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Corona | Studie: Bestimmte Mundspülungen könnten Infektionsgefahr senken

Aktuelle Corona-Studie  

Bestimmte Mundspülungen könnten Corona-Gefahr senken

22.04.2021, 08:04 Uhr
Corona | Studie: Bestimmte Mundspülungen könnten Infektionsgefahr senken. Mundspülung: Forscher gehen der Frage nach, ob sie das Risiko einer Corona-Infektion senken kann. (Quelle: Getty Images/AndreyPopov)

Mundspülung: Forscher gehen der Frage nach, ob sie das Risiko einer Corona-Infektion senken kann. (Quelle: AndreyPopov/Getty Images)

Schon länger wird Gurgeln empfohlen, um das Corona-Infektionsrisiko zu senken. Forscher sehen nun Hinweise, dass Mundspülungen noch einen weiteren Effekt erzielen. Doch es kommt darauf an, wie sie angewandt werden.

Handelsübliche Mundspülungen lassen das Coronavirus SARS-CoV-2 offenbar nach 30 Sekunden teils vollständig verschwinden. Das hat ein Forscherteam mit Virologen der Universität Bochum bereits 2020 in Laborexperimenten herausgefunden. Laut ihrer Studie könnte das Gurgeln von bestimmten viruziden Mundspülungen helfen, kurzzeitig die Viruslast und somit auch das Risiko einer möglichen Übertragung des Virus zu senken.

Auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn empfiehlt das Gurgeln mit Mundspülungen, um die Gefahr einer Ansteckung zu verringern. "Wissenschaftlich belegt ist das noch nicht", sagte Spahn Ende 2020 der "Neuen Osnabrücker Zeitung".

"Aber die Idee dahinter ist, dass Gurgeln mit Mundspülungen aus in Alkohol gelösten ätherischen Ölen oder sogar Kochsalz die Viruslast im Mund-und-Rachen-Raum senken soll", so der Minister. Schaden könne es sicher nicht. Zuvor hatte auch die Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene eine explizite Gurgel-Empfehlung ausgesprochen.

Wichtig: Ein sicherer Schutz vor der Ansteckung mit dem Coronavirus ist die Verwendung von Mundspülungen allerdings nicht.

Laut einer aktuellen Studie könnten Mundspülungen nicht nur dabei helfen, die Ansteckungsgefahr mit dem Coronavirus zu senken, sondern vermutlich auch schwere Covid-19-Verläufe zu verhindern.

Neue Studie: Senken Mundspülungen auch das Sterberisiko?

Ein Forscherteam aus Großbritannien, Südafrika und den USA hat Hinweise gefunden, dass bei einer Covid-19-Erkrankung zunächst nicht die Atemwege, sondern die Blutgefäße der Lunge getroffen sind. Zudem sei das Sterberisiko bei einer hohen Konzentration von SARS-CoV-2 in Speichel und auch bei Parodontitis deutlich höher. Die Ergebnisse der Untersuchung wurden kürzlich im englischsprachigen Fachblatt "Journal of Oral Medicine and Dental Research" veröffentlicht.

Parodontitis – häufig auch Parodontose genannt – bezeichnet eine bakterielle Entzündung des Zahnfleischs. Durch mangelnde Mundhygiene oder eine falsche Putztechnik kann sich ein bakterieller Zahnbelag bilden, der schließlich auch das Zahnfleisch angreift. Die beginnende Entzündung bleibt häufig unerkannt, weil sie keine Schmerzen verursacht.

Den Forschern zufolge kann das Coronavirus über den Speichel in die Lunge gelangen. Bereits im Mund könnten die Krankheitserreger auch in den Blutkreislauf eindringen – und so schneller die Lunge erreichen. Dies geschehe vor allem dann, wenn der Betroffene an einer Zahnfleischerkrankung leidet, die das Zahnfleisch undichter macht. Über die Blutbahn könne das Virus dann durch die Hals- und Brustvene zunächst ins Herz gelangen, bevor es die Lunge erreicht. Damit steige die Wahrscheinlichkeit für schwere Krankheitsverläufe.

Mundhygiene könnte vor schweren Covid-19-Verläufen schützen

Eine einfache Mundhygiene könnte demnach verhindern, dass Covid-19-Erkrankungen schwer verlaufen oder sogar tödlich enden. Zu den Maßnahmen gehören neben sorgfältigem Zähneputzen auch spezielle Mundspülungen. Sie könnten dazu beitragen, "die Konzentration des Virus im Speichel zu verringern und die Entwicklung einer Lungenerkrankung und das Risiko einer Verschlechterung zu einer schweren Covid-19-Erkrankung zu mindern", heißt es in der Studie.

Dabei sei jedoch wichtig, dass viruzide Mundspüllösungen verwendet werden. Diese sind rezeptfrei in der Apotheke erhältlich.

Experte: Mundspüllösungen einsetzen, um Pandemie zu bekämpfen

"Das Gurgeln mit Rachen-Desinfektionsmitteln senkt die Viruskonzentration so entscheidend, dass man nicht mehr ansteckend ist. Rechtzeitig angewandt oder als Prophylaxe sind außerdem – wenn überhaupt – nur leichte Krankheitsverläufe zu erwarten", sagte der Hygiene-Professor Dr. Klaus-Dieter Zastrow der "Bild".

"Die viruzide (also virustötende) Wirkung von Mundspüllösungen wie Betaisodona ist wissenschaftlich belegt und auch für das Coronavirus nachgewiesen." Auch gegen jede Mutante würden Mund-Rachen-Desinfektionsmittel wirksam bleiben.

"Flächendeckend eingesetzt könnten viruzide Mundspüllösungen sicherer als Schnelltests dazu beitragen, dass Infektionsketten unterbrochen werden und die Pandemie bald endet. Das muss auch die Politik endlich begreifen und umsetzen", so Zastrow.

Rachenspray: Es kann bei Halsschmerzen angewandt werden. (Symbolbild) (Quelle: Getty Images/solidcolours)Rachenspray: Es kann bei Halsschmerzen angewandt werden. (Symbolbild) (Quelle: solidcolours/Getty Images)

Gegen Corona: Gurgeln oder sprühen?

Eine weitere Untersuchung berichtet zudem über eine effektive Senkung der Viruslast durch unterschiedliche Mund- und Rachensprays, die in der Mundhöhle aufgebracht werden. In Laborexperimenten zeigten sie ebenfalls einen Effekt gegen das Coronavirus – die Überprüfung am Menschen steht aber hier noch aus.

Mit Sprays ist generell ein tieferes Eindringen der antiseptischen Lösung möglich. Denn die Sprühfläschchen sind meist mit einem Mund-Rachen-Applikator ausgerüstet. Beim Gurgeln hingegen können nicht immer die gesamte Mund-Rachen-Schleimhaut und die tiefen Bereiche des Rachens benetzt werden.

Tipp: Beim Einsprühen sollten Sie ein lautes "A" sprechen. Dabei wird das Gaumensegel angehoben und die Lösung gelangt tiefer in den Rachen.

Doch allzu häufig sollten Mundspülungen und -sprays nicht eingesetzt werden, da sie die Mundschleimhaut reizen und somit die Mundflora langfristig schädigen können.

Verwendete Quellen:

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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