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Geld in Aktien anlegen: Tipps für Anfänger

Kein Buch mit sieben Siegeln  

Diese Tipps sollten Sie beim Investieren beherzigen

Von Christine Holthoff

28.07.2020, 15:17 Uhr
Geld in Aktien anlegen: Tipps für Anfänger. Kassensturz mit dem Taschenrechner: Bevor Sie Geld in Aktien anlegen, sollten Sie eine Bestandsaufnahme Ihrer Finanzen machen. (Quelle: Getty Images/ridvan_celik)

Kassensturz mit dem Taschenrechner: Bevor Sie Geld in Aktien anlegen, sollten Sie eine Bestandsaufnahme Ihrer Finanzen machen. (Quelle: ridvan_celik/Getty Images)

Von Aktien lassen viele Deutsche lieber die Finger. Wer aber sein Vermögen langfristig vermehren möchte, kommt kaum darum herum. Was sollten Einsteiger wissen?

Die Zeiten, in denen Sie sich dank hoher Zinsen reich sparen konnten, sind lange vorbei. Möchten Sie mehr aus Ihrem Geld machen, bleibt häufig nur ein Weg: investieren. Zumindest raten das Experten.

Doch beim Thema Aktien schrecken viele Deutsche noch immer zurück. Zu riskant, denken die einen, zu kompliziert, die anderen. Dabei kann man selbst als Anfänger – und ohne großes Vermögen – relativ unkompliziert in Aktien investieren. Wenn man einige Tipps befolgt.

Lassen Sie es ruhig angehen

Nur weil Sie hier lesen, dass es schlau sei, in Aktien zu investieren, heißt das nicht, dass Sie blind drauf los kaufen sollen. Zuallererst sollten Sie sich das nötige Wissen aneignen, um zu verstehen, was Sie tun – und was überhaupt Ihr Ziel ist.

Einen guten Überblick geben Ihnen diese Stücke:

Kennen Sie Ihren Status Quo

Wie viel Vermögen besitzen Sie eigentlich? Haben Sie Schulden? Wie viel Geld bleibt jeden Monat übrig? Was machen Sie aktuell mit diesem Geld? Bevor Sie an die Börse gehen, sollten Sie erst mal eine Bestandsaufnahme machen.

Nur wenn Sie wissen, wo Sie aktuell stehen, können Sie Ihre nächsten Schritte planen. Dafür brauchen Sie keine komplizierten Werkzeuge, sondern einfach nur: Zettel und Stift.

Legen Sie die Grundlage

Die Raten für Ihren Fernseher oder das Auto sind noch nicht abbezahlt? Dann sollte das zunächst Ihre Priorität sein. Ihr Notgroschen ist noch eher mickrig? Dann heißt es ausnahmsweise doch erst einmal sparen, auch wenn es keine oder nur geringe Zinsen gibt. Faustregel sind hier mindestens drei Nettogehälter. Steht dieses Sicherheitspolster, können Sie sich ans Investieren machen.

Kennen Sie Ihr Ziel

Machen Sie sich klar, wofür Sie das Geld anlegen wollen. Möchten Sie damit fürs Alter vorsorgen? Oder benötigen Sie es in der nahen Zukunft? Ist Letzteres der Fall, sind Aktien tatsächlich nicht die richtige Wahl. Nur Geld, das Sie akut nicht brauchen, sollten Sie investieren. 

Verstehen Sie die Produkte

Sie sollten nichts kaufen, das Sie nicht durchschauen. Kennen sollten Sie diese Finanzprodukte:

Einzelaktien: Das ist wohl das Produkt, an das die meisten Menschen denken, wenn sie von "Aktien" sprechen. Wenn Sie Einzelaktien kaufen, kaufen Sie Anteile an einem Unternehmen. Sie treten sozusagen als Investor für dieses Unternehmen auf – in der Hoffnung, dass der Anteil der Firma künftig mehr wert sein wird.

Im Gegenzug zahlt das Unternehmen Ihnen jedes Jahr eine Dividende. So wie es der Bank Zinsen zahlen würde, wenn es statt Ihrer Investition über die Aktie einen Kredit aufgenommen hätte, um an Geld zu kommen.

Es kann allerdings auch sein, dass Unternehmen Dividenden nicht auszahlen – was auch durchaus sinnvoll sein kann. Etwa wenn sich die Firma in einer Wachstumsbranche befindet und die erwirtschafteten Gewinne reinvestiert oder sich eine Reserve aufbauen will.

Aktiv gemanagte Aktienfonds: Hier kaufen Sie gleich einen ganzen Korb an Aktien. Das hat den Vorteil, dass Sie Ihr Risiko breiter streuen, als wenn Sie mit einer Einzelaktie alles auf ein Unternehmen setzen. Welche Firmen genau zu welchen Anteilen enthalten sind, entscheidet ein Fondsmanager für Sie. Der wiederum lässt sich seine Dienste natürlich etwas kosten, weshalb aktiv gemanagte Fonds verhältnismäßig teuer sind.

ETF: Sie sind sozusagen das Gegenstück zu aktiven Fonds. Mit ETFs (Exchange Traded Funds) investiert man passiv. Man nennt das Produkt auch Indexfonds, weil ein Computeralgorithmus einen Aktienindex nachbildet. So gibt es zum Beispiel ETFs, die den Dax abbilden, den Deutschen Aktienindex. 

Der Dax selbst bildet die Entwicklung der in ihm enthaltenen Unternehmen ab. Ein ETF auf den Dax wiederum enthält exakt die gleiche Anzahl Aktien an exakt den gleichen Unternehmen wie der Dax, weswegen er sich genau so entwickelt. Auch ein ETF ist also eine Mischung aus vielen Aktien – mit dem Vorteil niedriger Gebühren, weil kein Fondsmanager mitbezahlt werden muss.

Kennen Sie Ihre Risikobereitschaft

Sie haben verstanden, was die Vor- und Nachteile der verschiedenen Finanzprodukte sind, wissen, zu welchem Zweck Sie Ihr Geld vermehren wollen – bleibt noch die Frage, wie viel Risiko Sie bereit sind einzugehen.

Einen Ertrag, genannt Rendite, gibt es nicht ohne Risiko. Daher sollten Sie sich darüber klar werden, bis zu welchem Grad an Risiko Sie noch ruhig schlafen können.

Das hängt etwa davon ab, wie hoch und sicher Ihr Einkommen ist, ob andere Menschen von Ihnen abhängig sind oder wie nervenstark und stressresistent Sie generell sind.

Alles Investieren bringt nichts, wenn Sie bei der ersten Krise in Panik geraten und überhastet wieder verkaufen. Denn dass Krisen immer wieder kommen werden, ist sicher. 

Wählen Sie Ihre Strategie

Es gibt nicht den einen Königsweg, der für jeden Anleger gleichermaßen gut funktioniert. Wichtig ist, dass das Produkt zu Ihrem Ziel und Ihrer Risikobereitschaft passt. Möchten Sie zum Beispiel fürs Alter vorsorgen – also langfristig Vermögen aufbauen – sind ETFs eine gute Wahl. Anders sieht es aus, wenn Sie kurzfristig an mehr Geld kommen wollen.

Denken Sie an die Steuern

Was viele nicht wissen: Erträge aus Aktien müssen Sie versteuern. Sie werden mit der sogenannten Abgeltungssteuer in Höhe von 25 Prozent belegt – plus Solidaritätszuschlag und eventuell Kirchensteuer. Die Steuer wird von Ihrem Depotanbieter oder Ihrer Bank direkt einbehalten und an das Finanzamt abgeführt – es sei denn, Sie stellen einen Freistellungsauftrag.

Bis zu einer Höhe von 801 Euro pro Jahr sind Kapitalerträge steuerfrei. Nur auf Gewinne, die diesen Freibetrag, den Sparerpauschbetrag, überschreiten, fällt Abgeltungssteuer an. Haben Sie die 801 Euro mit Ihrem Freistellungsauftrag noch nicht voll ausgeschöpft, können Sie sich die zu viel gezahlten Steuern nachträglich über die Steuererklärung zurückholen.

Seit 2018 fallen Steuern nicht nur auf ausschüttende Finanzprodukte an, sondern auch auf thesaurierende – also etwa auf Fonds, bei denen die Erträge automatisch wieder investiert werden.

Trauen Sie keinen Geheimtipps

Wann immer jemand behauptet, mit einer bestimmten Aktie würden Sie ein Vermögen machen: Vertrauen Sie nicht blind darauf! Niemand kann mit Sicherheit vorhersagen, wie sich die Märkte entwickeln – auch nicht selbsternannte Börsengurus. Das schließt natürlich nicht aus, dass mancher Aktientipp trotzdem aufgehen kann, das ist dann aber eher Glück als Können.

Ein Grund dafür ist die sogenannte Informationseffizienz der Kapitalmärkte. Sie bedeutet, dass sich alle öffentlich verfügbaren Informationen bereits in den Aktienkursen und -preisen niederschlagen. Eine Prognose auf Grundlage dieser Informationen ist also niemals zuverlässiger als der Zufall.

Profitieren Sie vom Zinseszinseffekt

Viele Anleger unterschätzen ihn, dabei ist er immens wichtig für den Vermögensaufbau: der Zinseszinseffekt. Mit ihm lassen Sie Ihr Geld für sich arbeiten – denn Sie erhalten Zinsen auf Zinsen.

Um von dem Effekt bestmöglich zu profitieren, sollten Sie alle Zinsen direkt wieder anlegen, statt sie sich auszahlen zu lassen. Das gilt auch für Dividenden. So wird Jahr für Jahr ein immer größeres Vermögen verzinst, was Ihnen vor allem langfristig enorme Zugewinne beschert. 

Verwendete Quellen:
  • Eigene Recherche
  • Finanztip
  • Vereinigte Lohnsteuerhilfe
  • Gerd Kommer: "Souverän Investieren"
  • madamemoneypenny.de
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

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