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Corona-Impfstoffe: Diesen wichtigen Vorteil bietet Curevac gegenüber Biontech

Deutscher Hersteller  

Corona-Impfstoffe: Diesen Vorteil bietet Curevac gegenüber Biontech

23.03.2021, 14:52 Uhr
Corona-Impfstoffe: Diesen wichtigen Vorteil bietet Curevac gegenüber Biontech. Zwei Krankenpflegerinnen: Der Curevec-Impfstoff wird derzeit noch in klinischen Studien getestet.  (Quelle: imago images/H.Bilbaox)

Zwei Krankenpflegerinnen: Der Curevec-Impfstoff wird derzeit noch in klinischen Studien getestet. (Quelle: H.Bilbaox/imago images)

Als eines der Ersten startete das Tübinger Unternehmen Curevac mit der Entwicklung eines Covid-19-Impfstoffs. Erste Daten zur Wirkung liegen vor – das Ziel der EU-Zulassung rückt näher. Was kann das Mittel leisten?

In der EU sind bislang vier Impfstoffe gegen Corona zugelassen worden: das Vakzin des Mainzer Pharmaunternehmens Biontech und seines US-Partners Pfizer, das Präparat des US-Unternehmens Moderna, der Impfstoff des britisch-schwedischen Konzerns Astrazeneca sowie der Universität Oxford und das Mittel von Johnson & Johnson.

Schon bald könnte ein weiterer deutscher Hersteller folgen: Curevacs mRNA-basierter Impfstoffkandidat "CVnCoV" ist bereits im Zulassungsverfahren der EU.

Wie weit ist der Curevac-Impfstoff in der Erprobung?

Curevac hatte im Juni 2020 mit der Prüfung seines Wirkstoffs begonnen. Laut dem Tübinger Hersteller ist man nun in "einem fortgeschrittenen Stadium der zulassungsrelevanten klinischen Studie". Diese Phase 2b/3-Studie wurde im Dezember 2020 gestartet. Insgesamt nehmen daran mehr als 35.000 Probanden an mehreren Standorten in Europa und Lateinamerika teil.

Curevac erwartet erste Daten aus einer Zwischenanalyse für Ende März. Erst mit diesen Ergebnissen kann die Europäische Arzneimittelagentur Ema eine erste Wirksamkeits- und Nutzen-Risiko-Bewertung durchführen und der Hersteller die Zulassung beantragen.

EU-Arzneimittelbehörde überprüft den Impfstoff schon jetzt

Die vorläufigen Studienergebnisse aus dem letzten Jahr haben die Ema offenbar schon überzeugt: Die Behörde hat am 12. Februar angekündigt, mit der Überprüfung des Impfstoffs in einem sogenannten Rolling-Review-Verfahren zu beginnen. Das bedeutet, dass Curevac die Daten zur Wirksamkeit und Sicherheit seines Vakzins nicht im Ganzen liefert, sondern paketweise, sobald sie verfügbar sind. So kann eine Zulassung beschleunigt werden. Die Ema hatte bei den anderen Impfstoffen ebenso agiert.

Das Curevac-Mittel ist der dritte mRNA-basierte Impfstoff, der dann eine Zulassung erhalten könnte – wann genau, lässt sich aber noch nicht sagen. Weder Curevac noch die Ema machten Angaben, wie lange das Begutachtungsverfahren dauern wird. Einige Experten halten eine Zulassung bis Anfang Mai für möglich.

Klinische Prüfung: Bei dem von Curevac entwickelten Impfstoff wird die neue mRNA-Technologie genutzt. (Quelle: imago images/Lagencia)Klinische Prüfung: Bei dem von Curevac entwickelten Impfstoff wird die neue mRNA-Technologie genutzt. (Quelle: Lagencia/imago images)

Das ist über Wirksamkeit und Nebenwirkungen bekannt

Curevac hat bereits im November 2020 Daten aus seiner Phase-1-Studie veröffentlicht, denen zufolge der Impfstoff "in allen getesteten Dosisstärken allgemein gut verträglich war und zusätzlich zu ersten Anzeichen einer T-Zellen-Aktivierung starke Antikörperreaktionen auslöste", so der Hersteller. Schwerwiegende Nebenwirkungen kamen nicht vor. 

Auch die Ema bestätigte, dass der Impfstoff die Produktion von Antikörpern gegen das Coronavirus anregt. Genaue Angaben zur Wirksamkeit des Impfstoffs stehen aber noch aus.

Vorteil: Curevac-Wirkstoff braucht kaum Kühlung

Als großer Vorteil des Curevac-Präparats im Vergleich zum mRNA-Impfstoff von Biontech/Pfizer gilt die Kühlschranklagerung bei zwei bis acht Grad. Biontechs "BNT162b2" muss hingegen bei hohen Minusgraden transportiert und gelagert werden.

In einem Interview mit dem "Mannheimer Morgen" sagte Curevac-Gründer Ingmar Hoerr, dass der Fokus auf eine einfachere Lagerung auch der Grund dafür gewesen sei, dass seine Firma bei der Impfstoffentwicklung länger gebraucht habe. "Ein bei minus 80 Grad gelagerter Impfstoff, der mag für die westliche Welt funktionieren. Aber das ist ein Unding für Entwicklungsländer."

Wie viele Impfstoffdosen könnte Curevac liefern?

Im Moment stellt Curevac den Impfstoff für die Studien an seinem Hauptsitz in Tübingen her. Die Produktionskapazitäten werden derzeit europaweit ausgeweitet. Durch eine Kooperation mit dem Pharmakonzern Bayer hofft Curevac, seinen Corona-Impfstoff noch in diesem Sommer einsetzen zu können. Bis zu 300 Millionen Dosen sind im Gespräch. Im nächsten Jahr sollen es dann eine Milliarde des mRNA-basierten Covid-19-Impfstoffs sein.

Neben Bayer gibt es auch weitere Kooperationspartner, etwa Rentschler Biopharma aus Laupheim (Kreis Biberach) und Wacker Chemie aus München. Der Chemiekonzern Wacker will noch in diesem Frühjahr mit der Auftragsproduktion des Corona-Impfstoffs beginnen. Bis Juli soll die Produktion dann auf die volle Kapazität von 100 Millionen Impfdosen pro Jahr erhöht werden.

Curevac arbeitet an Impfstoffen gegen Corona-Mutationen

Zudem arbeitet Curevac mit dem britischen Pharmakonzern Glaxo-Smith-Kline an einer ersten Impfstoffversion, die gegen mutierte SARS-CoV-2-Varianten schützen soll.

In einer präklinischen Challenge-Studie zeigte der Kandidat "CVnCoV" bereits eine Schutzwirkung gegen die Virusvariante B.1.351, die zuerst in Südafrika nachgewiesen wurde. In den Versuchen waren immunisierte Mäuse vollständig vor Infektion und Tod geschützt. Die Studie ist noch nicht von Fachkollegen beurteilt worden – die Forscher sind aber sehr zuversichtlich:

"Die neuen SARS-CoV-2-Stämme haben das Potenzial, einer bestehenden SARS-CoV-2-Immunität auszuweichen. Das stellt ein zunehmendes Risiko für die derzeitigen globalen Impfbemühungen dar", sagte Igor Splawski, Ph.D., Chief Scientific Officer von Curevac. "Nach unserem Wissen ist dies die erste Challenge-Studie in einem humanen ACE2-transgenen Mausmodell mit schwerer Erkrankung, die einen vollständigen Schutz vor einer der bedrohlichsten Virusvarianten bietet."

Verwendete Quellen:
  • vfa – Die forschenden Pharmaunternehmen
  • Deutsche Apotheker Zeitung
  • Nachrichtenagenturen dpa, AFP
  • Eigene Recherche
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

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