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Corona-Studie: So hoch ist das Infektionsrisiko für Supermarkt-Mitarbeiter

US-Studie liefert erste Hinweise  

Wie häufig infizieren sich Supermarkt-Mitarbeiter mit Corona?

03.01.2021, 17:15 Uhr
Corona-Studie: So hoch ist das Infektionsrisiko für Supermarkt-Mitarbeiter. Supermarkt: Beschäftigte im Einzelhandel haben auch trotz Corona-Krise viel Kundenkontakt. (Quelle: Getty Images/Hispanolistic)

Supermarkt: Beschäftigte im Einzelhandel haben auch trotz Corona-Krise viel Kundenkontakt. (Quelle: Hispanolistic/Getty Images)

Nicht alle Berufsgruppen können im Homeoffice arbeiten, um sich vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus zu schützen. Eine aktuelle Untersuchung zeigt, wie hoch das Infektionsrisiko für Supermarkt-Mitarbeiter ist.

Bislang gab es vor allem Studien, die zeigen, wie häufig eine Corona-Infektion bei Mitarbeitern im Gesundheitswesen auftritt. Aber auch Menschen, die in den Supermärkten arbeiten – vor allem an den Kassen – könnten einem hohen Infektionsrisiko ausgesetzt sein. Denn täglich haben sie Kontakt zu Hunderten Menschen.

US-Forscher haben deshalb Supermarkt-Mitarbeiter auf ihr Risiko einer Ansteckung mit dem Coronavirus untersucht. 

Studie: Jobs mit viel Kundenkontakt gehen mit Risiko einher

Wer in seinem Job regelmäßig Kontakt zu Kunden hat, steckt sich häufiger mit Covid-19 an. Das ist das Ergebnis einer US-Studie. Demnach wurden Supermarkt-Mitarbeiter mit Kundenkontakt fünfmal so häufig positiv auf das Coronavirus getestet wie ihre Kollegen in anderen Positionen.

Die Forscher untersuchten 104 Mitarbeiter eines großen Lebensmittelgeschäfts in Boston, Massachusetts. Das Ergebnis: Jeder fünfte Mitarbeiter wurde positiv auf SARS-CoV-2 getestet (21 von 104). Das entspricht einer Häufigkeit von 20 Prozent, die zu dem Zeitpunkt deutlich höher war als in der allgemeinen Bevölkerung in der Gegend um Boston, wo sie unter zwei Prozent lag. Dies schreiben Forscher in der Zeitschrift "Occupational & Environmental Medicine".

Viele positiv Getestete zeigten keine Symptome

Unter den positiv getesteten Personen hatte die deutliche Mehrheit (91 Prozent) Kontakt mit Kunden, zum Beispiel an der Kasse. Zudem hatten drei von vier der positiv getesteten Personen keine Symptome, was befürchten lässt, dass sie eine wesentliche Rolle bei der Ausbreitung der Infektion darstellen könnten, so die Forscher.

"Wir waren definitiv überrascht zu sehen, dass es so viele Menschen gab, die asymptomatisch waren", sagte Dr. Justin Yang, Assistenzprofessor an der Boston University School of Medicine. "Dies ist auf jeden Fall sehr alarmierend, da es bedeutet, dass Mitarbeiter von Lebensmittelgeschäften mit Kundenkontakten sozusagen als Mittelsmann für das Virus dienen können – fast wie ein Superspreader".

Wichtig: Die Studie der US-Wissenschaftler ist eine kleine Erhebung und liefert nur erste Hinweise zur Ansteckungsgefahr bei Supermarkt-Mitarbeitern. Die Ergebnisse können daher nicht verallgemeinert werden.

Trotzdem sagen sie: "Dies ist die erste Studie, die die signifikante asymptomatische Infektionsrate und das Ansteckungsrisiko der Mitarbeiter in Lebensmittelgeschäften während der Pandemie aufzeigt."

Mitarbeiter können oft nicht ausreichend Abstand halten

Die Teilnehmer der Studie gaben an, dass sie im Arbeitsalltag häufig nicht ausreichend Abstand zu anderen Menschen halten können. Die Entfernung zwischen dem Personal an den Kassen und den Kunden etwa beträgt meist viel weniger als der vorgeschriebene Mindestabstand von 1,5 Metern. Insbesondere beim Entgegennehmen von Bargeld kann der Abstand nicht gewahrt werden. Wie können sich die Mitarbeiter dennoch schützen?

Weder in den USA, noch in Deutschland ist die Maskenpflicht bei Supermarkt-Mitarbeitern vorgeschrieben. Viele Beschäftigte tragen aber einen Mund-Nasen-Schutz bei der Arbeit. Durchsichtige Trennwände an den Kassen sollen das Supermarkt-Personal und die Kunden zusätzlich vor Ansteckungen mit dem Coronavirus schützen.

Verwendete Quellen:

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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