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Bestimmte Antibiotika könnten Kreidezähne begünstigen

Report zur Zahngesundheit  

Dieses Medikament könnte Kreidezähne begünstigen

01.06.2021, 12:00 Uhr | AFP

Bestimmte Antibiotika könnten Kreidezähne begünstigen. Zahngesundheit: Für den Zahnreport wurden Medikamentenverordnungen bei Kindern mit und ohne Kreidezähnen analysiert. (Quelle: Getty Images/PeopleImages)

Zahngesundheit: Für den Zahnreport wurden Medikamentenverordnungen bei Kindern mit und ohne Kreidezähnen analysiert. (Quelle: PeopleImages/Getty Images)

Hunderttausende Kinder in Deutschland sind von Kreidezähnen betroffen. Einem Report der Barmer zufolge gibt es einen erkennbaren Zusammenhang zwischen der Einnahme bestimmter Mittel und der Zahnerkrankung.

Mindestens 450.000 Kinder in Deutschland haben sogenannte Kreidezähne. Damit sind rund acht Prozent aller Sechs- bis Zwölfjährigen von dieser Störung im Zahnschmelz betroffen, wie aus dem Barmer-Zahnreport hervorgeht. Demnach gibt es einen erkennbaren Zusammenhang zwischen der Einnahme bestimmter Antibiotika und der Zahnerkrankung.

Was hinter Kreiszähnen steckt

"Kinder haben häufiger Kreidezähne, wenn sie in den ersten vier Lebensjahren bestimmte Antibiotika erhalten haben", erklärte Barmer-Chef Christoph Straub. Er forderte deshalb erneut einen verantwortungsvollen Einsatz von Antibiotika. Auf die sogenannten Kreidezähne bei Kindern hatte vor einiger Zeit bereits die Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde aufmerksam gemacht, die sogar von einer neuen "Volkskrankheit" sprach.

Im Jahr 1987 wurde die sogenannte Molaren-Inzisiven-Hypomineralisation (MIH) erstmals wissenschaftlich beschrieben. Es handelt sich um eine Mineralisationsstörung während der Zahnentwicklung, die sich unter anderem durch weiß-gelbliche oder gelb-braune Verfärbungen an den Kauflächen oder Zahnhöckern zeigt. In schweren Fällen kann der Zahnschmelz absplittern. Solche Kreidezähne sind äußerst schmerzempfindlich und reagieren sehr sensibel auf Hitze, Kälte und Zähneputzen.

Sind auch Weichmacher Schuld?

Experten vermuten bisher neben der Antibiotikagabe Weichmacher aus Kunststoffen, die mit der Nahrung aufgenommen werden, als eine Ursache. Zudem wurden als mögliche Auslöser auch Probleme während der Schwangerschaft, Infektionskrankheiten, Windpocken, Einflüsse durch Dioxine sowie Erkrankungen der oberen Luftwege genannt.

Über die genaue Entstehung der Kreidezähne ist bisher aber nur wenig bekannt, was sie laut Barmer-Chef Straub "besonders tückisch" macht. Die Ernährung habe auf deren Entstehung wahrscheinlich keinen Einfluss. Auch regelmäßiges Zähneputzen könne Kreidezähne nicht verhindern.

Zahnreport: Mädchen sind häufiger von Kreidezähnen betroffen

Für den Zahnreport wurden Medikamentenverordnungen bei Kindern mit und ohne Kreidezähnen analysiert. Dabei wurden auch unterschiedliche Antibiotika geprüft, die etwa bei Atem- oder Harnwegsinfekten eingesetzt werden. Es zeigte sich demnach, dass Kinder mit Kreidezähnen in den ersten vier Lebensjahren häufig angewandte Antibiotika bis zu etwa zehn Prozent mehr verschrieben bekamen als Gleichaltrige ohne Kreidezähne.

Betroffen sind dem Report zufolge häufiger Mädchen als Jungen. Zwischen 2012 und 2019 hatten 9,1 Prozent der Mädchen und 7,6 Prozent der Jungen eine so schwere Form der Kreidezähne, dass sie in zahnärztlicher Behandlung waren. Darüber hinaus bekommen Kinder vergleichsweise selten Kreidezähne, wenn die Mutter zum Zeitpunkt der Geburt noch sehr jung oder schon älter als 40 Jahre alt war.

Auch regional gibt es große Unterschiede. Bundesweit schwanken die Raten bei Kindern auf Stadt- und Kreisebene demnach zwischen drei und 15 Prozent. In den Bundesländern reichen sie von fünfeinhalb Prozent in Hamburg bis zu 10,2 Prozent in Nordrhein-Westfalen. Plausible Erklärungen gibt es laut Barmer dafür nicht.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur AFP

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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