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Multiple Sklerose: So verändert die Krankheit das Leben

t-online, Nina von der Bey

Aktualisiert am 21.04.2020Lesedauer: 3 Min.
Ein älterer Mann schaut in die Ferne: Bei vielen MS-Kranken sind die Symptome äußerlich nicht erkennbar. Dennoch sind die Betroffenen in ihrem Alltag oft stark eingeschränkt.
Ein älterer Mann schaut in die Ferne: Bei vielen MS-Kranken sind die Symptome äußerlich nicht erkennbar. Dennoch sind die Betroffenen in ihrem Alltag oft stark eingeschränkt. (Quelle: Wavebreakmedia/getty-images-bilder)
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Wenn andere die Sonne genießen, sehnt sich Bernd B. zurück in sein kühles Haus. Die Hitze bekommt ihm nicht, sie löst Symptome wie Sehstörungen bei ihm aus. Dann kann er die Umrisse des zwei Meter entfernten Gartenzauns kaum mehr erkennen.

Der 60-Jährige läuft wegen seiner Gleichgewichtsstörungen am Stock. Multiple Sklerose wurde bei ihm vor zehn Jahren diagnostiziert. Die Krankheit führt dazu, dass Betroffene ihre Umwelt zum Teil völlig anders wahrnehmen, mal verschwommen, mal mit schwarzen Flecken.


Multiple Sklerose: Sieben Irrtümer

Irrtum 1: "Wer MS hat, landet im Rollstuhl": Das trifft nicht immer zu. Etwa 15 Prozent der Patienten mit der chronisch-entzündlichen Nervenerkrankung sind auf einen Rollstuhl angewiesen.
Irrtum 2: "MS äußert sich durch Schübe": Nicht immer verläuft MS ausschließlich in Schüben. Meist beginnt die Erkrankung jedoch mit einem schubförmigen Verlauf. Eine Attacke kann dann einige Tage bis mehrere Wochen dauern. Zudem gibt es einen chronisch-fortschreitenden Verlauf. Nach einer von Patient zu Patient unterschiedlich langen Zeit mit Schüben schreitet die Multiple Sklerose dann kontinuierlich fort und die Symptome nehmen zu.
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Der lange Weg zur Diagnose

Von Multiple Sklerose sind in Deutschland sind nach aktuellen Zahlen des Bundesversicherungsamtes mehr als 250.000 Menschen betroffen. Jährlich wird bei mehr als 10.000 Menschen MS neu diagnostiziert. Die Diagnose ist aufgrund der Komplexität der Erkrankung nicht einfach, nur ein Neurologe kann sie stellen. In vielen Fällen vermuten Ärzte hinter Erstsymptomen wie Sehstörungen einen Schlaganfall. Auch nach der Diagnose haben es viele Patienten schwer, denn die Symptome ihrer Erkrankung sind nach außen nicht sichtbar.

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Bei Multiple Sklerose handelt es sich um eine entzündliche Erkrankung des Nervensystems. Die Folge: Impulse werden vom Gehirn nicht richtig über das Knochenmark weitergeleitet. Das geschieht, weil die Schutzschicht der Nervenfasern durch die Entzündung geschädigt werden. Dann kann es zu den Symptomen kommen, unter denen Bernd B. leidet.

MS trifft häufig Menschen zwischen 20 und 40

Wahrscheinlich hatte der gelernte Fliesenleger die Krankheit schon lange vor der Diagnose. "Schon mit vierzig hatte ich Sehstörungen, die dann aber immer wieder verschwanden, an MS wollte ich dabei nicht denken", berichtet er. Dass die MS schon früher begann, ist wahrscheinlich, denn die erste Symptome tauchen meist im Alter von 20 bis 40 Jahren auf. Seit neun Jahren ist Bernd B. Frührentner, eine Arbeit am PC und ein normaler Arbeitsalltag sind für ihn unmöglich.

"Ich kann mich keine zehn Minuten auf eine Sache konzentrieren. Wenn ich Zeitung lesen möchte, schlafe ich nach einigen Minuten ein und kann mich nicht dagegen wehren". Eine totale Müdigkeit, die medizinisch als "Fatigue" bezeichnet wird, hole in immer wieder ein und bremse ihn im Alltag aus.

Geplagt von Depressionen und Blasenstörungen

Neben der Müdigkeit und den Sehstörungen gibt es weitere Symptome, die Bernd B. einschränken. Nachdem er die Diagnose "Multiple Sklerose" erhalten hatte, bekam er Depressionen und nimmt seitdem Antidepressiva. Darüber hinaus leidet Bernd B. unter Blasenstörungen, die ebenfalls typisch für MS sind. Durch die Erkrankung funktioniert die Nervenleitung zwischen Blase und Gehirn nicht richtig. Der Urin muss daher mit einem Katheder abgelassen werden. Aus diesem Grund ist der Frührentner nicht mehr gerne unterwegs. Sein langer Aufenthalt auf der Toilette und die dazu notwendigen Utensilien sind ihm peinlich. Zudem wird Bernd B. von Spastiken geplagt. Die schmerzhaften Krämpfe in den Beinen kann er selber nicht kontrollieren und die Medikamente helfen nur bedingt. Manchmal hat er all die beschriebenen Symptome gleichzeitig.

"Krankheit macht mit Körper, was sie will"

"Die Krankheit macht mit meinem Körper was sie will und ich bin nicht Herr darüber", klagt Bernd B.. Wie er leiden viele Betroffene unter Symptomen, die nach außen hin kaum sichtbar sind. Neben Blasen- auch Darmstörungen zählen hierzu auch sexuelle Störungen, Schmerzen und eine Empfindungsstörungen an verschiedenen Körperstellen.

Besonders für MS-Kranke, die noch berufstätig sind, sind sie unangenehm. Ihnen fällt es nicht leicht, ihrem Umfeld von der Krankheit und ihren Symptomen zu erzählen. Häufig werden diese als peinlich empfunden oder man fürchtet, dass Müdigkeit oder Konzentrationsstörungen nicht als Problem und schweres Symptom einer Krankheit ernst genommen werden.

Multiple Sklerose ist bislang unheilbar

Bei einer schwer verlaufenden MS bleibt es häufig nicht bei den "unsichtbaren" Symptomen. Ein Schub hat dann die Folge, dass plötzlich Arme oder Beine nicht mehr bewegt werden können. Auch ist es möglich, dass die Funktion der Beine dauerhaft beeinträchtigt bleibt und der Patient einen Rollstuhl braucht.

Experten gehen davon aus, dass eine Fehlfunktion des Immunsystems für das Auftreten von Multiple Sklerose verantwortlich ist. Doch auch genetische Ursachen werden vermutet und von Forschern untersucht. Bis heute gibt es kein Medikament, dass Multiple Sklerose heilen kann. Bei Krankheitsschüben werden häufig Kortikosteroide, zu denen auch Cortison zählt, verabreicht. Auch eine Immuntherapie kann die Symptome lindern. Die oben beschriebenen Symptome wie Spastiken oder Depressionen können ebenfalls behandelt werden. Allerdings können die hier angewendeten Medikamente erhebliche Nebenwirkungen mit sich bringen.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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