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Fingernägel kauen: Die Ursachen und wie Sie es sich abgewöhnen

Risiko einer Entzündung  

Fingernägel kauen: So gewöhnen Sie es sich ab

07.01.2021, 14:55 Uhr | wve, t-online

Fingernägel kauen: Die Ursachen und wie Sie es sich abgewöhnen. Fingernägel kauen: Oft kommt die Angewohnheit in stressigen Momenten zum Vorschein. (Quelle: imago images)

Fingernägel kauen: Oft kommt die Angewohnheit in stressigen Momenten zum Vorschein. (Quelle: imago images)

Jeder zehnte Erwachsene und sogar 15 Prozent aller Kinder kauen an den Nägeln oder an der Nagelhaut. Das sieht nicht nur unschön aus, sondern kann auch zu einer gesundheitlichen Gefahr werden. Ein Dermatologe erklärt, wie man sich das Kauen abgewöhnen kann und wie man die Hände gut pflegt.

Die Nagelhaut ist ein natürlicher Schutz

Die Nagelhaut hat die Funktion, die Wachstumszone des Nagels zu schützen, wie Dr. Reinhard Mrotzek sagt: "Die Haut schützt vor Pilzen und Bakterien, damit es nicht zu einer Infektion oder Entzündung kommt. Wenn dieser natürliche Schutz aber durch das Nägelkauen beschädigt ist, können diese Erreger ungehindert eindringen. Aber auch ein Schutz vor Wasch- oder Putzmitteln ist dann nicht mehr gegeben." Dann kann es im schlimmsten Fall auch zu einer Veränderung des ganzen Nagels kommen. Außerdem sollte man laut Experten bedenken, dass Speichel eine zersetzende Wirkung hat. Wer also ständig die Finger in den Mund steckt, der läuft Gefahr, dass die Haut stark angegriffen wird. Wenn eine Veränderung oder eine Entzündung eintritt, sollte man auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen.

Die Nagelhaut möglichst nicht manipulieren

Wer sich durch seine Nagelhaut gestört fühlt, sollte sie auf keinen Fall abschneiden. "Wer unbedingt etwas an seiner Nagelhaut machen will, kann sie mit einem feuchten Wattestäbchen sanft zurückschieben", so der Dermatologe. Außerdem rät er zu einem regelmäßigen Bad in lauwarmem Olivenöl: "Das Öl pflegt die Haut um den Nagel, so verhindert man, dass sie rissig wird. Eine rückfettende Creme ist aber auch gut." Und falls es einmal vorkommt, dass ein kleines Stück Nagelhaut am Finger absteht, sollte man dieses am besten ganz in Ruhe lassen: "Nicht daran knibbeln und auch nicht abschneiden, sondern besser nur eincremen. Den Rest übernimmt die Haut allein," erklärt Mrotzek.

Richtige Pflege: Eincremen hilft gegen trockene Hände und gerissene Nagelhaut. (Quelle: imago images)Richtige Pflege: Eincremen hilft gegen trockene Hände und gerissene Nagelhaut. (Quelle: imago images)

So gewöhnt man sich das Kauen ab

Wer an den Nägeln kaut, schämt sich häufig auch für die unschön aussehenden Finger. Deshalb versuchen viele Menschen, sich die Finger im Mund abzugewöhnen, doch das ist schwer. "Gute Erfolge erzielt man vor allem bei Kindern mit Tinkturen, die man in der Apotheke kaufen kann. Die haben einen bitteren Geschmack und man kaut automatisch nicht mehr an den Nägeln", so der Experte. Es kann aber auch schon helfen, wenn man sich die Nägel lackiert oder ein Pflaster darüber klebt, das einen daran erinnert, nicht mehr zu kauen.

Tipp: Ihr Kind kaut sich regelmäßig die Fingernägel? So gehen Sie damit um.

Wer sich das Nägelkauen erfolgreich abgewöhnt hat, kann die Nägel bei der Heilung unterstützen: "Vitamin H in Tablettenform kann helfen, den Nagel wieder aufzubauen und zu stärken," erklärt Mrotzek. Außerdem sollte man Nägel, die sowieso schon brüchig und schwach sind, nicht mit der Schere schneiden, sondern besser mit einer Glasnagelfeile kürzen, denn sonst können sie leicht reißen.

Die Ursachen für das Kauen sind unterschiedlich

Ob es eine schlechte Angewohnheit ist oder ein psychisches Problem dahinter steckt, ist von Fall zu Fall verschieden. Viele Betroffene kauen an den Nägeln, wenn sie in Stresssituationen sind oder nutzen diese Technik als Verdrängungsmechanismus. Es gibt aber auch Fälle, bei denen das Kauen zur Gewohnheit geworden ist und in verschiedenen Situationen praktiziert wird.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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