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Wie entwickelt sich die Corona-Pandemie in den nächsten Monaten?

  • Melanie Rannow
Von Melanie Rannow

Aktualisiert am 16.10.2020Lesedauer: 3 Min.
Corona-Pandemie: Das Robert Koch-Institut hat einen Plan für den Infektionsschutz in den nächsten Monaten erarbeitet.
Corona-Pandemie: Das Robert Koch-Institut hat einen Plan für den Infektionsschutz in den nächsten Monaten erarbeitet. (Quelle: JordanSimeonov/getty-images-bilder)
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Kommt mit dem Corona-Impfstoff 2021 die Normalität? Werden Abstands- und Hygieneregeln dann hinfällig? Nein, sagt das RKI und erklärt, wie die Pandemie in Deutschland weitergehen könnte.

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat in einem aktuellen Strategiepapier die Hoffnungen gedämpft, dass es eine rasche Rückkehr zur Normalität nach der Verfügbarkeit eines Impfstoffes gegen Covid-19 geben werde. Der Alltag in Deutschland werde auch im nächsten Jahr weiter zunächst eingeschränkt bleiben – einschließlich Maskentragen und Einhalten von Abstandsgeboten.


Coronavirus: An diesen Orten lauert das größte Risiko

In der Bahn, im Restaurant und auch zu Hause – wo sich Menschen auf engem Raum befinden, kann sich das Coronavirus leicht ausbreiten. Unsere Fotoshow zeigt, welche Situationen besonders riskant sind.
Bahn: Öffentliche Verkehrsmittel wie Busse oder Bahnen sind ebenfalls mögliche Infektionsquellen. Hier treffen viele Menschen auf engem Raum aufeinander. Schutzmaßnahmen wie Abstand halten und das Tragen einer Gesichtsmaske können das Ansteckungsrisiko minimieren – sofern sich alle daran halten.
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Denn oberstes Ziel sei es, die "Ausbreitung sowie die gesundheitlichen Auswirkungen der Pandemie zu minimieren", betont das RKI.

Aktuelle Corona-Lage in Deutschland

Wie das RKI informiert, ist aktuell in mehreren Bundesländern ein weiterer Anstieg der Übertragungen in der Bevölkerung zu beobachten. Bundesweit gibt es in verschiedenen Landkreisen Ausbrüche, die mit unterschiedlichen Situationen in Zusammenhang stehen, etwa größeren Feiern im Familien- und Freundeskreis, in Betrieben und im Umfeld von religiösen Veranstaltungen. Der Anteil der Covid-19 Fälle in der älteren Bevölkerung nimmt dabei leicht zu.

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Corona-Pandemie: Diese Szenarien hält das RKI für wahrscheinlich

Das Institut äußert sich in der Veröffentlichung auch zur weiteren Pandemieentwicklung in Deutschland. Für die kommenden Monate nennt das RKI folgende drei Szenarien:

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  • Einzelfälle, lokal und zeitlich begrenzte Ausbrüche mit vielen Neuinfektionen: Derartige Entwicklungen könnten jederzeit Kapazitäten binden und würden dem Risiko entsprechend ein lokales Vorgehen erfordern.
  • Ausbrüche in einzelnen Settings: Diese Ausbrüche, etwa durch Familienfeiern oder aber auch in Schulen oder Kitas, könnten im Herbst und Winter verstärkt auftreten. Dies sei auch durch verändertes Verhalten wie etwa längere Aufenthalte in geschlossenen Räumen bedingt.
  • Ausbrüche in mehreren Settings, regionale Ausbreitung, die nicht mehr auf einzelne Infektionsketten zurückgeführt werden können: In diesen Fällen sollten in den betroffenen Regionen Maßnahmen wiedereingeführt werden. Diese müssen verhältnismäßig, zeitlich und örtlich begrenzt sowie praktisch umsetzbar sein.
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Wie reagiert das RKI auf die Pandemieentwicklung?

Nach Angaben des Robert Koch-Instituts soll die Pandemie weiter mit den drei Säulen Kontaktnachverfolgung, Testen und Isolieren eingedämmt werden.

Die Ermittlung von potentiell infektiösen Personen und das Nachverfolgen der Kontakte seien effektive Maßnahmen zur Unterbrechung von Infektionsketten. Die Öffentlichen Gesundheitsdienste sollen dazu personell durch die Länder gestärkt werden.

In der Veröffentlichung heißt es auch, dass das RKI die nationale Teststrategie kontinuierlich weiterentwickeln wolle. Der gesamte Testprozess soll zeitlich verkürzt werden. Mehr zu den aktuellen Regelungen lesen Sie hier.

Impfungen wichtige Maßnahmen

Bei allen künftig anzunehmenden epidemiologischen Szenarien – also bei den verschiedenen Ausbreitungsmustern des Virus – ist die Gesundheitsversorgung entscheidend. Die ambulante und stationäre Versorgungsstruktur soll eine getrennte Betreuung von Infektionspatienten und nicht-infektiösen Patienten kontinuierlich ermöglichen.

Den verantwortlichen Institutionen (Kassenärztliche Vereinigungen, Ärzte, Krankenhäuser, Gemeinden, Länder, Bund) soll weiteres Schutzmaterial verfügbar gemacht werden, um für alle Situationen gewappnet zu sein.

Weitere Maßnahmen im Infektionsschutz sind nach Angaben des RKI Impfungen gegen Influenza und Pneumokokken. Denn "für die Pandemiekontrolle der kommenden Monate spielen Impfstoffe gegen andere Atemwegserkrankungen vor allem in der kalten Jahreszeit eine entscheidende Rolle", schreibt das RKI. Eine hohe Durchimpfung soll insbesondere in Risikogruppen erreicht werden.

Wann der Impfstoff gegen Covid-19 kommt, ist noch ungewiss. Das RKI rechnet 2021 mit einem Wirkstoff und erarbeitet derzeit eine Impfstrategie. Dazu soll es eine bundesweite Impfkampagne geben, selbst wenn nicht sofort ein wirksamer und sicherer Impfstoff zur Verfügung steht.

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Nicht zuletzt sei aber das Verhalten des Einzelnen entscheidend, um das Pandemiegeschehen zu beeinflussen. Jeder Bürger könne maßgeblich dabei helfen, die Ausbreitung des Coronavirus stoppen, indem er Abstands- und Hygieneregeln konsequent – auch im Freien – einhält, Innenräume lüftet und, wo geboten, eine Mund-Nasen-Bedeckung korrekt trägt. Menschenansammlungen – besonders in Innenräumen – sollten möglichst gemieden und Feiern auf den engsten Familien- und Freundeskreis beschränkt bleiben.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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