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Wann gibt es den ersten Totimpfstoff aus Europa?

  • Melanie Rannow
Von Melanie Rannow

Aktualisiert am 03.01.2022Lesedauer: 2 Min.
Valneva: Der Corona-Impfstoff des französisch-österreichischen Impfstoffherstellers soll mehr Antikörper und weniger Nebenwirkungen hervorrufen.
Valneva: Der Corona-Impfstoff des französisch-österreichischen Impfstoffherstellers soll mehr Antikörper und weniger Nebenwirkungen hervorrufen. (Quelle: ZUMA Wire/imago-images-bilder)
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Ein Impfstoff gegen Covid-19, der auf abgetöteten Viren basiert: Der französisch-österreichische Hersteller Valneva hat erste Studiendaten veröffentlicht.

Das Wichtigste im √úberblick


  • Wie funktioniert der Valneva-Totimpfstoff?
  • Was ist √ľber Wirksamkeit und Nebenwirkungen bekannt?
  • Wann k√∂nnte es zur Zulassung kommen?
  • Ist Valneva das passende Mittel f√ľr Impfskeptiker?

Im Kampf gegen Corona bezieht Deutschland aktuell Impfstoffe von Biontech/Pfizer, Moderna und Johnson & Johnson. Der Liefervertrag mit Astrazeneca ist ausgelaufen und wurde nicht erneuert. 2022 sollen weitere neue Impfstoffe hinzukommen.


Corona: Auf diese Impfreaktionen sollten Sie sich einstellen

Wie bei jeder anderen Impfung auch kann es nach der Verabreichung der Corona-Impfstoffe zu Impfreaktionen und anderen Nebenwirkungen kommen. Von diesen Beschwerden berichten Betroffene am häufigsten.
Die h√§ufigste Impfreaktion sind Schmerzen und R√∂tungen an der Einstichstelle ‚Äď auch als "Covid-Arm" bekannt.
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Ein vielversprechender Kandidat ist der Impfstoff "VLA2001" des franz√∂sisch-√∂sterreichischen Pharmakonzerns Valneva, der derzeit von der europ√§ischen Arzneimittelbeh√∂rde Ema gepr√ľft wird. Berichten zufolge plant das Bundesgesundheitsministerium mit elf Millionen Impfstoffdosen.

Wie funktioniert der Valneva-Totimpfstoff?

Der Impfstoff VLA2001 wird mithilfe von sogenannten Verozellen hergestellt, die von Valneva bereits f√ľr den Impfstoff Ixiaro gegen die Japanische Enzephalitis entwickelt wurden. Hinzu kommen inaktivierte Coronavirus-Partikel, die so behandelt wurden, dass sie keine Krankheit verursachen k√∂nnen. Au√üerdem sind Impfstoffverst√§rker enthalten ‚Äď Substanzen, die zur St√§rkung der Immunreaktion beitragen. Diese Technologie ist schon lange etabliert ‚Äď etwa bei Grippeimpfstoffen ‚Äď und entspricht einem klassischen Totimpfstoff.

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Totimpfstoffe ‚Äď oder inaktivierte Impfstoffe ‚Äď enthalten entsprechend ihrer Bezeichnung nur abget√∂tete Krankheitserreger, die sich nicht mehr vermehren k√∂nnen, oder auch nur Bestandteile der Erreger. Diese werden vom K√∂rper als fremd erkannt und regen das k√∂rpereigene Abwehrsystem zur Antik√∂rperbildung an, ohne dass die jeweilige Krankheit ausbricht.

Was ist √ľber Wirksamkeit und Nebenwirkungen bekannt?

Der Valneva-Impfstoff ist der derzeit einzige Impfstoffkandidat gegen Covid-19 auf Basis inaktivierter Viren, der in Europa in klinischen Studien getestet wird. Erste positive Ergebnisse aus der Phase-3-Studie wurden bereits im Oktober 2021 bekannt gegeben.

Das Mittel sei wirksamer als der Astrazeneca-Impfstoff, hieß es, und "im Allgemeinen gut verträglich". Schwerwiegende Nebenwirkungen wurden gar nicht verzeichnet. An der Studie hatten den Angaben zufolge 4.012 Menschen ab 18 Jahren in Großbritannien teilgenommen.

"Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass dieser Impfstoffkandidat auf dem besten Weg ist, eine wichtige Rolle im Kampf gegen die Pandemie zu spielen", erkl√§rte der Studienleiter und Professor f√ľr P√§diatrie an der Universit√§t in Bristol, Adam Finn.

Valnevas prim√§res Ziel f√ľr seinen Impfstoff sei die Immunisierung von Risikopopulationen zur Verhinderung von Corona-Infektionen. Allerdings solle er sp√§ter auch f√ľr "Routineimpfungen einschlie√ülich neuer Varianten" verwendet werden. Das Vakzin k√∂nne an neue Corona-Varianten angepasst werden. Dies k√∂nnte nicht zuletzt angesichts von Omikron von Bedeutung sein. Auch bei den Auffrischungsimpfungen soll VLA2001 eine wichtige Rolle spielen.

Wann könnte es zur Zulassung kommen?

Valneva-Gesch√§ftsf√ľhrer Thomas Lingelbach teilte mit, dass das Unternehmen seinen Impfstoffkandidaten "so schnell wie m√∂glich" zur Zulassung bringen wolle, um "den Menschen, die noch nicht geimpft sind, eine alternative Impfstoffl√∂sung anzubieten". Erste Schritte zu einem Antrag zur Zulassung bei der britischen Gesundheitsbeh√∂rde MHRA seien bereits erfolgt.

Auch bei der Europ√§ischen Arzneimittel-Agentur Ema wurde ein Antrag auf Erstzulassung eingereicht. Gepr√ľft wird das Mittel dort seit Anfang Dezember 2021. Wann eine Entscheidung √ľber den Totimpfstoff falle, sei noch offen. Experten gehen davon aus, dass Valneva fr√ľhestens im zweiten Quartal 2022 zugelassen wird.

Ist Valneva das passende Mittel f√ľr Impfskeptiker?

Einige Menschen sind skeptisch gegen√ľber den mRNA-Impfstoffen von Biontech und Moderna, weil diese schnell entwickelt wurden und im Vergleich zu Totimpfstoffen auf einer neuartigen Methode basieren.

Im Gegensatz zu den bisher in Deutschland zugelassenen Corona-Impfstoffen handelt es sich bei Valneva jedoch um einen klassischen Totimpfstoff. Beobachter glauben, dass die lang etablierte Technologie auch Impfskeptiker √ľberzeugen k√∂nnte.

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Doch selbst der Valneva-Chef hält von dieser Einstellung wenig. "Ich rate niemandem, auf unseren Impfstoff zu warten", sagte Lingelbach dem Nachrichtenmagazin "Spiegel". "Das wäre ethisch inakzeptabel."

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte √Ąrzte. Die Inhalte von t-online k√∂nnen und d√ľrfen nicht verwendet werden, um eigenst√§ndig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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Von Christiane Braunsdorf
COVID-19CoronavirusDeutschlandEuropaImpfstoff
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