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Wie bei Trump: Charité setzt Antikörpertherapie gegen schwere Verläufe ein


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Diese Therapie setzt die Charité bei Corona-Infizierten ein

Von dpa
Aktualisiert am 27.04.2021Lesedauer: 3 Min.
Charité: Die Antikörpertherapie soll schwere Verläufe bei Risikopatienten verhindern.
Charité: Die Antikörpertherapie soll schwere Verläufe bei Risikopatienten verhindern. (Quelle: Jürgen Ritter/imago-images-bilder)
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Eine Antikörperkombination gegen Covid-19 kam schon beim damaligen US-Präsidenten Trump zum Einsatz. Die Charité verabreicht diese Präparate nun auch Patienten in Deutschland. Für wen sind sie geeignet?

Corona-Infizierte mit bestimmten Risikofaktoren sollen an der Charité in Berlin ambulant mit Antikörpermedikamenten vor einem schweren Covid-19-Verlauf bewahrt werden. Am 19. April habe die Antikörperambulanz auf dem Campus in Mitte den Testbetrieb begonnen, sagt der stellvertretende Ärztliche Direktor der Charité, Joachim Seybold.


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"Wir rechnen mit einer hohen Nachfrage. Versorgt werden in der Ambulanz Menschen im frühen Stadium der Infektion, die die Therapie wegen Risikofaktoren am dringendsten brauchen."

Antikörperkombination ist schon bekannt

Eingesetzt werde unter anderem die Antikörperkombination von Regeneron (Casirivimab-Imdevimab), die auch bei der Corona-Infektion des damaligen US-Präsidenten Donald Trump eingesetzt worden war, schildert Seybold. Einen Termin für die einmalige Infusionstherapie in der Ambulanz können nur die behandelnden Haus- oder Fachärzte vereinbaren, nicht Patienten selbst.

Gedacht ist das Angebot etwa für Menschen mit Immunsuppression wegen Chemotherapie oder Organtransplantation, chronischen Nierenerkrankungen, Übergewicht (BMI von 35 und darüber), der chronischen Lungenerkrankung COPD, Lungenfibrose und für Menschen mit Downsyndrom.

Nebenwirkungen können auftreten

Eine Reihe weiterer Voraussetzungen muss erfüllt sein: Möglich ist die Therapie nur bei Erwachsenen, die maximal milde bis moderate Symptome aufweisen und dies seit nicht mehr als fünf Tagen. Ein mögliches Risiko ist eine allergische Reaktion auf die Antikörper. Besondere Vorsicht ist daher geboten bei Menschen, die schon einmal einen schweren allergischen Schock hatten.

Charité: Joachim Seybold ist der stellvertretende Ärztliche Direktor der Universitätsklinik.
Charité: Joachim Seybold ist der stellvertretende Ärztliche Direktor der Universitätsklinik. (Quelle: Hannibal Hanschke/Reuters-Pool/dpa-bilder)

Solche sogenannten monoklonalen Antikörperpräparate haben in Europa noch keine Zulassung. Die Bundesregierung hatte Ende Januar mitgeteilt, 200.000 Dosen entsprechender Präparate für 400 Millionen Euro gekauft zu haben. Wie Seybold erklärt, werden die Präparate einer Reihe von Klinikapotheken kostenfrei zur Verfügung gestellt.

Bisher werden die Mittel in Deutschland nach Entscheidung eines Arztes bereits in Einzelfällen bei Patienten eingesetzt, die ein Risiko für einen schweren Verlauf haben. Für die besonders schweren Covid-19-Fälle, die die Universitätsklinik stationär versorgt, sind die Antikörper keine Option, wie Seybold sagt. "Auch wenn ein Patient schon Luftnot hat, ist es für die Antikörperinfusion zu spät."

Mittel könnten Virusmenge im Patienten begrenzen

Die Charité betont, dass Patienten ausführlich aufgeklärt würden; es handle sich jedoch nicht um eine Arzneimittelstudie. Für den Besuch der Ambulanz unterbrechen die Patienten ihre häusliche Isolation. Sie werden nach Charité-Angaben angehalten, sich mit einem Krankentransportwagen oder einem Privatauto zur Behandlung auf das Klinikgelände bringen zu lassen und "selbstverständlich keine öffentlichen Verkehrsmittel zu nutzen", heißt es. Die Infusion dauere eine Stunde, hinzu komme eine einstündige Nachbeobachtungszeit.

Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) schreibt auf seiner Webseite über die Ausnahmeregelung zum Einsatz der Mittel unter anderem, die Anwendung lasse "ein positives Nutzen-Risiko-Verhältnis zur Vorbeugung oder Behandlung von Covid-19 erwarten". Möglicherweise helfen die Mittel demnach, die Virusmenge im Patienten zu begrenzen. "Gemäß den Ergebnissen einer klinischen Prüfung wurden Patientinnen und Patienten nach einer Behandlung weniger häufig ins Krankenhaus eingeliefert oder haben eine Notaufnahme aufgesucht."

Studien stehen bisher noch aus

Der Verband der Ersatzkassen hatte vor einigen Tagen kritisiert, dass der medizinische Nutzen monoklonaler Antikörper nicht nachgewiesen sei. Gefordert wurde, der Einsatz sollte "zwingend mit einer entsprechenden Datenerhebung im Rahmen von Studien erfolgen, um daraus Aussagen zum medizinischen Nutzen und potenziellen Schaden abzuleiten".

In den USA hatte die Arzneimittelbehörde FDA dem Antikörpermedikament Bamlanivimab kürzlich die Notfallzulassung für die alleinige Therapie wieder entzogen. Dort hatten sich zuletzt Virusvarianten verbreitet, gegen die das Medikament allein nicht mehr ausreichend wirksam ist. In Kombination mit einem anderen Antikörper kann es jedoch weiterhin eingesetzt werden.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagentur dpa
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