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Dax-ETF: Schlaue Geldanlage oder hohes Risiko?

  • Mauritius Kloft
Von Mauritius Kloft

Aktualisiert am 11.12.2020Lesedauer: 6 Min.
Handelssaal der Deutschen Börse in Frankfurt: Was bringt mir als Privatanleger ein Dax-ETF?
Handelssaal der Deutschen Börse in Frankfurt: Was bringt mir als Privatanleger ein Dax-ETF? (Quelle: Sven Simon/imago-images-bilder)
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Sie wollen auf einen Schlag in Aktien von Adidas, Bayer und Daimler investieren? Mit einem Dax-ETF ist das kinderleicht. Wie genau ein solcher Indexfonds funktioniert und welche Risiken er birgt, lesen Sie hier.

Das Wichtigste im Überblick


Diese Schlagzeilen kennt jeder: "Neuer Rekordwert beim Dax", "Deutscher Leitindex erholt sich", "Dax auf historischem Stand". Gemeint ist stets der deutsche Aktienindex, kurz Dax. Wichtig ist dieser, weil in ihm die wertvollsten deutschen Aktiengesellschaften notiert sind. Kurz gesagt: Der Dax zeigt an, wie es der deutschen Wirtschaft geht.

Das Gute fĂŒr Sie als Anleger: Auch Sie können auf einfache Weise in den Dax investieren – und so von den Kursgewinnen profitieren. Am gĂŒnstigsten geht das mit einem sogenannten Dax-ETF. Was das ist, wie Sie Ihr Geld mit einem solchen Indexfonds anlegen und welche Risiken das bergen kann, erfahren Sie hier.

Was ist ein Dax-ETF?

Um zu verstehen, was ein Dax-ETF ist, mĂŒssen Sie wissen, welche Bedeutung der Dax hat und was genau ein ETF ist.

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Dax: Der Dax ist der wichtigste deutsche Aktienindex. In ihm sind die Aktien der 30 wertvollsten deutschen Unternehmen gelistet, die an der Börse notiert sind. Das sind Aktiengesellschaften wie Daimler, Deutsche Wohnen oder die Allianz. Der Dax zeigt also an, wie sich der Gesamtwert dieser Unternehmen verÀndert.

ETF: Ein ETF ist ein spezieller Aktienfonds. Ein Aktienfonds ist eine Art Korb, in dem Gelder liegen, die investiert werden – in Aktien, also Unternehmensanteile. Ein ETF – auch Indexfonds genannt – investiert, wie der Name vermuten lĂ€sst, in die Anteile der Unternehmen eines ganzen Aktienindex.

Bei einem Dax-ETF bildet ein Computeralgorithmus den Dax nach. Das ist anders als bei einem herkömmlichen Aktienfonds. Dort bestimmt ein Manager, in welche Aktien der Fonds investiert. Der entscheidende Vorteil eines ETFs ist sein Preis: Da kein Manager bezahlt werden muss, sind ETFs deutlich gĂŒnstiger als klassische Aktienfonds – und hĂ€ufig genauso rentabel, manchmal sogar noch ertragreicher.

Ein Dax-ETF ist also ein Indexfonds, der den Dax nachbildet. Mit einem Investment in einen Dax-ETF legen Sie also Ihr Geld in alle Firmen an, die der Dax enthĂ€lt. So profitieren Sie davon, wenn der Wert der 30 grĂ¶ĂŸten deutschen Börsenunternehmen steigt.

Bekannte Dax-ETFs sind beispielsweise "Amundi ETF DAX UCITS ETF DR", "ComStage DAX UCITS ETF", "iShares Core DAX UCITS ETF" oder "Xtrackers DAX UCITS ETF 1C".

Es gibt aber auch ETFs, die den MDax, den SDax oder den TecDax nachbilden. Diese Indizes gehören ebenfalls zur Dax-Familie und enthalten börsennotierte Firmen, die kleiner sind als die Dax-Unternehmen (MDax, SDax) oder die nur in der Technologiebranche aktiv sind (TecDax).

Was ist der Unterschied zwischen thesaurierenden und ausschĂŒttenden Dax-ETF?

Wie bei allen ETFs unterscheidet man grundsĂ€tzlich zwischen zwei verschiedenen Formen von ETFs: ausschĂŒttende und thesaurierende Indexfonds.

Thesaurierend: Thesaurierend bedeutet, dass ein Dax-ETF mögliche Dividenden, also den Teil des Gewinns, den eine Aktiengesellschaft an die Anleger auszahlt, nicht an Sie als Anleger weiterreicht.

Stattdessen werden diese ErtrĂ€ge wieder angelegt. FĂŒr Sie als Anleger kann das deshalb interessant sein, weil sich Ihr Anlagekapital so erhöht, ohne dass Sie selbst mehr Geld einzahlen mĂŒssen. Das wirkt sich insbesondere auf den sogenannten Zinseszins-Effekt aus: Ihr angelegtes Geld vermehrt sich umso stĂ€rker, wenn ErtrĂ€ge, die vorher erwirtschaftet wurden, dazukommen.

AusschĂŒttend: Im Gegensatz zu thesaurierenden ETFs reichen ausschĂŒttende ETFs die Dividendengewinne direkt an Sie als Anleger weiter. Der Vorteil: Sie bekommen zwar regelmĂ€ĂŸig eine bestimmte Summe Geld auf Ihr Konto ĂŒberwiesen. Allerdings – und das ist der Nachteil – profitieren Sie weniger stark vom sogenannten Zinseszins-Effekt (siehe oben).

Wie finde ich den gĂŒnstigsten Dax-ETF?

Um einen passenden und gĂŒnstigen Dax-ETF zu finden, sollten Sie mehrere Dax-ETFs auf Internetportalen miteinander vergleichen. Dabei kommt es insbesondere auf die VerwaltungsgebĂŒhren an. Das sind die Kosten, die eine Fondsgesellschaft dafĂŒr erhebt, dass sie einen Fonds anbietet.

Diese Kosten werden hĂ€ufig in der Gesamtkostenquote ("Total Expense Ratio", kurz TER) zusammengefasst. ETFs – und somit auch Dax-ETFs – kosten im Gegensatz zu aktiven Fonds dabei viel weniger, da kein Manager bezahlt werden muss, der den Aktienkauf steuert (siehe oben). Die Gesamtkostenquote fĂŒr ein Dax-ETF liegt bei etwa 0,08 bis 0,16 Prozent des angelegten Betrages – pro Jahr.

Ein Beispiel: Bei 0,16 Prozent und einem angelegten Betrag von 5.000 Euro sind das bereits acht Euro im Jahr. Und je mehr Geld in einer Anlage liegt, desto höher werden auch die jÀhrlichen Kosten. Achten Sie also beim ETF-Vergleich unbedingt auf eine niedrige TER.

Außerdem sollten Sie auf die Depotkosten achten: Denn um in einen Dax-ETF zu investieren, mĂŒssen Sie zunĂ€chst ein Wertpapierdepot eröffnen. Diese GebĂŒhren sollten Sie also im Blick haben. Bei vielen Onlineanbietern und Direktbanken fallen – im Gegensatz zu Filialbanken – fĂŒr ein Depot keine Kosten an.

Ein weiterer Kostenpunkt sind die AusfĂŒhrungskosten: Beim Kauf von ETFs fallen hĂ€ufig sogenannte OrdergebĂŒhren an. Diese Kosten entstehen, wenn eine Direktbank einen bestimmten Kauf fĂŒr Sie ausfĂŒhrt. Das kann ein fester Betrag sein, beispielsweise 1,50 Euro, oder aber ein Prozentsatz, beispielsweise 0,5 Prozent.

Dax-ETF oder einzelne Aktien eines Index? Welches Investment ist besser?

Der klare Vorteil ist: Mit einem Dax-ETF streuen Sie Ihr Risiko viel breiter als mit einem Investment in einzelne Aktien. Denn Sie investieren auf einen Schlag in alle 30 Unternehmen des deutschen Leitindex (siehe oben).

Allerdings ist ein Investment in einen Dax-ETF durchaus riskanter als ein Investment in andere ETFs. Der Grund: Der Dax ist im Vergleich zu noch umfangreicheren Aktienindizes nicht sonderlich groß und ausgewogen.

Konkret sind im Dax viele Firmen gelistet, die in Àhnlichen Branchen aktiv sind. Beispielsweise sind mit BMW, Daimler, VW und Continental vier Unternehmen aus der Automobilbranche im Dax enthalten. Ebenso gibt es mit BASF, Bayer, Henkel, Merck oder Fresenius einen Schwerpunkt auf der Chemie- und Pharmabranche.

Falls die jeweiligen Branchen Probleme haben, kann darunter der Dax und somit auch die Wertentwicklung eines ETF auf den Leitindex leiden. Das sollten Sie bei einem Investment im Hinterkopf behalten.

Ein Dax-ETF eignet sich deshalb also eher fĂŒr Anleger, die tendenziell ein höheres Risiko eingehen möchten. Ihr Risiko breiter streuen können Sie hingegen mit einem ETF auf den MSCI World Index oder den MSCI All Country World Index (siehe unten).

Sind Dax-ETFs in einer Krise die richtige Anlage?

Wenn Sie bereits Anteile an einem Dax-ETF besitzen, sollten Sie diese auch nicht verkaufen, wenn die Kurse fallen. Denn die Vergangenheit zeigt: Auf lange Sicht steigen die Kurse in der Regel wieder. Wenn Sie Ihre Anteile an einem Börsen-Tiefpunkt verkaufen, machen Sie womöglich hohe Verluste.

Wenn Sie jedoch noch keine Anteile an einem Dax-ETF besitzen, könnten Sie – nachdem die Kurse gefallen sind – gĂŒnstig an Anteile gelangen. Besonders vorteilhaft ist es dabei, sein Geld mithilfe eines ETF-Sparplans zu investieren, da Sie Ihr Anlagekapital so auf einen lĂ€ngeren Zeitraum verteilen und nicht Gefahr laufen, zum falschen Zeitpunkt in den Aktienmarkt einzusteigen.

Allerdings gibt es ETFs, die breiter gestreut sind als ein Dax-ETF (siehe oben). Das prominenteste Beispiel ist ein ETF, der den MSCI All Country World Index nachbildet. Dieser Index enthĂ€lt die Unternehmensanteile von mehr als 2.700 der grĂ¶ĂŸten börsennotierten Firmen weltweit aus fast 50 LĂ€ndern.

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So deckt ein ETF auf diesen Index quasi die gesamte Weltwirtschaft inklusive der SchwellenlĂ€nder ab – und nicht nur die 30 wertvollsten deutschen Aktiengesellschaften wie ein Dax-ETF.

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Wie groß ist mein Vermögen, wenn ich 15 Jahre lang monatlich 100 Euro in einen Dax-ETF investiert hĂ€tte?

Pauschal lĂ€sst sich das nicht sagen. Denn es kommt auf den genauen Dax-ETF an, in den Sie das Geld angelegt hĂ€tten. Außerdem kommt es auf die Kosten an, die sich von Depot- oder Sparplananbieter unterschieden.

Beispielhaft aber lĂ€sst sich ein langfristiges Investment anhand der vergangenen Kursentwicklung des Dax berechnen. Gehen wir dafĂŒr davon aus, dass Sie Ende 2004 angefangen hĂ€tten, mithilfe eines Sparplans jeden Monat 100 Euro in einen Dax-ETF anzulegen. Ende 2019 hĂ€tten Sie Ihre Anteile dieses ETFs verkauft. Über diesen 15-Jahres-Zeitraum hĂ€tten Sie im Schnitt einen jĂ€hrlichen Ertrag, genannt Rendite, von 7,9 Prozent erzielt.

In diesem Beispiel hĂ€tten Sie Ende 2019 ein Vermögen von 33.713,52 Euro erzielt. Davon wĂ€ren 15.713,52 nur ErtrĂ€ge, 18.000 Euro hĂ€tten Sie ĂŒber die Jahre eingezahlt. AbhĂ€ngig von den anfallenden GebĂŒhren (siehe oben) mĂŒssten Sie von diesem Gewinn nur noch die jĂ€hrlichen Kosten abziehen.

Vorsicht: Die durchschnittliche Rendite der vergangenen Jahre ist keine Garantie dafĂŒr, dass es diese Rendite auch kĂŒnftig geben wird.

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Von Jule Damaske
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