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Schuppenflechte kann auf die Gelenke gehen

t-online, Ann-Kathrin Landzettel

Aktualisiert am 07.02.2020Lesedauer: 4 Min.
Schuppenflechte am Ellenbogen: Bei Menschen, die an Psoriasis Arthritis erkranken, reagiert zuerst die Haut. Sie zeigt meist rundliche Flecken, die silbrige Schuppen aufweisen.
Schuppenflechte am Ellenbogen: Bei Menschen, die an Psoriasis Arthritis erkranken, reagiert zuerst die Haut. Sie zeigt meist rundliche Flecken, die silbrige Schuppen aufweisen. (Quelle: PositiveFocus/getty-images-bilder)
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Wer Schuppenflechte (Psoriasis) hört, denkt meist an gerötete, juckende Hautstellen. Was die wenigsten wissen: Die Erkrankung kann auch die Gelenke betreffen – und dort schmerzhafte Entzündungen auslösen. Was hinter Psoriasis Arthritis steckt.

Das Wichtigste im Überblick


  • Psoriasis ist eine Autoimmunerkrankung
  • Psoriasis Arthritis: Schuppenflechte mit Gelenkentzündung
  • Symptome der Psoriasis Arthritis
  • Häufig betroffene Körperregionen
  • Formen der Psoriasis-Arthritis
  • Diagnose
  • Psoriasis Arthritis behandeln
  • Therapie mit Medikamenten
  • Nicht-medikamentöse Behandlung
  • Selbsthilfe und Ernährung

Schuppenflechte, auch Psoriasis genannt, ist eine genetisch bedingte, nicht ansteckende, chronische Erkrankung, die sowohl die Haut als auch Sehnen und Gelenke betreffen kann. Mit zwei bis drei Millionen Betroffenen in Deutschland gehört die Schuppenflechte zu den häufigsten chronischen Hauterkrankungen. Bei einem Teil der Betroffenen entwickelt sich im Laufe des Lebens eine entzündliche Gelenkerkrankung – bei der Mehrzahl der Patienten erst nach jahrelangem Bestehen der Schuppenflechte.


Fotoserie: Die zehn besten Lebensmittel bei Arthrose

1. Obst und Gemüse sollten bei Arthrose-Patienten ganz weit oben auf dem Ernährungsplan stehen. Sie sollten möglichst bunt essen und ihre Grundlage aus Obst und Gemüse schaffen. Denn diese liefern wichtige Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente, welche dem Entzündungsprozess entgegensteuert.
2. Nüsse und Samen. In Nüssen und Samen befinden sich nicht nur wertvolles Vitamin E, sondern vor allem die gesunden Omega-3-Fettsäuren. Diese wirken entzündungshemmend und können Gelenkschmerzen und Gelenksteife reduzieren.
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Psoriasis ist eine Autoimmunerkrankung

Psoriasis ist eine Autoimmunerkrankung. Das bedeutet, dass die körpereigenen Abwehrkräfte falsch programmiert sind und körpereigenes Gewebe als fremd identifizieren. Deswegen versucht das Immunsystem, durch eine Entzündungsreaktion den mutmaßlichen Eindringling zu zerstören. Das kann an unterschiedlichen Stellen des Körpers passieren – und betrifft nicht nur die Haut.

Psoriasis Arthritis: Schuppenflechte mit Gelenkentzündung

Geht die Schuppenflechte mit Gelenkentzündungen einher, sprechen Mediziner von Psoriasis Arthritis (PsA) oder auch Schuppenflechte-Arthritis oder Arthritis psoriatica. "Dabei findet der gleiche Prozess, der bei Schuppenflechte auch in der Haut abläuft, in der Gelenkhaut statt", erklärt Dr. Dirk Meyer-Rogge, Hautarzt und unter anderem Mitglied im Berufsverband der Dermatologen. Die Folge: entzündete Gelenke.

Jeder vierte bis sechste Psoriasis-Patient entwickelt im Laufe der Zeit Entzündungen an den Gelenken, die mit Gelenkschmerzen und -schwellungen sowie Steifigkeit einhergehen. Trotz der ähnlichen Symptome ist die Erkrankung nicht mit Rheuma zu verwechseln.

Symptome der Psoriasis Arthritis

Das Erscheinungsbild der Erkrankung ist vielfältig. Bei drei Vierteln aller Menschen, die unter Psoriasis Arthritis leiden, reagiert zuerst die Haut. Sie zeigt rote, scharf umrissene, leicht erhabene und meist rundliche Flecken, die unangenehm jucken und silbrige Schuppen aufweisen. Betroffen sind vor allem die kleinen Gelenke an Fingern und Zehen, häufig auch die Kniegelenke, die Sprunggelenke sowie der untere Rücken.

Die Bewegungsfähigkeit kann stark eingeschränkt und mit Schmerzen verbunden sein. Auch die Sehnenscheiden und ihre Ansätze am Knochen können entzündet sein. Betroffene haben oft mit Morgensteifigkeit der Gelenke sowie starker Müdigkeit zu kämpfen. Manche Patienten leiden auch unter entzündeten Augen.

Kritisch wird es, wenn größere Gelenke oder die Wirbelsäule betroffen sind. Je nach Ausprägung der Erkrankung sind die Betroffenen in ihren Bewegungsmöglichkeiten stark eingeschränkt. Es drohen langfristige Schäden an den Gelenken. Manche Betroffene werden arbeitsunfähig. Um Folgeschäden wie Osteoporose vorzubeugen, ist vor allem eine frühzeitige Erkennung wichtig.

Häufig betroffene Körperregionen

  • Ellenbogen
  • Knie
  • Nägel
  • Nabelbereich
  • Kopfhaut
  • Gehörgang
  • Leiste
  • Achseln
  • Gesäßfalte
  • Brustregion

Meist liegen um die zehn Jahre zwischen den ersten Hauterscheinungen und den Gelenkentzündungen. Bei etwa jedem zehnten Patienten tritt die Psoriasis Arthritis ohne Hauterscheinungen auf. Oft zeigen sich die Gelenkbeschwerden um das 30. Lebensjahr herum zum ersten Mal. Der Verlauf der Schuppenflechte mit Arthritis kann sehr unterschiedlich sein. Manche Erkrankte haben kaum Beschwerden, andere leiden stark. Aktive Phasen können sich mit Ruhephasen abwechseln, in denen Haut und Gelenke kaum Beschwerden verursachen.

Formen der Psoriasis-Arthritis

Abhängig von den betroffenen Gelenken lässt sich zwischen verschiedenen Unterformen der Psoriasis-Arthritis unterscheiden:

  • Asymmetrische Form: Oft sind Knie, Händen oder Füße betroffen
  • Symmetrische Polyarthritis: Betrifft meist die mittleren oder großen Gelenke
  • Interphalangeal dominante Arthritis: Die Gelenke zwischen Fingergliedern (Interphalangealgelenke) sind entzündet.
  • Arthritis mutilans: Die betroffenen Gelenke an Händen und Füßen sind deformiert und ungewöhnlich beweglich.
  • Spondyloarthritis. Die Wirbelsäule ist versteift und schmerzt.

Diagnose

Bislang existiert keine Untersuchung, mit der eine Psoriasis Arthritis zweifelsfrei nachgewiesen werden kann. Experten schätzen, dass bei rund einem Zehntel aller Patienten keine Hautveränderungen auftreten. Für den Arzt wird es dadurch schwieriger, diese Ausprägung der Schuppenflechte von anderen Gelenkerkrankungen zu unterscheiden. Allerdings lässt sich die Erkrankung eindeutig von Rheuma abgrenzen: Im Labor lassen sich – anders als bei der rheumatoiden Arthritis – keine Rheumafaktoren, also spezifische Antikörper, im Blut nachweisen, erklärt der Dermatologe Meyer-Rogge.

Psoriasis Arthritis behandeln

Je früher die Erkrankung behandelt wird, desto eher lassen sich Gelenkschäden verhindern. Mit der richtigen Therapie können die Beschwerden oftmals so eingedämmt werden, dass die Betroffenen weitestgehend beschwerdefrei sind. Zur Behandlung werden in der Regel mehreren Therapieelemente parallel eingesetzt. Heilbar ist Psoriasis Arthritis allerdings bislang nicht.

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Therapie mit Medikamenten

Neben Schmerzmitteln wie etwa Ibuprofen oder Diclofenac kommen sogenannte Basismedikamente zum Einsatz, die die Zerstörung der Gelenke aufhalten und zudem die Symptome eindämmen.

Zu den Basismedikamenten zählen:

  • Methotrexat (MTX)
  • Sulfasalazin
  • Leflunomid
  • Ciclosporin A
  • Biologika

Biologika sind als Basismedikamente erst seit einigen Jahren auf dem Markt und werden bei mittelschweren oder schweren Verläufen der Krankheit eingesetzt. Sie unterdrücken Entzündungen und sind in der Regel gut verträglich.

Auch Kortison kann Schuppenflechte und Entzündungen der Gelenke schnell lindern, sollte wegen der möglichen Nebenwirkungen wie zum Beispiel Bluthochdruck, Gewichtszunahme, Osteoporose oder Diabetes mellitus aber möglichst nur lokal angewendet werden.

Nicht-medikamentöse Behandlung

Neben Medikamenten können verschiedene weitere Therapieformen dazu beitragen, die Gelenke beweglich zu halten und die Schmerzen zu lindern. Infrage kommen:

  • Physiotherapie oder Krankengymnastik
  • Ergotherapie
  • Entspannungstechniken
  • Funktionstraining, bei dem in Gruppenübungen schonend bestimmte Körperpartien wie Gelenke behandelt werden

Selbsthilfe und Ernährung

Bestimmte Faktoren fördern die Schuppenflechte und können damit auch die Beschwerden bei Psoriasis Arthritis verstärken: Betroffene sollten besonders auf das Rauchen verzichten. Aber auch Rotwein und der Geschmacksverstärker Glutamat sollten gemieden werden.

Die Beschwerden lassen sich häufig durch bestimmte Sportarten wie Schwimmen, Radfahren oder Walken lindern. Über geeignete Möglichkeiten sollten Patienten mit Ihrem Arzt sprechen.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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Verwendete Quellen
  • Deutscher Psoriasis Bund e.V.
  • Deutsche Rheuma-Liga e.V.
  • Techniker Krankenkasse
  • Eigene Recherchen
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