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Arbeitslosengeld nach Elternzeit: Wie viel ALG I erhalte ich?

Von t-online, cho

Aktualisiert am 03.09.2021Lesedauer: 3 Min.
Vater spielt mit seinen zwei Kindern (Symbolbild): Wer nach der Elternzeit arbeitslos wird, hat in der Regel Anspruch auf Arbeitslosengeld.
Vater spielt mit seinen zwei Kindern (Symbolbild): Wer nach der Elternzeit arbeitslos wird, hat in der Regel Anspruch auf Arbeitslosengeld. (Quelle: Halfpoint/Thinkstock by Getty-Images-bilder)
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Eltern, die nach der Elternzeit ihren Job verlieren, mĂŒssen teilweise mit erheblich niedrigerem Arbeitslosengeld rechnen. Wir erklĂ€ren, wie viel Arbeitslosengeld Sie nach der Elternzeit tatsĂ€chlich erhalten.

Das Wichtigste im Überblick


  • Habe ich nach der Elternzeit Anspruch auf Arbeitslosengeld?
  • Kann ich mich in der Elternzeit arbeitslos melden?
  • Wie hoch ist das Arbeitslosengeld nach der Elternzeit?
  • Wer muss Einbußen beim ALG I einkalkulieren?

Manche Dinge kann man mit Geld nicht aufwiegen. Zeit mit den eigenen Kindern verbringen zu können, zĂ€hlt fĂŒr viele Eltern dazu. Trotzdem dĂŒrften viele entspannter in Elternzeit gehen, wenn sie wissen, notfalls auch durch Arbeitslosengeld abgesichert zu sein.

Wir erklĂ€ren, wann Sie Anspruch auf Arbeitslosengeld I nach der Elternzeit haben, ob Sie sich auch schon wĂ€hrenddessen arbeitslos melden können und wie hoch die Leistung fĂŒr Sie ĂŒberhaupt ausfĂ€llt.

Habe ich nach der Elternzeit Anspruch auf Arbeitslosengeld?

MĂŒtter und VĂ€ter, die nach der Elternzeit arbeitslos werden, haben in der Regel einen Anspruch auf Arbeitslosengeld (ALG). Dieser ist erfĂŒllt, wenn Sie in einer sogenannten Anwartschaftszeit von zwei Jahren mindestens zwölf Monate eine sozialversicherungspflichtige TĂ€tigkeit ausgeĂŒbt haben – und damit in die Arbeitslosenversicherung eingezahlt haben.

Die Elternzeit gilt dabei bis zu drei Jahre lang als Anwartschaftszeit und wird als versicherungspflichtige Zeit gezĂ€hlt, wenn Sie zuvor sozialversicherungspflichtig beschĂ€ftigt waren oder wenn Sie wĂ€hrend der Elternzeit in die Arbeitslosenversicherung eingezahlt haben – etwa aufgrund einer TeilzeitbeschĂ€ftigung.

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Alternativ können Sie sich auf Antrag auch wĂ€hrend der Elternzeit freiwillig weiterversichern, um die Anforderungen fĂŒr die Anwartschaft zu erfĂŒllen. Um Arbeitslosengeld zu bekommen, mĂŒssen Sie außerdem arbeitslos gemeldet sein und dem Arbeitsmarkt zur VerfĂŒgung stehen.

Wichtig: Elternzeit gilt nur solange als Anwartschaftszeit, bis Ihr Kind drei Jahre alt ist. Haben Sie keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld I nach der Elternzeit, können Sie unter UmstÀnden Arbeitslosengeld II (Hartz IV) beantragen. Wie das geht, lesen Sie hier.

Kann ich mich in der Elternzeit arbeitslos melden?

Ja, aber nur, wenn Sie mindestens 15 Stunden in der Woche fĂŒr eine TeilzeitbeschĂ€ftigung zur VerfĂŒgung stehen und Ihr bisheriger Arbeitgeber Ihnen eine solche BeschĂ€ftigung nicht anbietet. Außerdem mĂŒssen Sie die Voraussetzungen fĂŒr den Bezug von ALG I erfĂŒllen. Lesen Sie hier, welche das sind.

Wie hoch ist das Arbeitslosengeld nach der Elternzeit?

Das Arbeitslosengeld fĂŒr Eltern berechnet sich in der Regel auf Basis des letzten Nettoeinkommens vor der Elternzeit. Meist betrĂ€gt es 67 Prozent vom letzten Nettogehalts. Bedingung dafĂŒr ist, dass Sie innerhalb des zweijĂ€hrigen Anwartschaftszeitraums, auch erweiterter Bemessungszeitraum genannt, an mindestens 150 Tagen, also fĂŒnf Monaten, ein Arbeitsentgelt erhalten haben.

ErfĂŒllen Sie diese Voraussetzung nicht, wird zur Berechnung des Arbeitslosengeldes ein fiktives Einkommen zugrunde gelegt. AbhĂ€ngig davon, wie qualifiziert Sie sind, wird Ihnen eine fiktive Pauschale zugewiesen, auf deren Grundlage sich das ALG I berechnet. Es fĂ€llt dann deutlich geringer als 67 Prozent des letzten Nettoeinkommens aus.

So wird das Arbeitslosengeld fiktiv berechnet

Die Berechnung erfolgt in insgesamt vier Qualifikationsklassen, die in §152 Sozialgesetzbuch (SGB) III geregelt sind. Dazu zÀhlen: die persönliche Qualifikation ohne Ausbildung, mit Berufsausbildung, Fachhochschulabschluss oder Meister und Hochschulausbildung nach Ost und West.

Das Gesetz nennt dabei keine festen BetrĂ€ge fĂŒr das fiktive Arbeitsentgelt, sondern ProzentsĂ€tze der BezugsgrĂ¶ĂŸe: 1/300 fĂŒr den Hochschulabschluss, 1/360 fĂŒr den Fachhochschulabschluss oder den Meister, 1/450 fĂŒr die Berufsausbildung und 1/600 fĂŒr die fehlende Ausbildung. Die BezugsgrĂ¶ĂŸe wird meist jĂ€hrlich angepasst. Im Kalenderjahr 2021 betrĂ€gt sie fĂŒr West 39.480 Euro und fĂŒr Ost 37.380 Euro.

Das bedeutet: Leben Sie in Westdeutschland und haben eine abgeschlossene Berufsausbildung, unterstellt der Staat, dass Sie pro Tag 87,73 Euro brutto verdienen (39.480 Euro / 450 = 87,73 Euro), beziehungsweise rund 2.632 Euro im Monat. Davon gehen noch pauschalierte AbzĂŒge fĂŒr Steuern und Sozialversicherung ab. 67 Prozent vom Endergebnis sind dann Ihr Arbeitslosengeld.

Wer muss Einbußen beim ALG I einkalkulieren?

MĂŒtter und VĂ€ter, die lĂ€nger als zwei Jahre in Elternzeit waren und keine ausreichenden Einnahmen erzielt haben. Bei ihnen wird das fiktive Arbeitsentgelt zugrunde gelegt, um das Arbeitslosengeld zu berechnen (siehe oben). Je nach Qualifikation liegt es dann erheblich unterhalb von 67 Prozent des frĂŒheren Nettoeinkommens.

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