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Telekom-Experte kritisiert geringe Strafen für Hacker

"Digitaler Einbruch"  

Telekom-Experte kritisiert geringe Strafen für Hacker

13.01.2019, 12:18 Uhr | dpa, str

Telekom-Experte kritisiert geringe Strafen für Hacker. Hände tippen auf einer beleuchteten Tastatur: Ein 20-Jähriger Schüler aus Hessen muss sich wegen der unerlaubten Veröffentlichung sensibler Daten von Politikern und Prominenten im Netz verantworten. (Quelle: dpa/Silas Stein)

Hände tippen auf einer beleuchteten Tastatur: Ein 20-Jähriger Schüler aus Hessen muss sich wegen der unerlaubten Veröffentlichung sensibler Daten von Politikern und Prominenten im Netz verantworten. (Quelle: Silas Stein/dpa)

Nach der massenhaften Veröffentlichung von privaten Daten von fast 1.000  Prominenten fordern Politiker und Experten härtere Strafen für Hacker. Das Eindringen in Computer und Online-Konten sei kein Kavaliersdelikt. 

Anlässlich der massiven Verletzung der Privatsphäre von rund 1.000 Politikern und Prominenten durch einen 20-jährigen Schüler aus Hessen, fordert die Telekom härtere Strafen für Hacker. "Viele Gerichte behandeln den digitalen Einbruch immer noch wie ein Kavaliersdelikt", kritisierte Thomas Tschersich, seit 2014 Leiter Cybersicherheit bei der Deutschen Telekom, in der "Bild am Sonntag". 

Viele Menschen hätten heute auf ihren Computern Informationen, die wertvoller seinen, als die Gegenstände in ihrer Wohnung. "Also sollte der digitale Einbruch genauso hart bestraft werden, wie der tatsächliche Wohnungseinbruch", forderte der Telekom-Manager. Leider fehle bei vielen Richtern das nötige IT-Wissen, hier seien dringend Nachschulungen und ein gemeinsamer Wissensaustausch nötig.

Nach Informationen der Zeitung registriert die Telekom rund zwölf Millionen Cyber-Attacken täglich. Die allermeisten würden automatisch abgewehrt. In rund 100 Fällen täglich müsse die Telekom die Angriffe händisch bekämpfen.

Netzexperten widersprechen 

Der 20-jährige Täter in dem vor gut einer Woche bekannt gewordenen "Promi-Hack" soll massenhaft private Daten aus Abneigung gegenüber seinen Opfern im Netz veröffentlicht haben. Im Netz-Jargon spricht man von "Doxing". Die Täter wollen ihre Opfer im Netz bloß stellen. Im schlimmsten Fall sind die Betroffenen nach der Veröffentlichung der vormals privaten Informationen, wie etwa der Heimadresse, verschiedenen Folgeattacken durch weitere Täter ausgesetzt.

Nach Ansicht von Experten handelt es sich bei dem ermittelten mutmaßlichen Täter nicht um einen Hacker im engeren Sinne, also einen Computerspezialist, der aufgrund seiner umfassenden Programmierkenntnisse in Online-Konten oder Computernetzwerke eindringen kann. Die Informationen über seine Opfer hatte er sich vielmehr in viel Fleißarbeit aus verschiedenen Quellen zusammengesucht, so die Vermutung. Zur Verbreitung der Informationen hatte er die Social Media-Kanäle prominenter YouTuber gekapert. Gegen den jungen Mann wird nun wegen des Verdachts der Ausspähung von Daten und Datenhehlerei ermittelt.

Der Fall beschäftigt aber auch die Sicherheitsbehörden und das Parlament. Vor allem das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) steht in der Kritik, da es zwar früh über die Doxing-Attacken informiert gewesen sein soll, doch erst nach den ersten Medienberichten eine Krisensitzung anberaumte. 

Mehrere Politiker befürworten eine Verschärfung des Strafrechts

Mehrere Bundestagsabgeordnete plädieren für schärfere Gesetze. Andrea Lindholz (CSU), die Vorsitzende des Innenausschusses, sagte der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung", Abgeordnete sollten aufgrund unserer exponierten Stellung Teil der kritischen Infrastruktur Deutschlands werden und besonders geschützt werden. "Dann wäre ich aber auch bereit, bei Hackerangriffen auf Mandatsträger eine schärfere Strafandrohung zu befürworten."


Der Grünen-Abgeordnete Konstantin von Notz sagte der Zeitung, Hackerangriffe auf Abgeordnete, Journalisten und Personen des öffentlichen Lebens seien ein Angriff auf die Demokratie. "Es lohnt sich deshalb, darüber nachzudenken, ob es sinnvoll wäre, auf solche Angriffe mit besonderer Strenge zu reagieren."

Der CDU-Innenpolitiker Philipp Amthor sagte: angesichts des Ausmaßes der Betroffenheit von Amtsträgern stelle sich durchaus die Frage, "ob eine Verschärfung des Strafrechts für Grenzfälle angebracht ist".

Barley: Musterklage gegen Internetkonzerne denkbar

Bundesjustizministerin Katarina Barley (SPD) hingegen sieht eine Mitverantwortung der Internetunternehmen, denen die privaten Daten durch die Nutzer anvertraut wurden. Die SPD-Politikern hat daher eine Musterklage gegen Twitter und Facebook ins Gespräch gebracht.

"Sollten im Zusammenhang mit dem Datenleak Haftungsansprüche gegen Unternehmen bestehen, könnten betroffene Verbraucher sie gemeinsam im Rahmen einer Musterfeststellungsklage geltend machen", sagte die SPD-Politikerin der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Durch eine solche Klage könnte überprüft werden, ob ein Internetkonzern alles in seiner Macht Stehende getan hat, um Schäden abzuwenden.

Mit der Musterfeststellungsklage haben Verbände seit November die Möglichkeit, stellvertretend für Verbraucher gegen Unternehmen vor Gericht zu ziehen. Bei der ersten dieser Klagen geht es um Schadenersatz im Diesel-Skandal gegen Volkswagen.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa
  • Eigene Recherche

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