwältin Stephanie Herzog vom Deutschen Anwaltverein empfiehlt zudem, dass jeder Listen über seine Kontoaktivität mit Passwörtern anfertigt und sicher hinterlegt. "In Testamente oder Vorsorgevollmachten gehören diese aber in keinem Fall", sagt Herzog. Der Grund: Ein Testament wird eröffnet, kopiert und allen Erben zugeschickt. So hätte jeder Einblick auf die Liste und Passwörter.

Sie können in einer Vollmacht auch festlegen, was mit Ihrem Smartphone oder Computer und darauf gespeicherten Daten geschehen soll. Wer den digitalen Nachlass rechtsgültig regeln will, sollte zudem ein Testament erstellen. Hier hilft Ihnen vor allem ein Fachanwalt oder Notar. Digitales Erbe: Wer hat Zugrif zu Daten von Verstorbenen? (Quelle: Statista)Digitales Erbe: Wer hat Zugrif zu Daten von Verstorbenen? (Quelle: Statista)

Eine Firma beauftragen

Mittlerweile gibt es Firmen, die sich im Auftrag von Erben um den digitalen Nachlass Verstorbener kümmen. Die Verbraucherzentrale rät von so einer Option ab: Neben den Kosten erhalten die Firmen auch Zugriff auf persönliche Daten Verstorbener. 

BGH-Urteil um Facebook-Profil einer 15-Jährigen

Derzeit muss sich der Bundesgerichtshof (BHG) in Karlsruhe mit dem Fall des digitalen Nachlasses einer verstorbenen 15-Jährigen befassen. Genauer gesagt um ihr Facebook-Konto. Das Mädchen starb im Jahr 2012 unter ungeklärten Umständen.

Die Mutter des Kindes verlangt von Facebook vollständigen Zugriff auf den Account des Mädchens. Sie will unter anderem erfahren, ob die 15-Jährige Suizidabsichten hatte. Facebook verweigert aber den Zugriff auf beispielsweise Chatnachrichten mit Hinweis auf das Fernmeldegeheimnis: Das soll auch die Rechte von Facebook-Kontakten des toten Mädchens schützen. Denn die tauschten private Nachrichten mit ihr aus in der Annahme, dass diese geheim bleiben.

In erster Instanz entschied das Landgericht Berlin bereits, dass Facebook der Mutter vollständigen Zugriff aufs Konto geben muss. In einem Berufungsverfahren wies das Berliner Kammergericht die Klage der Mutter aber ab.

Neuregelung des Gesetzes

Das Verfahren zeigt ein Problem beim digitalen Nachlass in Deutschland: Zum einen gilt das Erbrecht, in vielen Fällen aber auch das Fernmeldegeheimnis. Beispielsweise bei Chats auf Facebook oder E-Mail-Verkehr.

Interessensvertretungen wie der Deutsche Anwaltverein haben in einer Stellungnahme vom Januar 2018 Klarheit zur Rechtslage in Deutschland gefordert. Zum kommenden Urteil sagt Rechtsanwältin Herzog: "Wir erhoffen uns, dass der BGH viele der derzeit diskutierten Themen, die das Kammergericht Berlin zu einem großen Teil offen gelassen hat, entscheidet und so zu mehr Rechtssicherheit in diesem wichtigen Bereich beiträgt."

Laut Herzog müsse je nach Entscheidung des BGH überlegt werden, ob vom Gesetzgeber klarstellende Regelungen nötig sind. Der Deutsche Anwaltverein selbst hat im Jahr 2013 ein 98-seitiges Dokument veröffentlicht, in der er Ergänzungen für das Telekommunikationsgesetz mit Hinblick auf "Probleme des Digitalen Nachlasses" vorschlägt. Die Entscheidung des BGH könnte also wegweisend sein.

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