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Wässriger Durchfall kann ernste Ursachen haben

t-online, nho

Aktualisiert am 03.09.2018Lesedauer: 4 Min.
Dauer Durchfall länger als drei Tage an, ist der Gang zum Arzt ratsam.
Dauer Durchfall länger als drei Tage an, ist der Gang zum Arzt ratsam. (Quelle: LuckyBusiness/getty-images-bilder)
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Durchfall wie Wasser, Bauchschmerzen, Gewichtsverlust und Gelenkbeschwerden: Diese Symptome können auf schwerwiegende Krankheiten hinweisen.

Das Wichtigste im √úberblick


  • Symptome f√ľr eine mikroskopische Kolitis
  • W√§ssriger Durchfall: Was sind die Ursachen?
  • Mikroskopische Kolitis: Behandlung mit Medikamenten

D√ľnnfl√ľssiger Stuhlgang, der kaum noch feste Nahrungsbestandteile enth√§lt, wird als w√§ssriger Durchfall bezeichnet. H√§ufige Begleitsymptome sind Bauchschmerzen, √úbelkeit und Erbrechen. W√§ssriger Durchfall kann in Folge einer bakteriellen oder viralen Infektion oder einer Lebensmittelunvertr√§glichkeit auftreten. Er kann auch auf eine ernsthafte Erkrankung wie die mikroskopische Kolitis hinweisen.


Hausmittel gegen Durchfall: Was wirkt und was schadet

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Grunds√§tzlich richte sich die Behandlung von w√§ssrigem Durchfall nach der Ursache der Beschwerden. Unabh√§ngig davon bedarf es jedoch eines Ausgleichs des Fl√ľssigkeitsverlusts. Die gr√∂√üte Gefahr bei d√ľnnfl√ľssigem Stuhl besteht n√§mlich darin, dass der K√∂rper viele Mineralstoffe (Elektrolyte) und Fl√ľssigkeit verliert. Das f√ľhrt zu Kreislaufproblemen und Austrockung. Wenn die Symptome nach drei Tagen nicht besser werden und auch Hausmittel keine Wirkung zeigen, sollte daher ein Arzt aufgesucht werden.

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Vorsicht: Bei schweren Infektionen mit hohem Fieber oder blutigem Durchfall sollten Sie unverz√ľglich einen Arzt aufsuchen. Meist ist eine Behandlung mit Antibiotika notwendig.

Vorsicht bei chronisch wässrigem Durchfall

Wenn zu w√§ssrigem Durchfall, Bauchschmerzen, Gewichtsverlust und Gelenkbeschwerden hinzukommen und der Diarrh√∂ chronisch wird, sollten Sie hellh√∂rig werden. Denn diese Symptome k√∂nnen auf eine mikroskopische Kolitis hindeuten. Die Erkrankung des Dickdarms ist t√ľckisch, denn sie ist nicht mit Hilfe einer Darmspiegelung zu erkennen. Nur ein Blick ins Mikroskop gibt √Ąrzten die M√∂glichkeit, die Krankheit zu diagnostizieren.

Symptome f√ľr eine mikroskopische Kolitis

Eine mikroskopische Kolitis besteht aus zwei verschiedenen Erkrankungen des Dickdarms, die als kollagene und lymphozyt√§re Kolitis bezeichnet werden. Ein Verdacht auf beide Formen der Erkrankung besteht dann, wenn Patienten l√§nger als vier Wochen unter w√§ssrigem Durchfall leiden.Typisch sind h√§ufige Stuhlg√§nge, wobei bis zu 15 w√§ssrige Durchf√§lle pro Tag auftreten k√∂nnen. Die Krankheit wird deshalb auch als "Syndrom der w√§ssrigen Durchf√§lle" bezeichnet und kommt genauso h√§ufig vor, wie die entz√ľndlichen Darmerkrankungen Morbus Crohn und Colitis ulcerosa.

Das t√ľckische an der mikroskopischen Kolitis ist: √Ąrzte k√∂nnen sie bei einer Darmspiegelung mit blo√üem Auge nicht erkennen, da die Darmschleimhaut keine Ver√§nderungen aufweist. Auch Untersuchungen des Stuhlgangs liefern keinen Aufschluss √ľber eine m√∂gliche Erkrankung. Um einen eindeutigen Befund zu erhalten, muss der Arzt kleine Gewebeproben entnehmen und diese unter dem Mikroskop untersuchen. Erst hier f√§llt bei betroffenen Patienten ein verdicktes Kollagenband in der Darmschleimhaut auf.

Wässriger Durchfall schränkt die Lebensqualität ein

Eine mikroskopische Kolitis geht nicht nur mit w√§ssriger Diarrh√∂ einher. Stuhlinkontinenz und M√ľdigkeit sind weitere Symptome, welche die Krankheit begleiten und die Lebensqualit√§t der Betroffenen erheblich einschr√§nken k√∂nnen. Zudem treten bei manchen Patienten Erkrankungen an anderen Organen au√üerhalb des Darms auf. Hierzu geh√∂ren zum Beispiel rheumatische Beschwerden in den Gelenken, Schuppenflechte an der Haut oder eine gest√∂rte Schilddr√ľsenfunktion.

Durchfall wie Wasser auch beim Reizdarm

Die Diagnose mikroskopische Kolitis wird h√§ufig erst sp√§t gestellt, da ihre Symptome dem so genannten Reizdarm sehr √§hnlich sind. Auch beim Reizdarm treten immer wieder Bauchschmerzen, √úbelkeit, Gewichtsverlust und Durchfall mit w√§ssriger Konsistenz auf. Viele Patienten werden daher √ľber Jahre hinweg falsch behandelt, ohne dass sich die Beschwerden bessern. Sie leiden dabei ganz unn√∂tig, denn w√§hrend ein Reizdarm nur schwer zu behandeln ist, gibt es bei mikroskopischer Kolitis gute Therapiem√∂glichkeiten. Daher ist es wichtig, die Ursachen der Beschwerden fr√ľhzeitig abkl√§ren zu lassen.

Fieber, Erbrechen oder blutige Beimengungen im Stuhl, die bei anderen Darmerkrankungen wie beispielsweise einer Salmonellose (Infektion durch Salmonellen-Bakterien) auftreten, sind bei einer mikroskopischen Kolitis selten. Liegen sie zusätzlich zu den Symptomen der mikroskopischen Kolitis vor, liegt an eine andere Erkrankung oder Infektion des Darms nahe.

Wässriger Durchfall: Was sind die Ursachen?

Die Ursachen f√ľr eine mikroskopische Kolitis sind noch weitestgehend unbekannt, es werden jedoch verschiedene Theorien diskutiert. So sehen √Ąrzte einen Zusammenhang zwischen einer kollagenen Kolitis und Nebenwirkungen bestimmter Medikamente zur Schmerzbehandlung von Gelenkbeschwerden. Bei der H√§lfte der Patienten mit lymphozyt√§rer Kolitis konnten Antik√∂rper nachgewiesen werden, die sich gegen den eigene K√∂rper richten.

Die Erkrankung kann deshalb m√∂glicherweise zu den sogenannten Autoimmunerkrankungen gerechnet werden. Wie diese m√∂glichen Ursachen allerdings zu einer Verdickung des Kollagenbandes in der Darmschleimhaut f√ľhren k√∂nnen, ist noch nicht weiter erforscht.

Bakterien und Viren als Ursache f√ľr w√§ssrigen Durchfall

Wenn der Stuhl die Konsistenz von Wasser hat, kann auch eine Infektion mit Viren (Magen-Darmgrippe) oder Bakterien (zum Beispiel Salmonelleninfektion) dahinterstecken. Die häufigste Ursache von infektiösen Durchfällen, oft begleitet von Bauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen sowie leicht erhöhter Körpertemperatur, sind Rotaviren und Noroviren.

Durchfallerkrankungen, hervorgerufen durch Bakterien, sind seltener, aber das Krankheitsbild ist oft schwerwiegender wie beispielweise bei einer Lebensmittelvergiftung. Folgende Bakterien können Darminfektionen mit wässrigem Durchfall hervorrufen:

  • Salmonelleninfektion
  • E.coli-Bakterien (EHEC)
  • enterotoxinbildenden E. coli-Bakterien (ETEC)
  • Campylocacter-Bakterien
  • Shigellen (Bakterien-Ruhr)

Daneben könne auch Parasiten wie Lamblien und Amöben wässrigen Durchfall verursachen. Sie finden sich häufig in verseuchtem Trinkwasser und treten vermehr bei Durchfallerkrankungen in tropischen Ländern auf (Reisdurchfall).

Vorsicht Fettstuhl: Dieser w√§ssrig gl√§nzende, schaumige und √ľbelriechende Durchfall entsteht, wenn die mit der Nahrung aufgenommenen Fette nicht ausreichend vom Stoffwechsel verwertet und in die Blutbahn aufgenommen werden. Anstelle dessen gelangen sie in den Stuhl. Fettstuhl (Steatorrhoe)) kann auf eine Minderfunktion der Bauchspeicheldr√ľse hinweisen, aber auch auf entz√ľndliche Darmerkrankungen.

W√§ssriger Stuhl infolge chronisch entz√ľndlicher Darmerkrankungen

Ausl√∂ser f√ľr w√§ssrigen Durchfall k√∂nnen neben der mikroskopischen Kolitis und einer Infektion durch Viren und Bakterien auch andere chronisch entz√ľndliche Darmerkrankungen wie Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn sein. Diese verursachen nicht nur Magen-Darmbeschwerden wie Bauchschmerzen, Bl√§hungen und Durchfall, sondern k√∂nnen dar√ľber hinaus auch Augenentz√ľndungen, Arthritis oder Hautirritationen mit sich ziehen.

Mikroskopische Kolitis: Behandlung mit Medikamenten

Das "Syndrom der w√§ssrigen Durchf√§lle" ist mit Medikamenten gut zu behandeln. Dabei haben sich Kortisonpr√§parate bew√§hrt, die den Wirkstoff Budesonid enthalten. Sie werden auch bei anderen entz√ľndlichen Erkrankungen wie Asthma oder Rheuma eingesetzt.

Allerdings klagen etwa 40 Prozent der Patienten √ľber chronische Beschwerden und immer wieder auftretenden w√§ssrigen Durchfall. Eine Operation wurde bisher aber nur selten und bei sehr schweren F√§llen durchgef√ľhrt. Dabei wird ein k√ľnstlicher Darmausgang gelegt, der daf√ľr sorgt, dass der erkrankte Teil des Darms nicht weiter belastet wird.

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√Ąltere Frauen sind h√§ufiger betroffen

Eine mikroskopische Kolitis wurde in den letzten 30 Jahren immer h√§ufiger diagnostiziert. Dies h√§ngt nicht nur mit einer verbesserten Erkennung der Krankheit zusammen, sondern auch mit einer realen Zunahme der Krankheitsf√§lle. J√§hrlich betroffen sind etwa zehn Patienten pro 100.000 Einwohner. Dabei erkranken Frauen etwa f√ľnf mal h√§ufiger als M√§nner. Insbesondere bei Frauen √ľber 65 Jahren steigt das Risiko f√ľr eine mikroskopische Kolitis und der damit verbundenen chronischen Diarrh√∂ deutlich an.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte √Ąrzte. Die Inhalte von t-online k√∂nnen und d√ľrfen nicht verwendet werden, um eigenst√§ndig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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