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Ältere Menschen besonders häufig suizidgefährdet

Von dpa
Aktualisiert am 14.10.2017Lesedauer: 2 Min.
Einsamkeit bewegt die Menschen oft dazu, sich das Leben zu nehmen.
Einsamkeit bewegt die Menschen oft dazu, sich das Leben zu nehmen. (Quelle: imagebroker/imago-images-bilder)
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Nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention (DGS) sind Senioren besonders stark selbstmordgefährdet.

Rund 10.000 Menschen nehmen sich in Deutschland pro Jahr das Leben. Der Anteil der über 60-Jährigen, die Suizid begehen, nehme zu, sagte der Mediziner Reinhard Lindner am Rande der Jahrestagung der DGS am Wochenende in Hamburg. 35 Prozent der Selbsttötungen werden nach Angaben der DGS von über 65-Jährigen verübt. Die Altersgruppe macht einen Anteil von 21 Prozent an der Gesamtbevölkerung aus.


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Suizidrate bei Hochbegabten höher

Besonders gefährdet sind Männer im hohen Alter. Im Jahr 2015 setzten nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 1065 Frauen und 2715 Männer über 65 Jahre ihrem Leben ein Ende. "Die Suizidraten der hochbetagten Männer sind bis zu fünfmal höher als der Durchschnitt der Normalbevölkerung", sagte Tagungsleiter Lindner. Von 100.000 Menschen nehmen sich pro Jahr zwölf das Leben, bei den Männern über 80 Jahren sind es rund 60.

Hochbetagte Männer seien besonders gefährdet, weil sie nicht den Weg in helfende Strukturen fänden. "Wenn sie darüber nachdenken, ihrem Leben ein Ende zu setzen, sind gerade die alten Männer eine Gruppe, die kaum Hilfe sucht. Die gehen noch nicht einmal zum Hausarzt", sagte Lindner, der Oberarzt für Gerontopsychosomatik und Alterspsychotherapie ist. Das Risiko ist nach Angaben der DGS besonders groß, wenn die Senioren vereinsamt sind oder auch alkoholabhängig.

Anmerkung der Redaktion: Suizidalität ist ein schwerwiegendes gesundheitspolitisches und gesellschaftliches Problem. Wenn Sie selbst zu dem Kreis der Betroffenen gehören, finden Sie z.B. Hilfe bei der Telefonseelsorge (www.telefonseelsorge.de). Unter den Rufnummern 0800-1110111 oder 0800-1110222 sind die Berater rund um die Uhr erreichbar. Die Anrufe sind anonym. Hilfe für Angehörige und Betroffene bietet auch der Bundesverband der Angehörigen psychisch Kranker durch Telefon- und E-Mail-Beratung: Unter der Rufnummer 01805-950951 und der Festnetznummer 0228-71002424 sowie der E-Mailadresse seelefon@psychiatrie.de können die Berater kontaktiert werden. Direkte Anlaufstellen sind zudem Hausärzte sowie auf Suizidalität spezialisierte Ambulanzen in psychiatrischen Kliniken.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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