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Müssen Sie den Baum auf Ihrem Grundstück kontrollieren?


Es gibt Ausnahmen  

Müssen Sie den Baum auf Ihrem Grundstück kontrollieren?

13.11.2019, 11:35 Uhr | dpa , jb

Müssen Sie den Baum auf Ihrem Grundstück kontrollieren?. Ein toter Baum: Ist die Krankheit eines Baumes nicht offensichtlich, trifft den Immobilienbesitzer keine Schuld.  (Quelle: dpa/Matthias Röder)

Ein toter Baum: Ist die Krankheit eines Baumes nicht offensichtlich, trifft den Immobilienbesitzer keine Schuld. (Quelle: Matthias Röder/dpa)

Herunterfallende Äste können zu schweren Verletzungen bei Spaziergängern aber auch zu großen Schäden an Autos führen. Müssen sich Immobilienbesitzer darum kümmern? Oder müssen Dritte mit der Gefahr rechnen?

Immobilienbesitzer müssen Bäume auf ihrem Grundstück regelmäßig kontrollieren. Denn die Eigentümer sind im Prinzip dafür verantwortlich, dass niemand etwa durch herabfallende Äste zu Schaden kommt.

Ausnahmen von der Prüfpflicht

Allerdings hat die Verkehrssicherungspflicht Grenzen, erklärt die Rechtsanwaltskammer Oldenburg. Verantwortlich sind Eigentümer nur für Schäden, die jeder Laie erkennen kann, befand das Oberlandesgericht Oldenburg (Az.: 12 U 7/17). In dem verhandelten Fall hatte eine Frau ihr Auto unter einer Rotbuche an einer Wohnanlage geparkt. Das Auto wurde von einem herabfallenden Ast beschädigt. Der Sachschaden betrug rund 9.000 Euro.

Die Frau verlangte das Geld von der Hausverwaltung. Diese habe den Baum nicht ausreichend untersucht. Ein Gutachten ergab, dass die Rinde an einer Astgabelung verdickt war, was ein Anzeichen für eine mögliche Instabilität ist. Die Klägerin war der Auffassung, die Hausverwaltung hätte deswegen fachmännischen Rat einholen müssen.

Das Oberlandesgericht sah das anders: Private Immobilienbesitzer müssten die Bäume zwar einer Sichtprüfung unterziehen. Verantwortlich für Baumschäden sind sie aber nur, wenn sie Krankheiten des Baumes übersehen, die jeder Laie erkennt – also etwa abgestorbene Teile, Rindenverletzungen oder sichtbarer Pilzbefall. Hier sei die Instabilität der Rotbuche nur für einen Fachmann, nicht aber für einen Laien erkennbar gewesen. Der Hausverwaltung sei kein Vorwurf zu machen. Die Frau müsse daher ihren Schaden selbst tragen.

Diese Pflichten gelten bei Bäumen auf dem Grundstück

Die Sicherheitsprüfung muss zwei Mal im Jahr erfolgen – einmal mit und einmal ohne Laub. Dabei wird jeder einzelne Baum mitsamt seiner Äste auf morsche und instabile Teile hin überprüft. Auch die Standfähigkeit des Stammes an sich muss kontrolliert werden.


Gibt es kranke, instabile oder von Pilzen befallene Bereiche, muss der Immobilienbesitzer handeln. Sind keine Schwachstellen sichtbar, aber der Baum schon sehr alt, sollten ebenfalls Vorkehrungsmaßnahmen getroffen werden (Oberlandesgericht Düsseldorf AZ.: 4 U 63/01). 

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa


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