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Ja, die Redaktion hat f├╝r diesen Ratgeberartikel alle relevanten Fakten recherchiert. Eine Beeinflussung durch Dritte findet nicht statt.

Wie lange bekomme ich Arbeitslosengeld?

  • Christine Holthoff
Von Christine Holthoff

Aktualisiert am 25.01.2022Lesedauer: 4 Min.
Eine Flagge der Bundesagentur f├╝r Arbeit (Symbolbild): Um Anspruch auf Arbeitslosengeld zu haben, m├╝ssen Sie mehrere Voraussetzungen erf├╝llen.
Eine Flagge der Bundesagentur f├╝r Arbeit (Symbolbild): Um Anspruch auf Arbeitslosengeld zu haben, m├╝ssen Sie mehrere Voraussetzungen erf├╝llen. (Quelle: Future Image/imago-images-bilder)
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Arbeitslosengeld soll Besch├Ąftigte, die ihren Job verlieren, finanziell absichern. Um es zu bekommen, m├╝ssen Sie bestimmte Bedingungen erf├╝llen ÔÇô das gilt auch f├╝r die Dauer der Zahlungen.

Das Wichtigste im ├ťberblick


Wer pl├Âtzlich ohne Job dasteht, wird in Deutschland nicht eingelassen: Arbeitslose haben Anspruch auf Arbeitslosengeld. Allerdings gibt es die Zahlung nur unter bestimmten Voraussetzungen.

Welche das sind, wie lange Sie Arbeitslosengeld erhalten und wovon die H├Âhe der staatlichen Leistung abh├Ąngt, erkl├Ąren wir Ihnen in diesem Ratgeber.

Wie lange wird Arbeitslosengeld gezahlt?

Wie lange Sie Arbeitslosengeld I (ALG I) erhalten, h├Ąngt von zwei Faktoren ab:

  • Wie lange Sie innerhalb der vergangenen f├╝nf Jahre vor der Arbeitslosmeldung versicherungspflichtig waren
  • und wie alt Sie sind (┬ž 147 SGB III).

Wer j├╝nger als 50 Jahre ist, kann maximal zw├Âlf Monate lang Arbeitslosengeld bekommen. Danach steigt die Bezugsdauer schrittweise auf bis zu 24 Monate an:

Versicherungspflicht vor Arbeitslosmeldung Vollendetes Lebensjahr H├Âchstanspruchsdauer
12 Monate
6 Monate
16 Monate
8 Monate
20 Monate
10 Monate
24 Monate
12 Monate
30 Monate 50. 15 Monate
36 Monate 55. 18 Monate
48 Monate 58. 24 Monate

Wann kann die Agentur die Anspruchsdauer verk├╝rzen?

Die Anspruchsdauer f├╝r Arbeitslosengeld I sinkt, wenn Sie die klassische Anwartschaft nicht erf├╝llen ÔÇô wenn Sie also innerhalb von 30 Monaten nicht mindestens zw├Âlf Monate versicherungspflichtig besch├Ąftigt waren. Dann kann f├╝r Sie eine k├╝rzere Anwartschaftszeit gelten, wenn Sie h├Ąufig befristet besch├Ąftigt waren.

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Es reicht dann, wenn Sie innerhalb der 30 Monate mindestens sechs Monate versicherungspflichtig angestellt waren. Allerdings m├╝ssen die meisten dieser Besch├Ąftigungen auf bis zu 14 Wochen befristet gewesen sein.

Versicherungspflicht vor Arbeitslosmeldung H├Âchstanspruchsdauer
6 Monate 3 Monate
8 Monate 4 Monate
10 Monate 5 Monate

Haben Sie von sich aus gek├╝ndigt und k├Ânnen keinen zwingenden Grund f├╝r die K├╝ndigung nachweisen, gilt eine Sperrfrist. Sie erhalten Arbeitslosengeld dann erst nach Ablauf von zw├Âlf Wochen (┬ž 148 SGB III). Gleiches gilt, wenn Sie mit Ihrem Arbeitgeber einen Aufhebungsvertrag vereinbart haben. Er ist der Eigenk├╝ndigung gleichgestellt.

Weitere Gr├╝nde f├╝r Sperrzeiten k├Ânnen sein:

  • Sperrzeit wegen Arbeitsablehnung
  • Sperrzeit wegen unzureichender Eigenbem├╝hungen
  • Sperrzeit wegen Ablehnung oder Abbruch einer beruflichen Eingliederungsma├čnahme
  • Sperrzeit wegen eines Meldevers├Ąumnisses
  • Sperrzeit wegen einer versp├Ąteten Meldung

Kann sich die Anspruchsdauer verl├Ąngern?

Die Anspruchsdauer f├╝r ALG I kann sich f├╝r unter 50-J├Ąhrige auf bis zu zw├Âlf Monate verl├Ąngern, wenn Sie innerhalb der vergangenen f├╝nf Jahre l├Ąnger als zw├Âlf Monate versicherungspflichtig gearbeitet haben. Wer mindestens 50 Jahre alt ist, kann noch l├Ąnger Arbeitslosengeld beziehen.

Die Anspruchsdauer verl├Ąngert sich

  • auf 15 Monate, wenn 50- bis 54-J├Ąhrige mindestens 30 Monate versicherungspflichtig besch├Ąftigt waren,
  • auf 18 Monate, wenn 55- bis 57-J├Ąhrige mindestens 36 Monate versicherungspflichtig gearbeitet haben,
  • und auf 24 Monate, wenn Menschen, die 58 Jahre oder ├Ąlter sind, mindestens 48 Monate versicherungspflichtig angestellt waren (siehe auch die Tabelle oben).

Wer hat Anspruch auf Arbeitslosengeld?

Arbeitslosengeld bekommen Sie, wenn Sie:

  • arbeitslos sind,
  • sich bei der Agentur f├╝r Arbeit arbeitslos gemeldet haben
  • und die sogenannte Anwartschaftszeit erf├╝llen.

Die Anwartschaft sichern Sie sich, indem Sie innerhalb von 30 Monaten mindestens zw├Âlf Monate lang versicherungspflichtig besch├Ąftigt waren und somit Beitr├Ąge in die Arbeitslosenversicherung gezahlt haben. Das gilt auch f├╝r Auszubildende. Zudem gibt es weitere Zeiten, die Ihnen angerechnet werden. Dazu z├Ąhlen unter anderem:

  • Sie waren freiwillig in der Arbeitslosenversicherung ÔÇô etwa w├Ąhrend einer Selbstst├Ąndigkeit.
  • Sie haben ein Kind erzogen (bis zum dritten Lebensjahr).
  • Sie haben Krankengeld erhalten.
  • Sie haben freiwilligen Wehrdienst, Bundesfreiwilligendienst oder Jugendfreiwilligendienst geleistet.

Kommen Sie nicht auf zw├Âlf Monate, weil Sie h├Ąufig befristet besch├Ąftigt waren, gilt eventuell eine k├╝rzere Anwartschaftszeit. Dann reicht es, wenn Sie innerhalb der 30 Monate mindestens sechs Monate versicherungspflichtig angestellt waren. Allerdings m├╝ssen die meisten dieser Besch├Ąftigungen auf bis zu 14 Wochen befristet gewesen sein.

Welche H├Âhe hat mein Arbeitslosengeld?

Kurz gesagt: 60 Prozent Ihres Netto-Entgelts pro Tag der vergangenen zw├Âlf Monate. Wenn Sie oder Ihr Lebenspartner mindestens ein Kind haben, erhalten Sie 67 Prozent.

Die genaue Berechnung sieht so aus: Ihr Bruttogehalt der vergangenen zw├Âlf Monate wird zun├Ąchst durch die 365 Tage eines Jahres geteilt, um das Brutto-Entgelt pro Tag zu erhalten. Davon zieht die Bundesagentur f├╝r Arbeit dann die Lohnsteuer, Solidarit├Ątszuschlag und einen Pauschalbetrag f├╝r die Sozialversicherung in H├Âhe von 20 Prozent ab. Das Ergebnis ist Ihr Netto-Entgelt pro Tag, das sich auf einen Monat hochrechnen l├Ąsst. Von dieser Summe erhalten Sie dann 60 oder 67 Prozent als Arbeitslosengeld ausgezahlt.

Wie hoch Ihr Arbeitslosengeld in etwa ausf├Ąllt, k├Ânnen Sie mit dem Arbeitslosengeld-Rechner der Bundesagentur f├╝r Arbeit ermitteln.

Wo und wann beantrage ich Arbeitslosengeld?

Wenn Sie Arbeitslosengeld beziehen wollen, d├╝rfen Sie keine Zeit verlieren. Sp├Ątestens drei Monate vor dem Ende Ihres Arbeitsverh├Ąltnisses m├╝ssen Sie sich arbeitssuchend melden. Erfahren Sie erst sp├Ąter von Ihrer K├╝ndigung, bleiben Ihnen danach drei Tage, um sich arbeitssuchend zu melden.

Das k├Ânnen Sie nach vorheriger Registrierung direkt online bei der Agentur f├╝r Arbeit erledigen. Alternativ erreichen Sie das Amt auch pers├Ânlich, schriftlich oder telefonisch unter der kostenlosen Nummer 0800-4555500. Melden Sie sich versp├Ątet arbeitssuchend, droht eine Sperrzeit von einer Woche, in der Sie kein Arbeitslosengeld erhalten. Auch kann das dazu f├╝hren, dass sich Ihre Bezugsdauer verringert.

Arbeitslos melden m├╝ssen Sie sich sp├Ątestens am ersten Tag der Arbeitslosigkeit ÔÇô und zwar in der Regel pers├Ânlich. W├Ąhrend der Corona-Pandemie gilt jedoch die Ausnahme, dass die Meldung auch telefonisch oder auf anderem Wege erfolgen kann.

Sollten Sie nicht pers├Ânlich vorstellig geworden sein, m├╝ssen Sie das in Ihrem Online-Antrag auf Arbeitslosengeld angeben. Ihre Identit├Ąt k├Ânnen Sie dann entweder sp├Ąter pr├╝fen lassen, wenn Sie wieder pers├Ânlich vor Ort sein k├Ânnen, oder Sie best├Ątigen Ihre Identit├Ąt komplett online mithilfe des sogenannten Selfie-Ident-Verfahrens. Entscheiden Sie sich f├╝r Letzteres, schickt Ihnen Ihre Arbeitsagentur ein Schreiben mit allen n├Âtigen Erl├Ąuterungen.

Welche Unterlagen sind f├╝r den Antrag n├Âtig?

Zun├Ąchst ben├Âtigen Sie nat├╝rlich den Arbeitslosengeldantrag selbst. Den finden Sie entweder online oder Sie holen sich in Ihrer Arbeitsagentur ein Formular, um den Antrag schriftlich zu stellen. Damit die Sachbearbeiter Ihre Identit├Ąt pr├╝fen k├Ânnen, m├╝ssen Sie au├čerdem einen Personalausweis oder Reisepass mit Meldebest├Ątigung, Aufenthalts- oder Arbeitserlaubnis vorzeigen k├Ânnen.

Au├čerdem ben├Âtigen Sie:

  • Sozialversicherungsausweis,
  • K├╝ndigungsschreiben oder Arbeitsvertrag
  • sowie einen Lebenslauf.
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