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Fondsgebundene Lebensversicherung: Wie sinnvoll ist sie?


Größere Renditechance  

Wie sinnvoll ist eine fondsgebundene Lebensversicherung?

15.08.2021, 17:10 Uhr
Fondsgebundene Lebensversicherung: Wie sinnvoll ist sie?. Ein Paar bespricht einen Vertrag (Symbolbild): Mit einer fondsgebundenen Lebensversicherung können Sie für den Ruhestand sparen. (Quelle: Getty Images/ sturti)

Ein Paar bespricht einen Vertrag (Symbolbild): Mit einer fondsgebundenen Lebensversicherung können Sie für den Ruhestand sparen. (Quelle: sturti/Getty Images)

Seit Jahren nagt die Zinsflaute an der Rendite von Lebensversicherungen. Fondsgebundene Produkte versprechen zumindest etwas mehr Erträge. Dafür ist aber auch das Risiko höher.

Der einst so beliebte Altersvorsorgeklassiker steckt in der Krise. Immer weniger Menschen schließen klassische Lebensversicherungen ab, weil die Rendite gering ist. Bessere Auszahlungen sind dagegen bei einer fondsgebundenen Lebensversicherung zu erwarten.

Doch ist diese neuere Form der Lebensversicherung zu empfehlen? Wie funktioniert sie überhaupt? Und welche steuerlichen Aspekte gilt es zu beachten? Ein Überblick.

Was ist eine fondsgebundene Lebensversicherung?

Die fondsgebundene Lebensversicherung ist eine Form der privaten Altersvorsorge, die eine Risikolebensversicherung mit einer Fondsanlage kombiniert. Die Versicherungsgesellschaft legt dabei Ihr eingezahltes Geld in Investmentfonds an. Das können zum Beispiel Aktien-, Renten- oder Immobilienfonds sein.

Im Gegensatz zur klassischen Kapitallebensversicherung gibt es in der Regel keine garantierte Mindestauszahlung. Sie bekommen, was die Fonds erwirtschaftet haben – oder eben nicht. Das Risiko tragen Sie komplett alleine.

Wie funktioniert eine fondsgebundene Lebensversicherung?

Während klassische Lebensversicherungen meist nur zu einem geringen Teil in Aktien investieren, legt der Versicherer bei fondsgebundenen Produkten Ihre Beiträge komplett in Investmentfonds an.

Am Ende der Laufzeit erhalten Sie in der Regel den Wert der Fondsanteile. Dabei ist es theoretisch möglich, dass der Auszahlungsbetrag geringer ist als Ihre eingezahlten Beiträge. Das Risiko besteht vor allem nach Börsencrashs oder bei sehr schlecht laufenden Aktienmärkten.

Sollte das der Fall sein, können Sie die Fonds bei einigen Anbietern zum Vertragsende in ein Depot übertragen. Wenn es Ihre finanzielle Situation erlaubt, können Sie die Anteile dort liegen lassen, bis sich die Kurse wieder erholt haben.

Wie gut die Rendite am Ende ausfällt, hängt stark davon ab, wie sich die Fonds entwickeln. Versicherungsnehmer haben hier zwar ein Mitspracherecht, aber nur innerhalb einer begrenzten Auswahl. Kostengünstige ETFs haben aber nur die wenigsten Versicherer im Angebot.

Was muss ich bei der Steuer beachten?

Gewinne aus Kapitalanlagen wie Fonds sind seit 2005 grundsätzlich steuerpflichtig. Doch mit einer fondsgebundenen Lebensversicherung können Sie die Abgeltungssteuer von 25 Prozent plus Solidaritätszuschlag und eventuell Kirchensteuer zumindest teilweise umgehen.

Läuft Ihr Vertrag mindestens zwölf Jahre und wird die Versicherungssumme frühestens im Alter von 60 Jahren fällig (bei Verträgen ab 2012 im Alter von 62 Jahren), müssen Sie den Gewinn nur zur Hälfte versteuern. Der Gewinn ist die Auszahlung abzüglich Ihrer eingezahlten Beiträge.

Obwohl es sich um Kapitalerträge handelt, wird hier nicht die Abgeltungssteuer erhoben, sondern die Einkommensteuer. Je nach Höhe Ihrer Einkünfte kann Ihr persönlicher Steuersatz niedriger oder höher als die 25 Prozent Abgeltungssteuer ausfallen. 

Haben Sie die fondsgebundene Lebensversicherung vor 2005 abgeschlossen, haben Sie Glück: Die Auszahlung ist steuerfrei, wenn

  • der Vertrag mindestens zwölf Jahre bestand,
  • Sie mindestens fünf Jahre regelmäßig Beiträge gezahlt haben,
  • und die vereinbarte Todesfallsumme mindestens die Höhe von 60 Prozent der eingezahlten Beiträge erreicht.

Die Beiträge zur Versicherung können Sie nicht von der Steuer absetzen. Mehr zur Steuer auf Lebensversicherungen lesen Sie hier.

Wie sinnvoll ist eine fondsgebundene Lebensversicherung?

Da fondsgebundene Lebensversicherungen in der Regel keine Garantieverzinsung haben, können die Versicherer beim Investieren stärker ins Risiko gehen und daher wahrscheinlich höhere Erträge für Sie erzielen, als es mit einer klassischen Lebensversicherung möglich ist.

Auf der anderen Seite bedeutet höheres Risiko immer auch die Möglichkeit, größere Verluste zu machen. Dieses Risiko tragen Sie bei fondsgebundenen Policen allein.

Der große Nachteil dieser Art von Altersvorsorge sind die Kosten. Sie zahlen für den Abschluss der Versicherung, deren Verwaltung, die meist aktiv gemanagten Fonds verursachen ebenfalls vergleichsweise hohe Kosten und auch der Risikoschutz im Todesfall will bezahlt werden.

Überweisen Sie Ihre Beiträge nicht jährlich, sondern monatlich – was bei Investments am Aktienmarkt eigentlich zu empfehlen ist, kommt noch ein Ratenzuschlag oben drauf.

ETFs eignen sich besser zum Sparen

All diese Kosten schmälern Ihre Rendite. In den meisten Fällen dürfte es daher sinnvoller sein, statt des Kombiprodukts fondsgebundene Lebensversicherung die Risikolebensversicherung und Sparanlage getrennt voneinander anzugehen.

Mit börsennotierten Indexfonds, kurz ETFs, können Sie zum Beispiel vergleichsweise bequem und günstig fürs Alter vorsorgen. ETFs sind spezielle Aktienfonds, bei denen ein Computeralgorithmus einen Index wie etwa den internationalen MSCI World nachbildet. Wie Sie einen ETF-Sparplan aufsetzen, lesen Sie hier.

Kann ich eine fondsgebundene Lebensversicherung kündigen?

Ja, das ist grundsätzlich möglich. Zahlen Sie Ihre Beiträge monatlich, können Sie in der Regel am Ende des Folgemonats kündigen; bei jährlicher Zahlung zum Ende eines Versicherungsjahres.

Anders als klassische Kapitallebensversicherungen haben fondsgebundene Produkte keinen Rückkaufswert. Stattdessen erhalten Sie den Wert der Fondsanteile zum Zeitpunkt, an dem die Kündigung wirksam wird. Die Höhe der Auszahlung ist also abhängig von den jeweiligen Tageskursen. 

Bei manchen Verträgen können Sie Ihre Fondsanteile auch in ein Depot übertragen. Das lohnt sich, wenn die Kurse gerade im Keller sind und Sie auf bessere Zeiten warten wollen.

Verwendete Quellen:

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