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  • Mark Zuckerbergs Kontrollverlust: 2018 war das Jahr der Facebook-Skandale


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Zuckerbergs Reparaturversuche sind gescheitert

Von t-online, str

19.12.2018Lesedauer: 4 Min.
Eine Demonstrantin trägt das T-Shirt mit der Aufschrift "fix fakebook": Der Konzern wurde 2018 von zahlreichen Skandalen erschüttert.
Eine Demonstrantin trägt das T-Shirt mit der Aufschrift "fix fakebook": Der Konzern wurde 2018 von zahlreichen Skandalen erschüttert. (Quelle: Toby Melville/Reuters-bilder)
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Datenlecks,

Vom Datenmissbrauch über irreführende Werbung und versuchter Wahlbeeinflussung bis hin zu kriminellen Inhalten und fragwürdigen Löschmethoden: Facebook hat so viele Probleme – man weiß gar nicht, wo man anfangen soll. Politiker denken bereits laut über die Zerschlagung des Megakonzerns nach. Vor allem in Europa steigt die Zahl der Nutzer, die Facebook satt haben und sich für immer ausklinken.


So löschen Sie Ihr Facebook-Konto

Die Datenskandale bei Facebook lassen viele Nutzer über einen Ausstieg beim sozialen Netzwerk nachdenken. Um Ihr Konto zu löschen, müssen Sie sich als Erstes in Ihren Account einloggen.
Sobald Sie eingeloggt sind, klicken Sie auf den Pfeil rechts oben, der nach unten zeigt. Das öffnet eine Dropdown-Liste.
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Einige der schärfsten Facebook-Kritiker kommen aber auch aus den eigenen Reihen: Immer mehr Mitarbeiter und sogar Top-Angestellte wenden sich von dem Unternehmen ab. Viele machen Mark Zuckerberg oder seine Stellvertreterin Sheryl Sandberg persönlich verantwortlich für das Chaos in dem US-Konzern. Sogar Investoren fordern einen Neuanfang und den Rücktritt des 34-jährigen Facebook-Gründers als Verwaltungsratschef.

Geht das jetzt immer so weiter?

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Kritik an dem Konzern, der Massen an sensiblen Daten über seine Nutzer sammelt und auswertet, gibt es schon lange. Doch spätestens seit März 2018 steckt Facebook in der Dauerkrise. Die Skandale drehen sich meist um Probleme beim Datenschutz. Doch auch der Umgang des sozialen Netzwerks mit Hasspostings, seine Intransparenz und Anfälligkeit für Manipulationsversuche lassen den US-Mega-Konzern nicht gut dastehen.

Noch zu Beginn des Jahres hatte Zuckerberg versprochen, Facebook "reparieren" zu wollen. "Fix Facebook" – das sollte das Motto für 2018 sein. Er ist damit gescheitert. Stattdessen wurde alles nur noch schlimmer.

Wir geben einen Überblick über die größten und wichtigsten Facebook-Skandale des Jahres:

11. Januar: Facebook ändert seinen Algorithmus

Mit einem grundlegend überarbeiteten Algorithmus hoffte Facebook im Januar noch auf einen Neustart. Nachrichteninhalte werden seither zurückgestuft. Nutzer sollten stattdessen wieder häufiger Beiträge von Freunden und Familie zu sehen bekommen, damit auf der Plattform endlich wieder Ruhe einkehrt und weniger gestritten wird.

Gebracht hat es wenig. Im Gegenteil: Wie eine Auswertung des Medienmagazins "Meedia" zeigt, haben Hetzseiten von der Änderung sogar profitiert. Und die jährliche "Buzzfeed"-Analyse belegt: "Fake News" funktionieren jetzt sogar noch besser. Nur die etablierten Medien haben ein Teil ihres Publikums auf Facebook verloren.

16. März: Der "Cambridge Analytica"-Skandal wird publik

Die Datenanalysefirma "Cambridge Analytica" soll mit illegal erworbenen Facebook-Daten Wahlkampf für Donald Trump gemacht haben. So berichtete es der Whistleblower Christopher Wylie der "New York Times" und anderen Medien, später auch dem britischen Parlament. Facebook habe von dem Missbrauch gewusst, aber nichts dagegen unternommen. Das Unternehmen wurde in England deshalb zu einer Rekordstrafe verurteilt, will aber Einspruch dagegen einlegen.

Der Skandal lenkte den Blick auf die sogenannten Drittanbieter-Apps, vor denen Experten schon seit Jahren gewarnt hatten. Über diverse Schnittstellen (APIs) gewährte Facebook Entwicklern, Forschern und Unternehmen über Jahre hinweg großzügigen Zugriff auf Nutzerdaten, ohne die Einhaltung von Datenschutzvorgaben zu kontrollieren. Nach heftiger Kritik wurden diese Berechtigungen weitgehend zurückgezogen und bekannte "Datenlecks" geschlossen.

Etwa 50 Millionen Facebook-Nutzer sollen von dem Cambridge Analytica-Skandal betroffen gewesen sein, darunter auch Mark Zuckerberg selbst. Die Firma Cambridge Analytica wurde in Folge des Skandals geschlossen.

19. Juli 2018: Zuckerberg zeigt Verständnis für Holocaust-Leugner

In einem Aufsehen erregenden Interview ergreift der Facebook-Chef, der selbst Jude ist, Partei für Hassredner und sogar Holocaust-Leugner. Ihre Aussagen seien von der Meinungsfreiheit geschützt. Zudem gehe er davon aus, dass die Verfasser solcher Beiträge keine bösen Absichten hätten. "Ich glaube nicht, dass sie absichtlich falsch liegen", sagte Zuckerberg wörtlich.

Hintergrund dieser fragwürdigen Aussagen: Der Facebook-Chef sollte erklären, warum das Netzwerk nicht entschlossener gegen Verschwörungstheorien und politisch motivierte "Fake News" vorgeht. Kritiker werfen Facebook vor, sich aus der Verantwortung zu ziehen.

28. September: Angreifer erbeuten 30 Millionen Facebook-Logins

Facebook bildet sich viel darauf ein, die besten Entwickler der Welt zu beschäftigen. Dennoch konnten Angreifer durch eine ganze Reihe von Schwachstellen auf der Facebook-Webseite die Login-Schlüssel zu etwa 30 Millionen Konten abgreifen. Damit hatten sie die volle Kontrolle nicht nur über das Facebook-Profil, sondern auch sämtliche Dienste, bei denen sich die betroffenen Nutzer mit ihrem Facebook-Konto angemeldet hatten. Laut europäischer Datenschutzbehörden sollen etwa zehn Prozent der Betroffenen innerhalb der EU leben.

14. November 2018: Facebook soll eine PR-Firma mit Schmutzkampagnen beauftragt haben

Die "New York Times" berichtet, dass eine PR-Firma im Auftrag von Facebook versucht haben soll, politische Gegner und Konkurrenten wie Apple und Google in den Schmutz zu ziehen. Facebooks schärfste Kritiker sollten offenbar gezielt mit Negativschlagzeilen überzogen werden, um ihre Glaubwürdigkeit in Frage zu stellen.

Zuckerberg und Sandberg wollen von einer solchen Lobbykampagne nichts gewusst haben und schieben die Schuld einem Mitarbeiter in die Schuhe, der eigenmächtig gehandelt haben soll. Die Zusammenarbeit mit der aggressiven PR-Firma "Definers Public Affairs" wurde zwar umgehend gekündigt. Dennoch bleiben viele Fragen zurück. Denn entweder haben solche fragwürdigen Methoden in dem Konzern System oder werden zumindest von der Führungsspitze hingenommen – oder Zuckerberg hat sein Unternehmen nicht mehr im Griff. Auch das wirft kein gutes Licht auf seine Person.

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13. Dezember: Android-Apps spionieren für Facebook

Tausende Android-Apps nehmen heimlich Kontakt zu Facebook auf, sobald sie gestartet werden. Darunter auch Apps, die Religion, sexuelle Orientierung oder Gesundheit speichern.

Sicherheitsforscher aus Frankreich und Kalifornien entdecken, dass eine große Zahl an Android-Apps heimlich extrem sensible Daten an das soziale Netzwerk übermittelt. Die Daten sind nicht anonym und lassen sich Nutzern zuordnen. Das gilt sogar für jene, die gar kein Facebook-Konto haben.

Von den App-Spionen erfährt der Facebook-Konzern unter anderem, welche Programme verwendet werden und wann und wie oft sie geöffnet werden. Der Nutzer selbst ahnt von dem intensiven Datenaustausch im Hintergrund nichts.

14. Dezember: Datenpanne gibt Entwicklern Zugriff auf private Fotos

Hunderte App-Entwickler konnten im September die Fotos von fast sieben Millionen Nutzern auslesen – auch die nicht öffentlichen. Das Datenleck bestand für mehrere Tage.

Die europäische Datenschutzgrundverordung (DSGVO) verpflichtet Facebook übrigens dazu, solche Datenlecks umgehend zu melden. Es ist damit zu rechnen, dass solche Nachrichten schon bald zur Facebook-Routine gehören. Nur bei Verschleierung oder grober Fahrlässigkeit drohen dem Netzwerk Konsequenzen.

Schluss mit Facebook? Wir erklären, wie Sie Ihr Konto löschen.

19. Dezember: "New York Times" deckt geheime Daten-Deals auf

Recherchen der New York Times zeigen, dass Facebook offenbar über Jahre hinweg exklusive Daten-Deals mit mehr als 150 Partner-Firmen unterhielt. Auf Knopfdruck wurden diesen Unternehmen Zugang zu sensiblen Daten gewährt – in einem deutlich größeren Ausmaß, als Facebook bisher öffentlich zugegeben hat. Die Streamingdienste Spotify und Netflix sollen sogar Zugang zu den Privatchats gehabt haben.

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