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Corona: Ist die Maske gefährlich für Kinder? | Der Faktencheck

Faktencheck  

Coronavirus: Ist die Maske gefährlich für Kinder?

03.10.2020, 13:19 Uhr | Marc Fleischmann, dpa

Corona: Ist die Maske gefährlich für Kinder? | Der Faktencheck. Kind mit Maske: In Corona-Zeiten ist die Maske für viele Schulkinder in Deutschland ein treuer Begleiter. Doch ist das Tragen von Masken für Kinder gefährlich? (Quelle: Getty Images/skynesher)

Kind mit Maske: In Corona-Zeiten ist die Maske für viele Schulkinder in Deutschland ein treuer Begleiter. Doch ist das Tragen von Masken für Kinder gefährlich? (Quelle: skynesher/Getty Images)

Ein Mädchen soll durch das Tragen einer Alltagsmaske gestorben sein. Diese Behauptung wird im Internet geteilt. Sind Masken für Kinder gefährlich? Ein Faktencheck.

In Corona-Zeiten ist die Maske für viele Schulkinder in Deutschland ein treuer Begleiter. Die Maskenpflicht gefährde aber die Kinder, heißt es vielfach in sozialen Netzwerken. Stimmt das?

Behauptung:

Das Tragen einer Maske stellt eine Gefahr für das Wohl des Kindes dar und kann sogar zum Tod führen.

Bewertung:

Das ist falsch. Wenn es sich um eine luftdurchlässige Community-Maske handelt, besteht für das Kind keine Gefahr.

Fakten: 

"Unmöglich" sei es, dass ein Kind durch das Tragen einer Alltagsmaske ums Leben kommen könne, sagt der Berliner Mediziner und Sprecher des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte, Jakob Maske, auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Auch kleine Kinder könnten einen Mundschutz tragen. "Das ist gar kein Problem", erklärt der Experte.

Angenommen, ein Kind würde tatsächlich nicht genügend Sauerstoff oder zu viel CO2 einatmen, dann würde es müde werden und sich abgeschlagen fühlen, so der Mediziner. In diesem Fall würde das Kind die Maske von allein abnehmen. "Davon stirbt man aber auf gar keinen Fall", erklärt der Experte, denn: "Das CO2 ist ein Gas und bleibt im Stoff nicht hängen." Dominic Dellweg, Chefarzt für Pneumologie am Fachkrankenhaus Kloster Grafschaft, veranschaulicht das: "Wenn Luft durch die Maske geht, gehen auch Sauerstoff und CO2 durch." Auch er schließt aus, dass ein gesundes Kind durch die Verwendung einer Alltagsmaske stirbt.

Aber warum atmet man mit Maske schlechter?

Eine Maske stellt allgemein – unabhängig von Sauerstoff und CO2 – einen Widerstand für die Atmung dar. Dadurch erhöhe sich die Atemanstrengung und das Gehirn könne eine Luftnot melden, erklärt Dellweg. Deshalb rät er zu einer "sehr gut durchatembaren" Maske für Kinder. Im Gegensatz zu den medizinischen Masken gibt es bei den sogenannten Community-Masken dafür keine Norm.

Richtig desinfizieren: Das machen wir bei Gesichtsmasken aus Stoff oft falsch

Allgemein gilt für Kinder, die noch nicht das Grundschulalter erreicht haben, eine "Kann-Empfehlung" für Masken, erklärt die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin. Säuglinge sollten der Empfehlung zufolge keine Maske tragen.

Was, wenn das Kind Asthma hat?

Bei Kindern, die aufgrund einer Erkrankung in ihrer Herz- oder Lungenfunktion eingeschränkt sind, soll das Risiko der Maske individuell mit dem Arzt abgeklärt werden. Ein Beispiel: Asthmakranke Kinder können bei einem Anfall in Atemnot geraten. In so einem Fall verschlechtert die Maske nach Worten von Dominic Dellweg die Situation.

Die Diskussion um die Gefahr des Kindeswohles durch Tragen von Masken wurde durch mehrere Falschmeldungen in sozialen Netzwerken entfacht. In einem Beitrag wird etwa behauptet, dass ein sechsjähriges Mädchen bei Schweinfurt durch das Tragen einer Maske erst bewusstlos wurde und dann starb. Die Polizei in Unterfranken nahm dazu bereits Stellung: "Das sind Internetmärchen, die seit Dienstag auf verschiedenen Social-Media-Kanälen in der Region verbreitet werden", erläuterte eine Sprecherin.

Auch von dem angeblich maskenbedingten Tod zweier Kinder in Ostfriesland und in Wiesbaden ist in sozialen Netzwerken die Rede. Die zuständigen Staatsanwaltschaften in Wiesbaden und Aurich (Ostfriesland) teilten allerdings der dpa mit, dass ihnen keine solchen Fälle bekannt seien.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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