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Geldmarktfonds: Wie sinnvoll sind sie für Privatanleger?

Geld zur Seite legen  

Geldmarktfonds: Wie sinnvoll sind sie für Privatanleger?

28.08.2020, 17:32 Uhr | cho, t-online

Geldmarktfonds: Wie sinnvoll sind sie für Privatanleger?. Geldmünzen stapeln sich vor einer Aktienkurs-Kurve (Symbolbild): Auch Privatanleger können am Geldmarkt investieren. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Geldmünzen stapeln sich vor einer Aktienkurs-Kurve: Auch Privatanleger können am Geldmarkt investieren. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Am Geldmarkt sind eigentlich nur Profis unterwegs. Doch auch Privatanleger können dort investieren – mit Geldmarktfonds. Was können die? Und sind sie eine Alternative zu Tages- oder Festgeld?

Geldmarktfonds – die sind selbst erfahrenen Anlegern nicht unbedingt ein Begriff. Das mag daran liegen, dass in der Regel nur Großinvestoren wie Banken, Zentralbanken, Unternehmen und Staaten den sogenannten Geldmarkt nutzen. Sie leihen sich dort gegenseitig kurzfristig Geld – gegen entsprechende Zinsen. Über Geldmarktfonds können aber auch Privatanleger in diesem Teil des Finanzmarktes mitmischen.

Was sind Geldmarktfonds?

Geldmarktfonds ("Money Market Funds") sind Investmentfonds, die das Geld ihrer Anleger in Geldmarkttitel oder Geldmarktpapiere mit sehr kurzer Restlaufzeit stecken. Dazu zählen etwa Sicht- und Termingelder, Anleihen und Schuldscheindarlehen, deren Laufzeit weniger als ein Jahr betragen. Das Geld wird also verzinst und bleibt täglich verfügbar. Zudem gibt es geldmarktnahe Fonds, die sowohl in Geldmarktpapiere als auch in festverzinsliche Wertpapiere mit kurzer Laufzeit investieren.

Die Anleger sind hier klassischerweise Staaten, Banken oder große Unternehmen. Sie nutzen Geldmarktfonds, um frei gewordenes Kapital zwischenzuparken. Gleiches ist aber auch für Privatanleger möglich.

Wer etwa einen größeren Betrag ausgezahlt bekommt, aber noch unsicher ist, wofür er ihn verwenden will, kann ihn mittels Geldmarktfonds kurzfristig zur Seite legen. Ähnlich wie beim Tagesgeld kommt er schnell wieder daran.

Zur Entstehung:
Geldmarktfonds entwickelten sich in den 1970er Jahren in den USA als Alternative zu klassischen Bankeinlagen. Grund dafür war, dass die Zinsen gedeckelt wurden, die Banken für Einlagen zahlen durften. In Europa gab es Geldmarktfonds zuerst in Frankreich. Seit 1994 sind sie auch Deutschlands zugelassen.

Welche Rendite bringen Geldmarktfonds?

Wie groß die Rendite ist, also der Ertrag einer Geldanlage innerhalb eines Jahres, hängt bei Geldmarktfonds von der Höhe der Zinsen ab. Und wie viel Zinsen ein Geldmarktfonds abwirft, hängt wiederum maßgeblich vom Leitzins der Europäischen Zentralbank (EZB) ab. In der aktuellen Niedrigzinsphase dürfen Sie daher keine große Rendite erwarten. Aber auch generell sind Erträge aus Geldmarktfonds eher gering – etwa im Vergleich zu Aktienfonds. Mehr wirft auf lange Sicht ein sogenannter Indexfonds ab, kurz ETF. Welche Rendite Sie bei ETFs erwarten können.

Welche Vorteile haben Geldmarktfonds?

Da der Geldmarkt keiner hohen Schwankung ausgesetzt ist, gelten Geldmarktfonds als sicher. Die Verzinsung ändert sich im Normalfall nur minimal. Außerdem können Sie ständig auf Ihr Geld zugreifen. 

Welche Risiken bergen Geldmarktfonds?

Wie alle Fonds unterliegen auch Geldmarktfonds einem Kursrisiko. Bricht der Markt ein, müssen Sie mit Kursverlusten rechnen. Wird der Fonds aktiv gemanagt, sind Sie zudem abhängig von den Entscheidungen des Fondsmanagers – der vielleicht nicht nur in solide und bonitätsstarke Papiere investiert.

Ob Anleger ihr Kapital verzinst zurückbekommen, hängt außerdem davon ab, ob der Herausgeber ausreichend liquide ist. Bei einer Insolvenz könnte es zum Bespiel sein, dass Zinsen nicht ausgezahlt werden.

Was kostet ein Geldmarktfonds?

Auf Privatanleger kommen verschiedene Kosten zu. Mit folgenden Gebühren müssen Sie rechnen:

  • Ausgabeaufschlag: Diese Gebühr zahlen Sie einmalig beim Kauf von Fondsanteilen. Sie kann zwischen 0,5 und zwei Prozent liegen. Je nach Fondsvermittler und Bank kann der Aufschlag aber auch gar nicht anfallen. Wie Sie sich den Ausgabeaufschlag sparen können, erfahren Sie hier.
  • Verwaltungskosten: Bei aktiv gemanagten Geldmarktfonds fallen Kosten für den Fondsmanager an. Stiftung Warentest empfiehlt, nicht mehr als 0,5 Prozent pro Jahr dafür auszugeben.
  • Depotgebühren: Wenn Sie Geld in einen Fonds anlegen wollen, brauchen Sie ein Depot bei einer Bank. Die Gebühren dafür fallen von Anbieter zu Anbieter unterschiedlich aus.

Wie sinnvoll sind Geldmarktfonds für Privatanleger?

Wegen der niedrigen Rendite sind Geldmarktfonds als alleinige Kapitalanlage nicht zu empfehlen. Als Teil Ihres Portfolios können sie aber durchaus sinnvoll sein: Wenn Sie nach einer Lösung suchen, um kurzfristig hohe Summen möglichst sicher zur Seite zu legen – etwa wenn Ihnen Ihre Lebensversicherung ausgezahlt wird.

Allerdings sollten Sie die höheren Kosten im Vergleich zu anderen Anlageformen beachten. Experten raten daher in der Regel lieber zu fest verzinsten Sparformen wie Festgeld oder Rentenfonds, bei denen das Geld der Anleger in Anleihen fließt.

Was sind die Unterschiede zum Tages- oder Festgeld?

Geldmarktfonds – oder doch lieber Tages- oder Festgeld? Unsere Tabelle macht die Unterschiede deutlich:


GeldmarktfondsTagesgeldFestgeld
Tägliche Verfügbarkeitjajanein
Laufende Kostenjaneinnein
Kosten bei Erwerb/Eröffnungevtl. Ausgabeaufschlag, sonst Ordergebührenneinnein
Feste Verzinsungneinneinja
Sichere Zinserträgeneinjaja
Einlagensicherungneinjaja
Abhängigkeit Leitzinsjajaja
Ausfallrisikogeringgeringgering
Verwendete Quellen:
  • Finanztip
  • weltsparen.de
  • tagesgeldvergleich.net
  • financescout24.de
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

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