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Für diesen Beitrag haben wir alle relevanten Fakten sorgfältig recherchiert. Eine Beeinflussung durch Dritte findet nicht statt.

So berechnen Sie den effektiven Jahreszins

  • Christine Holthoff
Von Christine Holthoff

Aktualisiert am 21.01.2021Lesedauer: 3 Min.
Tipps für die Geldanlage: In diesem Video erfahren Sie, wie der Zinseszins funktioniert und wie Sparer bereits mit kleinen Summen große Erträge erzielen können. (Quelle: t-online)
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Wer auf der Suche nach einem Kredit ist, stößt dabei auf den effektiven Jahreszins. Wir erklären, was dieser Zinssatz bedeutet, worin er sich vom Sollzins unterscheidet und ob er als Vergleichsgröße taugt.

Das Wichtigste im Überblick


  • Was ist der effektive Jahreszins?
  • Wie berechne ich den effektiven Jahreszins?
  • Was ist der Unterschied zum Sollzins?
  • Was ist der Unterschied zum Zweidrittelzins?
  • Enthält der effektive Jahreszins alle Kosten?
  • Wann ist der effektive Jahreszins vergleichbar?

Einen günstigen Kredit zu suchen, kann ganz schön verwirren: Sollzins, Nominalzins, effektiver Jahreszins – ja, was denn nun?


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Wir zeigen Ihnen, was es mit dem effektiven Jahreszins auf sich hat, warum Sie nur mit ihm Kredite vergleichen sollten und wie genau er sich eigentlich berechnet.

Was ist der effektive Jahreszins?

Beim Preis von Kreditangeboten ist es wie bei anderen Produkten auch: Es gibt ihn sozusagen in der Netto- und in der Bruttovariante.

Netto meint dabei den Preis ohne zusätzliche Kosten wie Steuern oder Gebühren, also nur das Geld, das bei der Bank ankommt. Der Bruttopreis hingegen ist höher, weil er ebendiese Kosten enthält. Und es ist der Preis, den Sie als Kreditnehmer letztendlich zahlen müssen.

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Dieser Bruttopreis nennt sich bei Krediten effektiver Jahreszins oder kurz Effektivzins. Er wird in Prozent der Kreditsumme angegeben und gibt die tatsächlich anfallenden Kreditkosten pro Jahr an – sofern der Zinssatz während der Laufzeit festgeschrieben ist. Ist das nicht der Fall, gibt es nur einen sogenannten anfänglichen effektiven Jahreszins.

Kurz gesagt ist der Effektivzinssatz der Sollzinssatz, manchmal auch Nominalzins oder Nominalzinssatz genannt, plus Nebenkosten. Der Sollzins ist der Zinssatz, zu dem Sie sich das Geld von der Bank leihen.

Wie berechne ich den effektiven Jahreszins?

Der Effektivzins wird in der Regel mit der sogenannten Uniform-Methode berechnet. Die Formel dafür lautet:

(Kreditkosten / Nettodarlehensbetrag) × [24 / (Laufzeit in Monaten + 1)] x 100 = effektiver Jahreszinssatz

Die Kreditkosten ergeben sich dabei aus der gesamten Rückzahlung (Kreditsumme x Laufzeit x Sollzins) minus dem Auszahlungsbetrag. Der Nettodarlehensbetrag ergibt sich aus dem Darlehensnennbetrag minus den Kreditkosten.

  • Beispiel: Nehmen wir an, die Kreditkosten belaufen sich auf 15.000 Euro, der Nettodarlehensbetrag auf 100.000 Euro und die Kreditlaufzeit beträgt zehn Jahre, also 120 Monate. Dann ergibt sich ein Effektivzinssatz von (15.000 Euro / 100.000 Euro) x [24 / (120 + 1)] x 100 = 2,98 Prozent.

Achtung: Diese Formel ermöglicht nur eine näherungsweise Berechnung. Das Ergebnis kann vom tatsächlich angebotenen Effektivzins der Bank abweichen.

Was ist der Unterschied zum Sollzins?

Der Sollzins ist die Grundlage für die Berechnung von Krediten. Es ist der Zinssatz, zu dem Sie sich das Geld von der Bank leihen. Seine Höhe hängt nicht nur vom generellen Zinsniveau ab, sondern auch von der Höhe des Darlehens, der Laufzeit, dem Verwendungszweck und Ihrer Bonität, also Ihrer Kreditwürdigkeit.

Der Sollzins eignet sich nicht, um Kreditangebote zu vergleichen, weil er viele Kosten gar nicht enthält. Deshalb wurde es für Kreditgeber mit der Verbraucherkreditrichtlinie im Jahr 2010 Pflicht, den Effektivzinssatz zu nennen. Dieser ist aussagekräftiger, enthält aber ebenfalls noch nicht alle anfallenden Kosten (siehe unten).

Was ist der Unterschied zum Zweidrittelzins?

Der Zweidrittelzins gibt an, wie viel ein Kredit für mindestens zwei Drittel der Kreditnehmer höchstens kosten darf. Die Bank muss also mindestens zwei von drei Kunden den Kredit zu diesem oder einem günstigeren Zinssatz gewähren.

Mit dem Zweidrittelzins können Sie sich vorab ein Bild davon machen, in welcher Spanne sich die Zinssätze unterschiedlicher Banken bewegen. Ob Sie diesen Zins dann tatsächlich bekommen oder zum restlichen Drittel zählen, erfahren Sie aber erst nach der Bonitätsprüfung durch die Bank.

Hintergrund dieses Zinses ist, dass Banken gesetzlich verpflichtet sind, ein repräsentatives Beispiel anzugeben. Den Zweidrittelzins müssen sie dabei sowohl für den Sollzins als auch den effektiven Jahreszins angeben.

Es gibt auch Kredite, bei denen der Zinssatz nicht nach Bonität des Kunden schwankt, sondern für alle gleich ist. Die Bonität wird dann zwar auch überprüft, sie entscheidet aber nur darüber, ob der Kunde überhaupt einen Kredit bekommt – nicht aber über die Höhe des Zinssatzes.

Enthält der effektive Jahreszins alle Kosten?

Nein. Zwar hat der Gesetzgeber Banken und Sparkassen 2016 dazu verpflichtet, mehr Kosten in die Berechnung des effektiven Jahreszinses einzubeziehen, als das vorher der Fall war, ein Komplettpaket ist der Effektivzins aber trotzdem noch nicht.

So kommen bei Baufinanzierungen etwa die Kosten für Notar, Grundbucheintrag und Bereitstellungszinsen hinzu. Auch eine mögliche Vorfälligkeitsentschädigung, Kontoführungsgebühren oder Beiträge für eine eventuell vorhandene Restschuldversicherung sind nicht im effektiven Jahreszins enthalten.

Seit Oktober 2014 dürfen Banken bei Krediten keine Bearbeitungsgebühren mehr erheben. Sind diese noch aufgeführt, müssen sie sich immer auf 0 Euro belaufen.

Wann ist der effektive Jahreszins vergleichbar?

Generell gilt: Je niedriger der effektive Jahreszins, desto günstiger ist der Kredit. Vergleichbar ist dieser aber nur, wenn auch die anderen Konditionen identisch sind – also Kreditsumme, Laufzeit, Zinsfestschreibung und Tilgung.

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