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Coronavirus: Bestimmte Mundspülungen könnten Corona-Gefahr senken

Gurgeln oder sprühen?  

Bestimmte Mundspülungen könnten Corona-Gefahr senken

15.10.2020, 14:21 Uhr
Coronavirus: Bestimmte Mundspülungen könnten Corona-Gefahr senken. Rachenspray: Es kann bei Halsschmerzen angewandt werden. (Symbolbild) (Quelle: Getty Images/solidcolours)

Rachenspray: Es kann bei Halsschmerzen angewandt werden. (Symbolbild) (Quelle: solidcolours/Getty Images)

Forscher haben Hinweise darauf gefunden, dass Mundspülungen aus der Drogerie das Infektionsrisiko mit dem Coronavirus reduzieren. Dabei kommt es aber auch darauf an, wie sie angewandt werden.

Handelsübliche Mundspülungen lassen das Coronavirus SARS-CoV-2 offenbar nach 30 Sekunden teils vollständig verschwinden. Das hat ein Forscherteam mit Virologen der Universität Bochum in Laborexperimenten herausgefunden.

Im Mund-Rachen-Raum von Corona-Patienten können teilweise hohe Viruslasten nachgewiesen werden. Laut der Studie könnte die Anwendung von bestimmten Mundspülungen helfen, zumindest kurzzeitig die Viruslast und somit auch das Risiko einer möglichen Übertragung des Virus zu senken. Dies könne beispielsweise bei zahnärztlichen Behandlungen nützlich sein, heißt es in der Pressemitteilung der Ruhr-Universität Bochum.

Wichtig: Ein sicherer Schutz vor der Ansteckung mit dem Coronavirus ist die Verwendung von Mundspülungen allerdings nicht. Denn "Gurgeln mit einem Mundwasser kann die Produktion von Viren in den Zellen nicht hemmen", betonen die Forscher. Auch zur Behandlung von Covid-19 eigne sich Mundwasser nicht.

Laborexperiment mit acht Mundspülungen

Die Forscher testeten acht Mundspülungen mit unterschiedlichen Inhaltsstoffen, die in Apotheken oder Drogeriemärkten in Deutschland erhältlich sind. Es handelt sich dabei um folgende Produkte:

  • Cavex Oral Pre Rinse
  • Chlorhexamed Forte
  • Dequonal
  • Dynexidine Forte 0,2 %
  • Iso-Betadine mouthwash 1,0 %
  • Listerine cool mint
  • Octenident mouthwash
  • ProntOral mouthwash

Das Experiment fand im Labor statt. Die Wissenschaftler mischten jede Mundspülung mit Coronaviruspartikeln und einer speichelähnlichen Substanz. Danach schüttelten sie das Gemisch 30 Sekunden lang, um ein Gurgeln zu simulieren.

Mundspülung: Forscher gehen der Frage nach, ob sie das Risiko einer Corona-Infektion senken kann. (Quelle: Getty Images/AndreyPopov)Mundspülung: Forscher gehen der Frage nach, ob sie das Risiko einer Corona-Infektion senken kann. (Quelle: AndreyPopov/Getty Images)

Das Ergebnis: Alle getesteten Mundspülungen konnten die Viruslast in den Proben senken. Drei von ihnen sogar so weit, dass die Forscher nach 30 Sekunden "gurgeln" keine Viren mehr nachweisen konnten – nämlich "Dequonal", "Iso-Betadine mouthwash" und "Listerine cool mint". Die Ergebnisse der Untersuchung wurden bereits Ende Juli im englischsprachigen Fachblatt "Journal of Infectious Diseases" veröffentlicht.

Die Autoren der Studie weisen aber darauf hin, dass das Laborergebnis noch in klinischen Studien am Menschen bestätigt werden müsse. Die Forschungsfragen lauten: Können Mundspülungen auch beim echten Gurgeln die Viruslast im Mund-Rachen-Raum minimieren? Und wie lange hält dieser Effekt an?

Gegen Corona: Gurgeln oder sprühen?

Neuere Untersuchungen berichten zudem über eine effektive Senkung der Viruslast durch unterschiedliche Mund- und Rachensprays, die in der Mundhöhle aufgebracht werden. In Laborexperimenten zeigten sie ebenfalls einen Effekt gegen das Coronavirus – die Überprüfung am Menschen steht aber auch hier noch aus.

Mit Sprays ist generell ein tieferes Eindringen der antiseptischen Lösung möglich. Denn die Sprühfläschchen sind meist mit einem Mund-Rachen-Applikator ausgerüstet. Beim Gurgeln hingegen können nicht immer die gesamte Mund-Rachen-Schleimhaut und die tiefen Bereiche des Rachens benetzt werden.

Tipp: Beim Einsprühen sollten Sie ein lautes "A" sprechen. Dabei wird das Gaumensegel angehoben und die Lösung gelangt tiefer in den Rachen.

Doch allzu häufig sollten Mundspülungen und -sprays nicht eingesetzt werden, da sie die Mundschleimhaut reizen und somit die Mundflora langfristig schädigen können.

Verwendete Quellen:

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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