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So stellen Sie fest, wie sicher Ihr Impfschutz noch ist

  • Sandra Simonsen
Von Sandra Simonsen

Aktualisiert am 03.12.2021Lesedauer: 4 Min.
Coronavirus und Antik├Ârper (Symbolgrafik): Nicht nur T-Zellen sind wichtig f├╝r den Immunschutz gegen SARS-CoV-2.
Coronavirus und Antik├Ârper (Symbolgrafik): Nicht nur T-Zellen sind wichtig f├╝r den Immunschutz gegen SARS-CoV-2. (Quelle: Shotshop/imago-images-bilder)
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Mittlerweile wird f├╝r alle Erwachsenen eine Booster-Impfung gegen Corona empfohlen. Doch wann ist es am besten? Ist Ihr Schutz noch ausreichend oder ben├Âtigen Sie eine Auffrischung? So k├Ânnen Sie es testen.

W├Ąhrend die Infektionszahlen weiter auf einem Rekordhoch liegen und die neue Variante Omikron zus├Ątzlich Anlass f├╝r Sorgen vor dem Coronavirus gibt, raten Experten mittlerweile jedem Erwachsenen zu einer Booster-Impfung. So soll der Immunschutz gegen SARS-CoV-2 verst├Ąrkt werden.


Booster-Impfung: F├╝r wen sie besonders wichtig ist

Senior: ├ťber 80-J├Ąhrige sollten sich den dritten Piks abholen, weil bei ihnen die Immunantwort nach der Impfung oft nicht so stark ausf├Ąllt. Zudem z├Ąhlen sie generell zu den Risikogruppen f├╝r einen schweren Verlauf von Covid-19. (Symbolbild)
Tabletteneinnahme: Bestimmte Medikamente wie Immunsuppressiva f├╝hren zu einer Immunschw├Ąche. Diese wiederum kann die Wirkung der Corona-Impfung beeintr├Ąchtigen. Allen Personen mit Immunschw├Ąche wird deshalb eine Booster-Impfung empfohlen. (Symbolbild)
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In der Regel wird die dritte Impfung sechs Monate nach der zweiten empfohlen. Je nach Immunsystem, Alter oder Vorerkrankungen kann der Schutz jedoch schon vorher abnehmen. Um herauszufinden, ob Sie sich schon fr├╝her um eine Booster-Impfung k├╝mmern sollten, gibt es einige M├Âglichkeiten.

Wie wirken T-Zellen und Antik├Ârper?

Grunds├Ątzlich entsteht eine Immunit├Ąt gegen ein Virus, indem das Immunsystem mit dem Krankheitserreger direkt oder aber auch nur mit einzelnen Teilen davon in Kontakt kommt. Durch diesen Kontakt wird eine Immunreaktion des K├Ârpers ausgel├Âst und es werden zum einen Antik├Ârper und zum anderen Immunzellen gebildet.

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Antik├Ârper sind Proteine, die Krankheitserreger wie Bakterien oder Viren neutralisieren k├Ânnen. T-Zellen hingegen sind wei├če Blutk├Ârperchen, die k├Ârperfremde Strukturen erkennen, wenn sie auf einer k├Ârpereigenen Zelle pr├Ąsentiert werden. Im Fall der Corona-Impfung spielen vor allem die T-Ged├Ąchtniszellen eine gro├če Rolle, da sie bei wiederholtem Kontakt mit demselben Erreger schnell reagieren und den K├Ârper sch├╝tzen k├Ânnen.

Wie k├Ânnen Sie Ihre Antik├Ârper messen?

Um festzustellen, wie viele Antik├Ârper Sie gegen das Coronavirus gebildet haben, gibt es unterschiedliche Arten von Antik├Ârpertests.

Zum einen gibt es die M├Âglichkeit, die Antik├Ârper im Blut zu bestimmen, den sogenannten Antik├Ârpertiter. Mittlerweile gibt es von diesen Tests auch solche, die speziell Antik├Ârper gegen das Spike-Protein von SARS-CoV-2 nachweisen k├Ânnen. "Man kann davon ausgehen, dass diese Antik├Ârper tats├Ąchlich auch f├╝r eine wirksame Immunantwort bei Kontakt mit dem Virus sorgen", sagt Professor Gregor Rothe, Leiter des Instituts f├╝r Laboratoriumsmedizin am Marienkrankenhaus in Hamburg, in der Apotheken-Umschau.

Antik├Ârper-Test: Jeder kann selbst zu Hause testen, wie viele Antik├Ârper er gegen das Coronavirus hat.
Antik├Ârper-Test: Jeder kann selbst zu Hause testen, wie viele Antik├Ârper er gegen das Coronavirus hat. (Quelle: Rolf Poss/imago-images-bilder)

Zum anderen gibt es auch sogenannte Neutralisationstests, die eigentlich nur f├╝r die Forschung verwendet werden, weil darin Blutserum in Verbindung mit Coronaviren gebracht wird. Dann wird geschaut, ob die Viren abgehalten werden. In vereinfachten Verfahren wird das Blutserum nur mit harmlosen Teilen des Coronavirus in Verbindung gebracht. Die Aussagekraft dieser Tests ist jedoch begrenzt. "Es l├Ąsst sich nicht sicher sagen, wie ausgepr├Ągt die Immunantwort tats├Ąchlich ist", sagt Dr. Matthias Orth, Chefarzt des Instituts f├╝r Laboratoriumsmedizin im Marienhospital Stuttgart dazu der Apotheken-Umschau.

Das erkl├Ąrt demnach auch Carsten Watzl, Immunologe aus Dortmund: Die Neutralisationstests seien zwar pr├Ąziser als die Bestimmung des Antik├Ârpertiters, aber auch die Menge der Antik├Ârper sei wichtig.

Und schlie├člich gibt es noch Tests, die nur angeben, ob Antik├Ârper gegen das Coronavirus vorhanden sind oder nicht. Mit diesen Tests kann nur ├╝berpr├╝ft werden, ob jemand schon einmal Kontakt zu SARS-CoV-2 hatte und beispielsweise ohne Symptome erkrankt war. Diese Tests eignen sich nur noch f├╝r Ungeimpfte und auch sie sind nur begrenzt aussagekr├Ąftig.

Wie werden T-Zellen ├╝berpr├╝ft?

Da Antik├Ârpertests keine Auskunft ├╝ber das Immunged├Ąchtnis geben, spielen auch T-Zellen eine wichtige Rolle. Die Antwort der T-Zellen ist allerdings nur schwer zu messen. Es gibt zwar auch daf├╝r mittlerweile Tests, sie werden jedoch kaum in der Praxis und vor allem in der Forschung verwendet.

Bei einer Testvariante wird das Blut, das untersucht werden soll, in zwei Pools unterteilt. Der eine Pool wird mit dem Virus-Antigen stimuliert, der zweite nicht. "So konnten wir die T-Zellen identifizieren, die auf das Virus anspringen und einen genauen Ph├Ąnotyp charakterisieren", sagte Dr. Herbert Schiller, Forschungsgruppenleiter am Helmholtz Zentrum M├╝nchen bereits im August bei der Vorstellung seiner Studie. "Wir haben nun also einen Steckbrief einer T-Zelle, die SARS-CoV-2 bek├Ąmpft."

Bei welchen Grenzwerten wird eine Booster-Impfung notwendig?

Auch bei dieser Frage gibt es keine zufriedenstellenden Antworten. Grunds├Ątzlich gibt es keine festen Werte, nach denen jemand als gesch├╝tzt oder ungesch├╝tzt gilt.

So zeigte eine Studie aus den USA k├╝rzlich, dass ab einem Wert von 1.000 BAU (Binding Antibody Units, eine Einheit f├╝r Antik├Ârper im Blut) ein sehr hoher Schutz gegen Covid-19 vorliegen soll. Auf der anderen Seite sagte der Experte Andreas Bobrowski, Vorsitzender des Berufsverbandes Deutscher Labor├Ąrzte, dem "Spiegel": Bei einem Wert unter 21,8 BAU sei kein messbarer Schutz mehr durch Antik├Ârper gegeben. Dar├╝ber gebe es dann einen gro├čen Graubereich, innerhalb dessen man nicht genau wisse, wie gut der Schutz sei. "Aus meiner Einsch├Ątzung ist ein Wert von 500 so hoch, dass man nicht sofort eine Drittimpfung ben├Âtigt", erkl├Ąrte er.

├ähnlich ├Ąu├čerte sich auch der Immunologe Carsten Watzl: Der Schutz unter 50 BAU sei wahrscheinlich sehr gering, bei mehr als 1.000 BAU sei er hingegen gut.

Allerdings zeigen andere Studien: Eine geringe Antik├Ârper-Konzentration hei├čt nicht automatisch, dass kein Immunschutz mehr besteht. Und eine hohe Konzentration sch├╝tzt nicht automatisch sicher vor einer Infektion.

Ist ein Test von Antik├Ârpern und T-Zellen vor der Booster-Impfung sinnvoll?

Sie k├Ânnen sich mit einem Antik├Ârper- oder T-Zellen-Test zwar grob dar├╝ber Aufschluss verschaffen, wie es um Ihren Immunschutz bestellt ist. Als klare Empfehlung f├╝r oder gegen eine Booster-Impfung sollten die Tests allerdings nicht dienen.

Dazu erkl├Ąrt beispielsweise auch das Robert Koch-Institut: "Nach derzeitigem Kenntnisstand l├Ąsst ein serologischer Nachweis SARS-CoV-2-spezifischer Antik├Ârper keine eindeutige Aussage zur Infektiosit├Ąt oder zum Immunstatus zu." Gr├╝nde daf├╝r sind unter anderem die geringe Aussagekraft der Tests, aber auch die "erheblichen Unterschiede" in den Ergebnissen der Tests. Das RKI betont daher auch: "Ein hoher Antik├Ârpertiter spricht nicht gegen die Durchf├╝hrung einer Impfung."

Weitere Artikel


Auch die Stiko widerspricht der Idee, den Antik├Ârperspiegel zu nutzen, um den Impfstatus zu pr├╝fen: "Die Stiko empfiehlt bei den Covid-19-Impfungen keine generelle Pr├╝fung des Impferfolgs, weder nach der ersten Impfstoffdosis noch nach der zweiten Impfstoffdosis." Allerdings gebe es eine Ausnahme f├╝r die serologische Kontrolle bei bestimmten Patienten mit einer erwartbar stark verminderten Impfantwort.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte ├ärzte. Die Inhalte von t-online k├Ânnen und d├╝rfen nicht verwendet werden, um eigenst├Ąndig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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Von Christiane Braunsdorf
Coronavirus
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