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Worauf Sie bei einer Hausratversicherung achten sollten

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Richtig versichert  

Hausratversicherung – Worauf Sie achten sollten

Von Sabrina Manthey

16.04.2018, 16:06 Uhr
Worauf Sie bei einer Hausratversicherung achten sollten. Einbrecher in einer Wohnung: Eine Hausratversicherung sollte in keinen Versicherungsportfolio fehlen. In Gebieten mit hohem Einbruchsrisiko können die Tarife ein Vielfaches höher liegen, als in Gegenden mit einem geringen Risiko. (Quelle: Getty Images/HighwayStarz)

Einbrecher in einer Wohnung: Eine Hausratversicherung sollte in keinen Versicherungsportfolio fehlen. In Gebieten mit hohem Einbruchsrisiko können die Tarife ein Vielfaches höher liegen, als in Gegenden mit einem geringen Risiko. (Quelle: HighwayStarz/Getty Images)

Eine Hausratversicherung ist ein sinnvoller Schutz. Vorsichtig sein sollten Versicherte bei alten Verträgen. Denn es besteht die Gefahr einer Unterversicherung. Wir sagen, worauf es ankommt.

Eine Hausratversicherung sollte in keinem Versicherungsportfolio fehlen. Mit ihr sind Sachschäden an Einrichtungs-, Gebrauchs- und Verbrauchsgegenständen versichert. Eine Hausratversicherung ersetzt im Leistungsfall den Neuwert des entsprechenden Hausrats.

Hinzu kommen die Kosten zum Beispiel für Aufräumarbeiten oder für Hotelübernachtungen, sollte dies erforderlich sein. Nicht versichert hingegen sind in der Regel der Fahrraddiebstahl, Elementarschäden oder Überspannungsschäden, zum Beispiel bei einem indirekten Blitzeinschlag. Diese können mit Ergänzungs- oder Zusatzpolicen abgedeckt werden.

Schadensfälle: Im Jahr 2016 regulierten die Versicherer rund eine Million Schäden mit einer Gesamtsumme von knapp 1,4 Milliarden Euro. Die durchschnittliche Schadenshöhe lag bei rund 1.400 Euro. Einen Großteil machen Einbrüche aus – rund 1.400 wurden 2016 gemeldet. Die Kosten pro Wohnungseinbruch lagen bei 3.250 Euro. (Quelle: GDV – Gesamtverband der deutschen Versicherer).

Versicherungsschutz bei einer Hausratversicherung

Folgende Sachschäden sind mit einer Hausratversicherung abgedeckt:

  • Feuer (Brand, Blitzschlag, Explosion, Implosion, Anprall oder Absturz eines Luftfahrzeuges)
  • Leitungswasser, Frost- und sonstige Bruchschäden
  • Sturm und Hagel
  • Einbruchdiebstahl und Raub
  • Vandalismus

Übrigens: Mit einer Hausratversicherung sind lediglich bewegliche Gegenstände versichert. Fest eingebaute Mobiliare, wie zum Beispiel ein begehbarer Kleiderschrank, sind nicht versichert. Das gilt auch für das verlegte Parkett, die Dielen aber auch Glasbruch.

Vor dem Abschluss oder auch bei einem Wechsel einer Hausratversicherung empfiehlt sich ein ausführlicher Vergleich der Leistungskataloge:

  • Welcher Schadensfall wird von der Hausratversicherung abgedeckt?
  • Welche Leistungen sind explizit vom Versicherungsschutz ausgeklammert (zum Beispiel Vorsatz und grobe Fahrlässigkeit)? 

Die Unterschiede zwischen den Anbietern können mitunter recht deutlich ausfallen. Letztlich sollte eine Mischung aus den Konditionen und der Beitragshöhe den Ausschlag für die Wahl eines Anbieters von Hausratversicherungen geben.

Sonderfall Wertsachen: Mit einer Standardpolice sind Wertsachen in der Regel nur bis zu einem bestimmten Betrag versichert. So wird zum Beispiel der Verlust von Bargeld – insofern dies nicht in einem Tresor aufbewahrt wurde – zumeist nur bis zu einer Höhe von 1.000 Euro ersetzt. Sparbücher, Urkunden und andere Wertpapiere sind häufig nur bis zu einer Summe von 2.500 Euro versichert.

"Finanztest" prüft Hausratversicherungen – der Wohnort entscheidet

Für die Versicherungskunden spielen neben dem Umfang der Versicherungsleistung auch die Tarife bei der Wahl einer Hausratversicherung eine Rolle. Was viele nicht wissen: Diese hängen – neben dem Wert des zu versichernden Hausrats – zum großen Teil vom Wohnort des Versicherten ab. Vor allem in Städten mit vielen Einbrüchen sind die Prämien meist höher als in Städten mit einem geringen Einbruchrisiko. Auch ist es in der Stadt zumeist teurer als auf dem Land.

Stiftung Warentest hat für die Zeitschrift "Finanztest" 144 Tarife von 60 Anbietern untersucht. Die Tester fanden deutliche Preisunterschiede: Im günstigsten Fall zahlt ein Kunde zum Beispiel für den Schutz des Hausrates derselben Wohnung in München 56 Euro im Jahr und im teuersten Fall 277 Euro – also fast das Fünffache. In Köln kostet der günstigste Tarif 131 Euro im Jahr, während der teuerste Versicherer 516 Euro dafür verlangt (Quelle: Finanztest 4/2018).

Risikozonen: Die Versicherer teilen Deutschland in verschiedene Risikozonen auf. An Orten mit einem höheren Einbruchsrisiko müssen die Versicherten für ihre Hausratversicherung mehr zahlen als in Gegenden mit einem geringeren Einbruchsrisiko. 

Überflutete Straßen: Die Hausratversicherung deckt Schäden infolge von Starkregen oder Überschwemmungen nicht ab. Hier kann eine Versicherung gegen Elementarschäden Abhilfe schaffen. (Quelle: Getty Images/fotojog)Überflutete Straßen: Die Hausratversicherung deckt Schäden infolge von Starkregen oder Überschwemmungen nicht ab. Hier kann eine Versicherung gegen Elementarschäden Abhilfe schaffen. (Quelle: fotojog/Getty Images)

Wie kann ich mich gegen Elementarschaden versichern?

Die Extremwetterlagen haben auch in Deutschland in letzter Zeit zugenommen. Allerdings werden Schäden infolge von Starkregen oder Überschwemmungen nicht von der regulären Hausratversicherung abgedeckt. Hausbesitzer können sich jedoch mit einer zusätzlichen Elementarversicherung absichern.

Dieser Schutz greift vor allem bei Hochwasser, wenn zum Beispiel der Keller vollläuft. Das kann nach Starkregen auch dort passieren, wo kein Fluss in der Nähe ist. Versichert sind in der Regel nur Schäden durch Überschwemmungen. Steigt das Grundwasser, kommt die Versicherung meist nicht für den Schaden auf, betonen die Tester von "Finanztest".

Welche Elementarschäden in der Regel nicht abgedeckt sind:

  • Starkregen
  • Überschwemmung
  • Hochwasser
  • Erdrutsch
  • Erdfall
  • Erdbeben
  • Schneedruck
  • Lawinen

Für die Risikokalkulation eines Elementarschadens legen die Versicherer die ZÜRS-Zonen zugrunde. Zudem prüfen sie in der Regel, ob in den letzten fünf Jahren bereits ein Elementarschaden vorgelegen hat. Ist dies der Fall, verlangen sie oftmals eine Selbstbeteiligung vom Versicherungskunden.

ZÜRS-Zonen: Das gleiche gilt für Elementarschäden. Hier hängt der Beitrag vom Hochwasserrisiko des Standortes ab. Dafür haben die Versicherer das Zonierungssystem für Überschwemmungen, Rückstau und Starkregen entwickelt – kurz ZÜRS Geo genannt. Es gibt vier ZÜRS-Zonen, wobei die1 für ein geringes und die 4 für ein hohes Risiko steht.

Happy Couple Dream New Home (Quelle: Getty Images/Ridofranz)Happy Couple Dream New Home (Quelle: Ridofranz/Getty Images)

Was ist ein Unterversicherungsverzicht?

Gefahr einer Unterversicherung unterlaufen vor allem Kunden, die ihre Hausratversicherung vor Jahren abgeschlossen und diese nicht den sich verändernden Lebensumständen angepasst haben.

Über die Zeit hat vielleicht das eine oder andere teure Möbelstück das Mobiliar ergänzt, der Röhrenfernseher ist einem Flachbildfernseher mit erheblich größerer Bilddiagonale gewichen oder der Haushalt hat sich schlicht vergrößert. Wird in diesem Zuge nicht die Versicherungssumme der Hausratsversicherung angepasst, kann dies im Schadensfall zu einer bösen Überraschung führen. Denn eine Unterversicherung wirkt sich auf jeden Schaden aus, der mit der Versicherung abgedeckt wird – auch wenn dieser weit unter der Deckungssumme liegt.

Unterversicherung: Der tatsächliche Wert eines Risikos sollte der Versicherungssumme entsprechen. Ist die Versicherungssumme im Vergleich zum tatsächlichen Wert zu niedrig angesetzt, spricht man von Unterversicherung. In dem Fall wird der Schaden nur anteilig berechnet.

Ein Beispiel: Beläuft sich der tatsächliche Wert des Hausrats auf 50.000 Euro, doch es sind nur 40.000 Euro versichert, erhält der Geschädigte nur 80 Prozent seines Schadens von der Versicherung erstattet. 

Zur Vermeidung einer Unterversicherung raten Versicherungsexperten, den Hausrat alle zwei Jahre zu überprüfen und die Versicherungssumme entsprechend anzupassen. Versicherungsnehmer, die sich nicht sicher sind, sollten ihr zu versicherndes Inventar schätzen lassen.

Einrede zum Unterversicherungsverzicht – Wohnflächentarife

Versicherungsnehmer können mit ihren Versicherungen auch einen Unterversicherungsverzicht vereinbaren – eine sogenannte "Einrede zum Unterversicherungsverzicht". In einem Schadensfall prüfen die Versicherungsunternehmen dann nicht, ob eine Unterversicherung besteht. Dafür wird beim Abschluss der Versicherung zumeist ein fiktiver Versicherungswert von 650 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche zugrunde gelegt. Macht bei einer 100 Quadratmeter großen Wohnung eine Versicherungssumme von 65.000 Euro.

Aber Achtung: Wie "Finanztest" betont, kann die Berechnung nach Quadratmetern bei kleinen Wohnungen mit viel Hausstand zu einer Unterversicherung führen, bei großen Wohnungen mit weniger Hausstand wiederum zu einer Überversicherung. In dem einen Fall bekommen Sie weniger erstattet, als Ihr Hausrat eigentlich wert ist. In dem anderen Fall zahlen Sie zu viel für Ihre Versicherung.

Geöffnetes Fenster: Nicht alle Versicherer zahlen Schäden infolge von grober Fahrlässigkeit. Das ist vor allem bei alten Hausratversicherungen der Fall. (Quelle: Getty Images/GusakArtem)Geöffnetes Fenster: Nicht alle Versicherer zahlen Schäden infolge von grober Fahrlässigkeit. Das ist vor allem bei alten Hausratversicherungen der Fall. (Quelle: GusakArtem/Getty Images)

Zahlen Versicherer auch bei grober Fahrlässigkeit?

Vernachlässigen Versicherungskunden ihre gebotene Sorgfaltspflicht – lassen sie zum Beispiel das Fenster angelehnt, den Topf auf dem Herd stehen oder die Kerzen unbeaufsichtigt – können Versicherer die Schadensregulierung kürzen oder ganz ablehnen. Eine grobe Fahrlässigkeit kann auch vorliegen, wenn die Versicherten einen Schaden wider besseren Wissen nicht verhindern.

Doch nicht bei allen Versicherungen wird grobe Fahrlässigkeit mit einem Haftungsausschluss gleichgesetzt. Während neuere Verträge oft einen Verzicht auf Kürzungen in diesen Fällen enthalten, sind diese Klauseln häufig noch in alten Policen enthalten. Kunden älterer Hausratsversicherungen sollten ihre Versicherungsverträge auf einen Haftungsausschluss bei grober Fahrlässigkeit überprüfen. Ein Umstieg könnte sich lohnen.

Was passiert im Fall eines Konfliktes?

Ist ein Versicherungsschaden eingetreten, sollten Versicherungskunden die Sachen nicht einfach entsorgen. Um Konflikte zu vermeiden sollte sich die Versicherung selbst ein Bild machen können.

Bei unterschiedlichen Meinungen über die Regulierung eines Schadens können sowohl die Versicherungsnehmer als auch die Versicherungen einen Sachverständigen beauftragen. Dafür fallen jedoch Extrakosten an. Ist das Gutachten des Sachverständigen weiterhin strittig, entscheidet ein Obmann.

Kann ich die Kosten für die Hausratversicherung von der Steuer absetzen?

Eine Hausratversicherung gilt im Sinn der Steuergesetzgebung nicht als Vorsorgeaufwendung. Sie ist als Sachversicherung steuerlich nicht absetzbar. Anders gelagert ist der Fall, wenn im Haushalt ein steuerlich anerkanntes Arbeitszimmer unterhalten wird. In diesem Fall sind die Beiträge zur Hausratversicherung als Werbungskosten steuerlich absetzbar. Zu den Kosten zählen: Miet- und Nebenkosten sowie die Kosten für Reinigung, Renovierung und die Hausratversicherung – jeweils anteilig für die Anzahl der Quadratmeter.

Werden in der Wohnung oder dem Haus Räume betrieblich genutzt, sind die Kosten für die Hausratversicherung – als Betriebsausgaben anteilig von den betrieblichen Einnahmen –  ebenfalls steuerlich absetzbar.

Verwendete Quellen:
  • eigene Recherche
  • Stiftung Warentest, Finanztest
  • GDV – Die deutschen Versicherer
  • dpa
  • eigene Recherche
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

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