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Warum gerade so viele husten – und es oft nicht Corona ist


Warum gerade so viele husten – und es oft nicht Corona ist

Von Christiane Braunsdorf

Aktualisiert am 04.11.2022Lesedauer: 3 Min.
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Millionen Deutsche haben zurzeit einen Atemwegsinfekt. Aber: Corona spielt dabei eine untergeordnete Rolle. Droht uns jetzt eine andere Viruswelle?

Deutschland schnieft. 5,2 Millionen Bundesbürger leiden derzeit an einer Infektion der Atemwege, berichtet das Robert Koch-Institut. Auffällig ist: Corona spielt bei der Diagnose eine immer kleinere Rolle.

Das Coronavirus ist zurzeit lediglich auf Platz drei in der Liste der sogenannten respiratorischen Viren, die für die Welle der Atemwegserkrankungen verantwortlich sind. Im Bericht der Vorwoche war Corona sogar noch auf Platz vier. Häufiger werden momentan Infektionen mit Influenza- oder Rhinoviren nachgewiesen.

Nach zwei Wintern mit Kontaktbeschränkungen und Maskenpflicht im Zuge der Corona-Maßnahmen sind nun auch wieder verstärkt andere Viren unterwegs. Welche sind das? Und werden wir jetzt krank, weil unser Immunsystem vielleicht gar nicht mehr trainiert ist aufgrund der Anti-Corona-Maßnahmen? t-online fragte den Immunologen Andreas Radbruch.

t-online: Herr Radbruch, fast jeder kennt gerade jemanden, der krank im Bett liegt, oder ist selbst betroffen. Holt uns nun eine andere Viruswelle ein?

Andreas Radbruch: Für die Jahreszeit ist eine solche Welle an Infektionen mit respiratorischen Viren nicht ungewöhnlich, wenn sie derzeit auch etwas erhöht ist im Vergleich zu den vorpandemischen Jahren. Aber man sieht durch den Wegfall der Anti-Corona-Maßnahmen, die ja auch vor der Übertragung dieser Viren schützen, dass jetzt andere Krankheitserreger wieder in den Vordergrund treten. Influenza, also die Grippe, breitet sich aus.

Nun denken wir als Laien schnell: Klar, wir alle werden jetzt krank, weil das Immunsystem nicht mehr richtig trainiert ist und wir in den letzten Jahren kaum Kontakt mit diesen Viren hatten aufgrund der Corona-Maßnahmen.

Das ist aber nicht richtig. Zum einen werden auch in den vergangenen zwei Wintern diese Viren aktiv gewesen sein. Aber: Sie wurden von Corona gewissermaßen überlagert. Und zum anderen: Das Immunsystem ist kein Muskel, den man trainieren muss. Das Immunsystem erinnert sich sehr gut. Das sieht man ganz gut am Beispiel der Grippe. Man weiß, dass Menschen, die irgendwann mit einem bestimmten Virenstamm in Kontakt gewesen sind, bei einer erneuten Infektion mit diesem Subtyp oft weniger schwer erkranken. Das Immunsystem erinnert sich an den Kontakt und bekämpft die Viren meist sehr schnell und effektiv.

Andreas Radbruch
Andreas Radbruch (Quelle: Gero Breloer)

Dr. Andreas Radbruch ist Immunologe und Wissenschaftlicher Direktor des Deutschen Rheuma-Forschungszentrums Berlin. Er berät unter anderem den Gesundheitsausschuss des Bundestages.

Nun wissen wir ja leider immer nicht so genau, welcher Virenstamm uns heimsucht …

Ja, und in diesem Jahr ist es besonders schwierig, weil die Grippewelle ja in den vergangenen beiden Saisons praktisch ausgefallen ist. Dennoch kann man den Menschen zur Grippeimpfung raten, denen sie durch die Ständige Impfkommission empfohlen wird.

Diese anderen Arten von Viren, mit denen sich viele derzeit infizieren, sind aber die klassischen Erkältungsviren?

Ja, bis auf Influenza natürlich, die ja auch sehr schwere Krankheitsverläufe auslösen kann. Aber die Rhino-, Parainfluenza- und auch die anderen endemischen Coronaviren führen in der Regel zu den klassischen Erkältungen, die so nach einer Woche etwa wieder überstanden sind.

Wie erklären Sie sich den Rückgang der Infektionen mit dem Coronavirus? Die Atemwegserkrankungen werden derzeit durch andere Viren hervorgerufen, Corona ist nur noch auf Platz drei in der Liste …

Wir haben eine hohe Grundimmunität in der Bevölkerung erreicht. Zum einen durch die Impfungen und zum anderen durch die Infektionen. Wobei weiterhin gilt: Der beste Schutz bleibt die Kombination aus beidem, das schafft eine Art Superimmunität.

Es waren ja auch bereits sehr viele infiziert, das RKI geht von 35 Millionen aus.

Ja, und da dürfte die Dunkelziffer noch viel höher sein, denn viele haben gar keinen PCR-Test machen lassen oder wussten vielleicht nicht mal, dass sie infiziert waren.

Bei so hohen Infektionsraten findet das Virus dann irgendwann keine neuen Wirte mehr?

So lässt sich das Abflauen der Kurve erklären. Menschen bewegen sich in bestimmten Gruppen, und wenn diese dann gewissermaßen durchseucht sind, gibt es für das Virus keine neuen Verbreitungsmöglichkeiten.

Letztes Thema: die vierte Corona-Impfung. Jemand, der bislang dreimal geimpft ist, nicht zur Risikogruppe gehört und bislang auch noch nicht – zumindest wissentlich – infiziert war, sollte der sich impfen lassen?

Na, sagen wir es mal so: Schaden wird es nicht. Ob es viel nützt, ist allerdings auch fraglich. Die Personen, denen es empfohlen wird, für die kann es sinnvoll sein. Und dann würde ich auch zu den angepassten Impfstoffen raten.

Herr Radbruch, wir danken Ihnen für das Gespräch!

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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Verwendete Quellen
  • Bericht der Arbeitsgemeinschaft Influenza des Robert Koch-Instituts für die 43. KW
  • Interview mit Andreas Radbruch
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