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4G: Ein Anbieter hinkt beim Ausbau deutlich hinterher

Bericht der Bundesnetzagentur  

Ein Anbieter hinkt bei LTE deutlich hinterher

10.01.2020, 17:32 Uhr | dpa-AFX, str

4G: Ein Anbieter hinkt beim Ausbau deutlich hinterher. Hochfrequenzkabel am Koppelnetzwerk von Telefonica: Der Anbieter hinkt beid er bei 4G-Versorgung deutlich hinterher.  (Quelle: dpa/Christoph Soeder)

Hochfrequenzkabel am Koppelnetzwerk von Telefonica: Der Anbieter hinkt beid er bei 4G-Versorgung deutlich hinterher. (Quelle: Christoph Soeder/dpa)

Nicht überall in Deutschland ist der Mobilfunkstandard 4G verfügbar. Ein Bericht der Bundesnetzagentur zeigt nun: Vor allem ein Provider hinkt mit dem Ausbau hinterher.

Beim Ausbau des Mobilfunknetzes 4G (LTE) kommen die Betreiber unterschiedlich gut voran – und erfüllen dabei nicht alle vom Bund festgelegten Vorgaben. Vor allem bei Telefónica gibt es nach eigenen Angaben noch große Lücken, wie aus Zahlen der Bundesnetzagentur hervorgeht, die diese am Freitag veröffentlicht hat.

Die drei großen Netzbetreiber Deutsche Telekom Vodafone und Telefónica mussten der für die Aufsicht zuständigen Behörde zu Jahresbeginn melden, wie viel Prozent der deutschen Haushalte sie mit dem schnellen LTE-Standard versorgen können. Bundesweit melden die Telekom und Vodafone jeweils mehr als 98 Prozent, Telefónica (O2) hingegen nur etwa 84 Prozent.

Verpflichtende Quote bei 97 Prozent

Letzteres liegt weit unter den Vorgaben für das LTE-Netz, die die Netzbetreiber zum Jahreswechsel zu erfüllen hatten: Der Bund hatte die Unternehmen verpflichtet, bis dahin 98 Prozent der deutschen Haushalte mit einer Download-Geschwindigkeit von mindestens 50 MBit pro Sekunde zu versorgen. Pro Bundesland liegt die verpflichtende Quote bei 97 Prozent, damit gut abgedeckte Stadtstaaten nicht gegen Bundesländer mit großen Funklöchern aufgerechnet werden können.

An dieser Vorgabe haperte es besonders: Nicht einmal Telekom und Vodafone schafften es vollständig, diese zu erfüllen – Vodafone lag wie auch die Telekom in Rheinland-Pfalz leicht darunter, der Bonner Konzern zudem in Baden-Württemberg und dem Saarland. Die Unternehmen begründen dies mit Hindernissen wie fehlenden Baugenehmigungen oder Beschränkungen durch Umwelt- oder Denkmalschutz.

"Wir setzen alles daran, dass die Unternehmen von uns ermittelte Defizite bei der Erfüllung unserer Auflagen zügig beheben", sagte der Präsident der Bundesnetzagentur, Jochen Homann. Man werde in den nächsten Wochen mit eigenen Messwagen durch alle Bundesländer fahren, um die Angaben der Betreiber zu überprüfen. Sanktionen – wie etwa Bußgelder – seien nicht ausgeschlossen.

So reagiert Telefónica auf die Kritik

Telefónica fühlt sich zu Unrecht an den Pranger gestellt. "Wir bauen derzeit das Netz so schnell aus wie kein anderer Anbieter in Deutschland", teilte das Unternehmen am Freitagnachmittag mit. Im Schnitt werde alle 50 Minuten ein neuer LTE-Sender in Betrieb genommen. 

Auch dass die Versorgungsziele von 2015 verpasst wurden, bestreitet das Unternehmen. So bestehe unter anderem Uneinigkeit über die Frage, wie gut der LTE-Empfang in einem Gebiet sein muss, um als "versorgt" zu gelten. "Nach unserer Auffassung stellt sich die aktuelle Netzabdeckung auch wesentlich besser dar, als es die Bundesnetzagentur jetzt veröffentlicht hat", heißt es in einer Mitteilung. Die Differenzen sollen nun in Gesprächen geklärt werden. 

Telefónica bedaure, in der Bewertung der Bundesnetzagentur so schlecht abgeschnitten zu haben. "Wir werden aber mit unserem hohen Tempo weiterarbeiten und die ehrgeizigen Ziele so schnell wie möglich vollumfänglich in 2020 erfüllen." Dafür sei eine zusätzliche Investition von 100 Millionen Euro geplant. 

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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