Sie sind hier: Home > Gesundheit > Coronavirus >

Aerosole in der Luft: Können mobile Luftreiniger das Corona-Infektionsrisiko senken?

Aerosole in der Raumluft  

Können mobile Luftreiniger das Corona-Infektionsrisiko senken?

10.10.2020, 16:01 Uhr | mwe, AFP

Aerosole in der Luft: Können mobile Luftreiniger das Corona-Infektionsrisiko senken?. Luftreiniger: Die Geräte sind im Fachhandel oder auch in Baumärkten erhältlich. (Quelle: Getty Images/Jomkwan)

Luftreiniger: Die Geräte sind im Fachhandel oder auch in Baumärkten erhältlich. (Quelle: Jomkwan/Getty Images)

Das Coronavirus verbreitet sich am besten in schlecht belüfteten Räumen. Neben dem Lüften könnten auch Luftreiniger dem entgegenwirken, sagen Experten. Doch die Geräte haben auch Grenzen.

Mit den kühleren Tagen verlagert sich das Leben wieder mehr in die Innenräume. Treffen viele Menschen in Schulen, Büros oder Cafés aufeinander, ist dort die Ansteckungsgefahr mit dem Coronavirus erhöht. Lüften zählt zu den wichtigsten Maßnahmen, um die Raumluft virenfrei zu bekommen. Außerdem sinnvoll können mobile Luftreiniger sein – doch nicht alle Geräte wirken gegen SARS-CoV-2.

Was Luftfilter gegen das Coronavirus ausrichten können

Forscher verschiedener Universitäten und das Umweltbundesamt nahmen die Eignung mobiler Luftfilteranlagen bereits unter die Lupe. So fanden Experten der Universität Göttingen in einem Testlauf unter Praxisbedingungen jüngst heraus, dass ein geeignetes Luftfiltersystem die Aerosolkonzentration in einem Klassenraum nach einer halben Stunde um 90 Prozent senkt und dadurch das Risiko von Ansteckungen deutlich reduzieren kann.

Auch Fachleute der Münchner Bundeswehr-Universität kamen in eigenen systematischen Untersuchungen zu dem Ergebnis, dass die Konzentration von Virentröpfchen durch den Einsatz eines professionellen Geräts in der Luft schon nach wenigen Minuten deutlich sinkt und sich keine Aerosole mehr anreichern können.

Die Stiftung Warentest hat sieben Luftreiniger auf ihre Wirksamkeit hin untersucht. Hier erfahren Sie, welches Gerät zum Testsieger gekürt wurde.

Alle Experten betonen dabei allerdings zugleich die Grenzen des Einsatzes solcher Geräte. Das Umweltbundesamt, das sich auch schon in einer eigenen Stellungnahme mit Luftfiltern zur Virenabwehr beschäftigte, empfiehlt deren Einsatz während des Schulunterrichts daher allenfalls "flankierend" für Fälle, in denen relativ viele Schüler in einem Raum zusammenkommen. Nach Einschätzung der Fachleute reicht die Wirkung nicht aus, Viren über die gesamte Unterrichtsdauer wirkungsvoll aus der Luft zu filtern. Ausreichendes Lüften sei der beste Weg.

Verbraucherzentrale warnt: "kein alleiniges Wundermittel"

Das bestätigt auch die Verbraucherzentrale. Lüften mit Durchzug bleibe das beste Mittel, um Raumluft von möglichen Coronaviren zu befreien. Luftreiniger könnten dabei unterstützen, aber kein Lüften ersetzen. 

"Wir warnen davor, sich auf Luftreiniger als alleiniges Wundermittel gegen Covid-19 für die kalte Jahreszeit zu verlassen. Damit wiegen Sie sich in falscher Sicherheit. Denn die Geräte können laut Umweltbundesamt nur eine unterstützende Maßnahme sein", heißt auf der Webseite. 

Denn die Notwendigkeit zum Tragen von Atemmasken und zur Einhaltung von Abstandsgeboten besteht laut Experten trotz Luftreiniger unverändert weiter. Die Filter schützen nur vor indirekten Infektionen durch schwebende Aerosole. Gegen direkte Ansteckungen beim Sprechen oder Husten über kurze Distanzen sind sie wirkungslos.

Fenster: Lüften zählt zu den wichtigsten Maßnahmen, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. (Quelle: Getty Images/serezniy)Fenster: Lüften zählt zu den wichtigsten Maßnahmen, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. (Quelle: serezniy/Getty Images)

Was Sie beim Kauf eines Luftreinigers beachten sollten

Laut Experten sind Luftreiniger also grundsätzlich wirksam, allerdings bedarf es eines genauen Blicks ins "Kleingedruckte". Denn auf den Filter kommt es an. Um das Corona-Infektionsrisiko zu senken, sind professionelle mobile Filtersysteme mit sogenannten Hepa-Spezialfiltern der Schutzklassen H13 oder H14 nötig. Diese können Viren und Virenpartikel aus der Luft filtern.

Es gibt daneben auch noch andere Luftfilter mit weniger leistungsfähigen Filtern und andere Konstruktionen, die mit Ozon oder UV-Licht arbeiten. Laut Verbraucherschützern und Behörden sind diese allerdings entweder ungeeignet oder sollten aus Gesundheitsgründen nicht eingesetzt werden, weil sie die Raumluft beim Betrieb mit Reizstoffen anreichern.

Wichtig ist auch die richtige Handhabung: Die Spezialfilter der Geräte müssen regelmäßig gewechselt werden, um nicht zu Virenschleudern zu mutieren und die Schutzwirkung zunichte zu machen. Dazu sind meist Fachkenntnisse oder geschultes Personal notwendig.

Verwendete Quellen:
  • Ärzteblatt
  • Verbraucherzentrale
  • Nachrichtenagentur AFP
  • Eigene Recherche
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Ulla Popkentchibo.deOTTOmyToysbonprix.deLIDLBabistadouglas.deXXXLutz

shopping-portal