Menü Icont-online - Nachrichten für Deutschland
HomeGesundheitKrankheiten & SymptomeCorona

Corona-Impfungen beim Hausarzt: Diese Patienten werden benachteiligt


Diese Patienten sind offenbar beim Impfstart benachteiligt

  • Melanie Rannow
  • Sandra Simonsen
Von Melanie Rannow, Sandra Simonsen

Aktualisiert am 01.04.2021Lesedauer: 3 Min.
Nachrichten
Wir sind t-online

Mehr als 150 Journalistinnen und Journalisten berichten rund um die Uhr für Sie über das Geschehen in Deutschland und der Welt.

Impfung gegen Covid-19: Nach Ostern sollen Hausarztpraxen flächendeckend mitimpfen.
Impfung gegen Covid-19: Nach Ostern sollen Hausarztpraxen flächendeckend mitimpfen. (Quelle: Nicolas Armer/dpa-bilder)
Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo
Beliebt
Bauchschmerzen links: Schmerzen im linken Unterbauch sind häufig ein Hinweis auf eine Erkrankung des Dickdarms.
Linksseitige Bauchschmerzen: Das kann dahinterstecken
Anzeige
Loading...
Loading...
Loading...

Mehr Tempo für die Impfkampagne in Deutschland: Schon bald sollen Hausärzte flächendeckend gegen Covid-19 impfen. Eine Patientengruppe soll dabei jedoch im Nachteil sein

Das Wichtigste im Überblick


  • Wann starten die Impfungen in den Hausarztpraxen?
  • Was passiert mit Privatpatienten?
  • Welche Praxen impfen zuerst gegen Corona?
  • Wie viele Impfdosen stehen zur Verfügung?
  • Welche Patienten werden zuerst geimpft?
  • Wie läuft die Terminvergabe ab?
  • Welche Impfstoffe erhalten die Patienten beim Hausarzt?

"Impfen, impfen, impfen" – so lautet die Devise von Bundeskanzlerin Angela Merkel. Um diese umzusetzen, sollen in Kürze auch Hausärzte gegen Corona impfen. In der Nacht zum 1. April soll die Impfverordnung allerdings nochmals geändert werden. Wie genau soll das Impfen in den Praxen ablaufen? Welche Patienten erhalten zuerst ein Angebot und wer ist von der Änderung betroffen?


Einfach erklärt: Die Etappen bis zur Zulassung eines Corona-Impfstoffs

Die Entwicklung eines Impfstoffs startet mit der Arbeit im Labor. Zuerst muss das Virus analysiert und verstanden werden, über welche Mechanismen der Erreger die Immunreaktionen des Körpers auslöst. Erst dann folgen die eigentlichen Etappen bis hin zur Zulassung. (Symbolbild)
Etappe 1 – Erprobung an Tieren: Zunächst wird getestet, wie wirksam und verträglich der Impfstoff ist. Neben Affen nutzen Forscher bei der Entwicklung eines Impfstoffs gegen SARS-CoV-2 auch Frettchen und genetisch veränderte Mäuse. (Symbolbild)
+4

Wann starten die Impfungen in den Hausarztpraxen?

Nach Ostern – ab dem 7. April – sollen Hausärzte bundesweit in die Impfkampagne einbezogen werden. Das kündigte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn am 27. März an. Zunächst solle das Impfen in bis zu 50.000 Praxen stattfinden. Ende April/Anfang Mai werden dann bis zu 100.000 Arztpraxen Coronavirus-Impfungen verabreichen können, so Spahn.

Was passiert mit Privatpatienten?

Nach t-online-Informationen soll in der Nacht zum 1. April eine neue Impfverordnung in Kraft treten, die Privatärzte sowie Betriebsärzte vom Impfstart ausschließt. Demnach sollen betroffene Privatpatienten zunächst keine Impfung erhalten. "Die neue Impfverordnung tritt heute Nacht in Kraft und betrifft Privatärzte und Betriebsärzte", erklärte eine Sprecherin des Privatärztlichen Bundesverbands (PBV) auf t-online-Anfrage. "Da geht es nur noch um Macht, es kann nicht mehr um den Patienten oder die Pandemie gehen." Sie erklärte, der Impfstoff werde dann neu aufgeteilt, "durch das knappe Kontingent konnten nicht alle Praxen ihre bestellten Impfmengen bekommen – durch das Kontingent der Privatärzte wird das der anderen aufgefüllt, zumindest wenn der jeweilige Hausarzt mehr bestellt hat, als er zuvor bekommen konnte."

Der PBV kritisiert die neue Impfverordnung scharf: "Das ist eine Ungleichbehandlung: Kassenpatienten dürfen zum Arzt ihres Vertrauens gehen, um sich impfen zu lassen, Privatpatienten müssen zu Impfzentren oder anderen Impfärzten und dürfen somit nicht frei wählen."

Der PBV werde "alle rechtlichen und politischen Möglichkeiten" prüfen, damit möglichst viele Ärzte (auch Privatärzte und Betriebsärzte) Patienten impfen können. "Je schneller die Bevölkerung geimpft ist, desto schneller können die Restriktionen zurückgenommen werden." t-online hat zusätzlich weitere Stellen zu Informationen zum Thema angefragt.

Welche Praxen impfen zuerst gegen Corona?

In fast allen Bundesländern impfen Hausärzte bereits in Modellprojekten gegen das Coronavirus. In Berlin etwa wurden rund 100 Praxen, darunter 60 Hausarztpraxen sowie diabetologische und onkologische Schwerpunktpraxen, damit beauftragt, ihren Risikopatienten eine Covid-19-Schutzimpfung anzubieten.

Auf eine Anfrage von t-online, welche Hausarzt- und Schwerpunkpraxen in anderen Bundesländern zuerst Impfungen vornehmen, teilte ein Sprecher der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) mit: "Die entsprechenden Regelungen werden auf der Landesebene getroffen, bundesweite Vorgaben gibt es hierbei nicht."

Wie viele Impfdosen stehen zur Verfügung?

Nach Angaben der KBV sind in den Praxen der niedergelassenen Hausärzte und Fachärzte fünf Millionen Impfungen in der Woche "absolut machbar". Sofern ausreichend Impfstoff verfügbar ist.

Genau hier liegt aktuell das Problem: In der ersten Woche stehen dafür nur rund eine Million Dosen zur Verfügung, wie aus dem Beschlusspapier der Beratungen von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und der Länderregierungschefs hervorgeht. Pro Woche wird jede Praxis zunächst circa 20 Impfdosen erhalten. Aufgeteilt wird die zur Verfügung stehende Menge an Impfstoffen – wie auch bei den Impfzentren – nach dem Bevölkerungsschlüssel.

Einen Schub soll es dann in der Woche vom 26. April mit insgesamt 5,4 Millionen erwarteten Dosen geben – davon 3,2 Millionen für die Praxen und damit erstmals mehr als für die Impfzentren, die wöchentlich fest 2,25 Millionen Dosen reserviert bekommen.

Welche Patienten werden zuerst geimpft?

Wer geimpft wird, entscheidet sich nach den Vorgaben der aktuellen Impfverordnung. Diese könne aber von den Hausärzten "flexibel angewandt" werden, erklärten Bund und Länder Mitte März. Man bitte die Ärzte, zuerst die vulnerablen Gruppen und Ältere zu Hause zu impfen. Mit "flexibel" sei etwa gemeint, dass es sinnvoll sei, die betreuenden Angehörigen gleich mit zu impfen, statt sie an ein Impfzentrum zu verweisen.

Anzeige
Loading...
Loading...
Loading...

Sobald mehr Impfstoff zur Verfügung steht, sollen die Ärzte mehr Spielraum bei der Frage bekommen, wen sie impfen.

Wie läuft die Terminvergabe ab?

Wie die Impfterminvergabe beim Hausarzt genau ablaufen wird, ist noch nicht ganz klar. Generell entscheidet laut Deutschem Hausärzteverband jede Praxis individuell über die Organisation der Termine. Solange wenig Impfstoff verfügbar ist, wird ein Großteil der Praxen ihre Risikopatienten kontaktieren, um ihnen ein Impfangebot zu machen.

Welche Impfstoffe erhalten die Patienten beim Hausarzt?

Zum bundesweiten Impfstart nach Ostern wird in Hausarztpraxen ausschließlich das Mittel von Biontech/Pfizer zum Einsatz kommen – laut Gesundheitsminister Jens Spahn in den ersten beiden Wochen (7. bis 18. April).

Danach sollten zunächst Biontech und Astrazeneca, eine weitere Woche später dann auch Johnson & Johnson als dritter Impfstoff an die Praxen geliefert werden, sagte Spahn. "Jede Impfdose sollte schnellstmöglich verimpft werden." Moderna solle ausschließlich in Impfzentren verimpft werden.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo
Verwendete Quellen
  • Deutscher Hausärzteverband
  • Privatärztlicher Bundesverband
  • Pressemitteilung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) vom 26. März 2021
  • Pressemitteilung der KV Berlin vom 11. März 2021
  • Deutsche Apotheker Zeitung
  • Nachrichtenagentur dpa
  • Eigene Recherche
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...

ShoppingAnzeigen

Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Von Laura Stresing, Cem Özer, Sandra Simonsen
Angela MerkelCOVID-19CoronavirusDeutschlandImpfstoffJens Spahn
Beliebte Themen

t-online - Nachrichten für Deutschland
t-online folgen
FacebookTwitterInstagramYouTubeSpotify

Das Unternehmen
Ströer Digital PublishingJobs & KarrierePresseWerbenKontaktImpressumDatenschutzhinweiseDatenschutzhinweise (PUR)Jugendschutz



Telekom
Telekom Produkte & Services
KundencenterFreemailSicherheitspaketVertragsverlängerung FestnetzVertragsverlängerung MobilfunkHilfeFrag Magenta


TelekomCo2 Neutrale Website