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Medizinische Fußpflege: Was zahlt die Krankenkasse?

Pediküre  

Medizinische Fußpflege: Was zahlt die Krankenkasse?

22.12.2017, 11:16 Uhr | uc (CF), t-online.de, jb, dpa

Medizinische Fußpflege: Was zahlt die Krankenkasse?. Die Kosten für eine podologische Behandlung werden nur unter bestimmten Voraussetzungen von der Krankenkasse bezahlt. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Die Kosten für eine podologische Behandlung werden nur unter bestimmten Voraussetzungen von der Krankenkasse bezahlt. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Wer unter Problemen an den Füßen leidet, dem hilft oft eine medizinische Fußpflege bei einem Podologen. Diese kann ärztlich verordnet oder privat in Anspruch genommen werden. Doch wann bezahlt der Patient die Kosten der Behandlung und wann erfolgt eine Kostenübernahme durch die Krankenkasse?

Medizinische Fußpflege: Definition und Behandlung

Podologie ist seit 2002 ein Ausbildungsberuf und wird als Heilkunde am Fuß definiert, die von entsprechendem Fachpersonal – allerdings nicht ärztlich – durchgeführt wird. Die medizinische Fußpflege soll Probleme mit den Füßen beheben.

Der Podologe sucht bei der Behandlung gezielt nach

  • Entzündungen,
  • Geschwüren,
  • offenen Wunden,
  • Druckstellen,
  • Blasen,
  • Warzen,
  • Hornhaut,
  • Hühneraugen oder
  • eingewachsenen Fußnägeln, die er – falls notwendig – mit speziellen Arbeitsgeräten behandelt.

Zusätzlich berät der Experte Sie zur richtigen Fußpflege für Zuhause und wie Sie Fußverletzungen vermeiden können.

Welche Kosten übernimmt die Krankenkasse?

Liegt eine medizinische Notwendigkeit für eine Fußpflege mit entsprechender Verordnung vom Arzt vor, werden die Kosten für eine Behandlung beim Podologen von der Krankenkasse übernommen. Das ist etwa bei Diabetikern der Fall, die öfter als gesunde Menschen unter Pilzerkrankungen leiden und entsprechend behandelt werden müssen. Die Dauer der Behandlung ist dabei individuell verschieden und erfolgt mit Absprache des behandelnden Arzt. Allgemein werden die Behandlungen in regelmäßigen Abständen von drei- bis viermal innerhalb von sechs Wochen durchgeführt. Die Behandlung dauert zwischen 40 bis 50 Minuten.

Auch vorsorglich, also ohne medizinischen Grund, kann eine medizinische Fußpflege in Anspruch genommen werden, dann allerdings übernimmt die Krankenkasse die Kosten für eine Behandlung nicht. In diesem Fall müssen Sie – je nach Dauer der Anwendung – mit rund 25 Euro pro Behandlung rechnen.

Krankenkasse zahlt Behandlung des eingewachsenen Zehnagels

Eine Frau ist gesetzlich krankenversichert. Sie litt an einem chronisch eingewachsenen Zehennagel. Daher war eine Behandlung mit Hilfe einer individuell gefertigten Nagelkorrekturspange medizinisch notwendig. Die Frau fand keinen Arzt, der diese Behandlung erbringen konnte oder wollte. Weder die Krankenkasse noch die zum Verfahren beigeladene Kassenärztliche Vereinigung Berlin konnten einen Arzt nennen.

Deshalb ging die Frau zu einer medizinischen Fußpflegerin. Diese legte ihr die Nagelkorrekturspange an und regulierte deren Sitz regelmäßig. Die Krankenkasse lehnte die Erstattung der Kosten für die medizinische Fußpflege ab. Es habe sich nicht um eine ärztliche Behandlung gehandelt.

Das Urteil: Die Klage der Frau war erfolgreich. Die Frau hat Anspruch auf die Erstattung der Behandlungskosten. Bei der Behandlung eingewachsener Zehennägel einschließlich des Anlegens einer Finger- oder Zehennagelspange handele es sich nach den einschlägigen Regelungen des Krankenversicherungsrechts um eine ärztliche Leistung.

Dass die Behandlung für die Frau nicht als ärztliche Leistung zu erhalten gewesen sei, begründe einen Systemmangel. Dieser erlaube ausnahmsweise dem Betroffenen, einen sogenannten nichtärztlichen Leistungserbringer in Anspruch zu nehmen, der fachlich für diese Behandlung qualifiziert ist.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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