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Dank DSGVO: Spanische Fußballliga belauschte Millionen Fans per App

Dank DSGVO aufgedeckt  

Spanische Fußballliga belauschte Millionen Fans per App

25.06.2018, 14:27 Uhr | str, t-online.de

Dank DSGVO: Spanische Fußballliga belauschte Millionen Fans per App. Fankurve des FC Barcelona bei einem Spiel der spanischen Liga: Der Verband soll seine Fans per App belauscht haben. (Quelle: AP/dpa/Manu Fernandez)

Fankurve des FC Barcelona bei einem Spiel der spanischen Liga: Der Verband soll seine Fans per App belauscht haben. (Quelle: Manu Fernandez/AP/dpa)

Über eine App, die das Mikrofon der Smartphones anzapft, wollte die spanische Fußballliga illegale Zuschauer aufspüren. Der Lauschangriff auf die Fans flog auf, als der Verband die Datenschutzerklärung aktualisierte. 

Die neue europäische Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) zwingt Unternehmen, in ihren AGBs Klartext zu reden. Kryptische Klauseln und Juristen-Kauderwelsch in den Nutzungsvereinbarungen sollten der Vergangenheit angehören. Die Nutzer hätten ein Recht darauf, zu erfahren, worauf sie sich einlassen, fand der Gesetzgeber. Diese Grundidee hinter der DSGVO trägt nun erste Früchte, zum Beispiel in Spanien. 

Denn im Kampf gegen nicht lizensierte Fußballkneipen schreckte die spanische Fußballliga "La Liga" offenbar nicht vor fragwürdigen Überwachungsmethoden zurück: Wie aufmerksame Leser der aktualisierten Datenschutzvereinbarung der offiziellen Liga-App bemerkten, verlangte der Anbieter unter anderem Zugriff auf das Smartphone-Mikrofon der Nutzer.

Als Begründung für die Datenabfrage wird in der aktualisierten Datenschutzvereinbarung unter anderem der Kampf gegen Pay-TV-Betrug genannt. Denn immer wieder prellen Sportkneipen und Übertragungsorte die Gebühr für die Lizenz, die zur öffentlichen Vorführung der Fußballturniere berechtigt. Nach Angaben der spanischen Liga entsteht dadurch ein jährlicher Schaden von 150 Millionen Euro. 

Themenschwerpunkt zur Datenschutzgrundverordnung (DSGVO): 
Die DSGVO soll Verbraucherrechte stärken. In Deutschland hatte das Gesetz keinen guten Start. Auf t-online.de finden Sie viele praktische Ratgeber rund um die europäische Datenschutzverordnung. Wir haben zum Beispiel eine Checkliste für Vereine vorbereitet. Unter diesem Link finden Sie außerdem Tipps für Verbraucher: So nehmen Sie Ihre neuen Rechte wahr. WhatsApp-Nutzer aufgepasst: Auf dem Diensthandy verstößt WhatsApp gegen den Datenschutz – allerdings nicht erst seit Mai. Dafür wurde das Mindestalter für WhatsApp im Zuge der DSGVO auf 16 angehoben. Viele Anbieter verschicken jetzt ihre neuen Datenschutzrichtlinien. Aber es ist Vorsicht geboten, denn oft steckt Phishing dahinter. Wie Sie sich vor DSGVO-Betrug schützen, lesen Sie hier. Die wichtigsten Fakten zum neuen Gesetz erfahren Sie hier. Was ist dran an den Gerüchten, dass Fotografieren bald verboten sein soll? Alles zu den größten DSGVO-Mythen finden Sie hier. Und: Nur ein Viertel aller Unternehmen ist gut vorbereitet. Die SPD-Politikerin Saskia Esken übt Selbstkritik

Um den "Zechprellern" auf die Spur zu kommen, zapfte die Liga-App die Smartphone-Mikros der rund zehn Millionen Nutzer an. Anhand des Audio-Signals kann ermittelt werden, ob im Hintergrund gerade das Spiel läuft. Gleichzeitig wird der Standort des Nutzers mit den Informationen über bereits lizensierte Übertragungsorte verglichen. Nicht lizensierte Lokale werden automatisch an den App-Betreiber gemeldet. 

Spitzel für wirtschaftliche Interessen

Die App-Nutzer wurden also gegen ihr Wissen als Spitzel für die wirtschaftlichen Interessen der Liga eingespannt. Bisher war in der Datenschutzvereinbarung nämlich nur vage von "Publikumsanalysen" die Rede gewesen. Erst im Zuge der DSGVO wurde der wahre Zweck konkretisiert. Rechtsexperten hatten die Klausel entdeckt und auf Twitter öffentlich gemacht. Die spanische Tageszeitung "El País" griff die Nachricht auf. 

Die Liga hat das Vorgehen bereits zugegeben – und beschwichtigt. Das Mikro werde nur zur Sendezeit der Ligaspiele aktiviert. Es würden keine Gespräche oder zusammenhängende Audio-Dateien aufgezeichnet, sondern lediglich Fragmente. Diese werden zudem verschlüsselt und nach Mustern durchsucht, die mit dem Audio-Signal der tatsächlichen Spieleübertragung übereinstimmen. Die Privatsphäre der Nutzer sei gewährleistet. Nutzer können die Funktion zudem deaktivieren. Wie lange "La Liga" bereits auf diese Art nach Pay-TV-Betrügern fahndet, ist unklar. 

Verwendete Quellen:

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