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Der verkannte Impfstoff

Von t-online, mk

Aktualisiert am 17.03.2022Lesedauer: 2 Min.
Eine Ampulle des Covid-19-Impfstoffs "Janssen" von Johnson und Johnson: "Der verwendete Vektor k├Ânnte ├╝berraschende Eigenschaften haben."
Eine Ampulle des Covid-19-Impfstoffs "Janssen" von Johnson und Johnson: "Der verwendete Vektor k├Ânnte ├╝berraschende Eigenschaften haben." (Quelle: imago-images-bilder)
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Das Mittel von Johnson und Johnson galt bislang als der am wenigsten wirksame Impfstoff gegen das Coronavirus. Neue Daten aus den USA zeichnen jetzt ein anderes Bild ÔÇô Fachleute sind verbl├╝fft.

Der Corona-Impfstoff von Johnson und Johnson hat seinen schlechten Ruf wom├Âglich zu Unrecht: Wie j├╝ngste Daten der US-Seuchenschutzbeh├Ârde CDC zeigen, sch├╝tzt das "Janssen" genannte Mittel mindestens genauso gut vor einer Corona-Infektion und einem schweren Covid-Verlauf wie die mRNA-Wirkstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna ÔÇô vielleicht sogar besser.

Denn aus den Daten der CDC mit Stand vom 22. Januar geht hervor, dass ungeimpfte US-Amerikaner das h├Âchste Infektionsrisiko im Vergleich zu Menschen hatten, die mit Johnson und Johnson geimpft wurden ÔÇô das Infektionsrisiko war in dem Fall 3,2-mal h├Âher; im Vergleich zu Geimpften mit Biontech/Pfizer betrug der Faktor 2,8 und im Vergleich zu Moderna noch 2,4. In ihrer Wirkung als Booster-Impfstoff schnitten laut CSC alle drei Mittel in etwa gleich gut ab. Insgesamt scheinen Menschen mit der Impfung von Johnson und Johnson also leicht besser gesch├╝tzt.

"Janssen" schneidet sechs Monate sp├Ąter deutlich besser ab

Das ist erstaunlich, denn im Juni 2021 ergaben die Daten der CDC ein ganz anderes Bild. Zu diesem Zeitpunkt schien der Wirkstoff von Moderna den besten Schutz vor dem Coronavirus zu bieten, w├Ąhrend die meisten Impfdurchbr├╝che bei Geimpften mit Johnson und Johnson zu verzeichnen waren. Das Mittel von Biontech/Pfizer lag damals im Mittelfeld. Jetzt r├Ątseln Forschende, warum die Schutzwirkung von "Janssen" ├╝ber die Zeit besser zu werden scheint.

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Bei dem Mittel handelt es sich um einen sogenannten Vektorimpfstoff. Dabei dient ein f├╝r den Menschen harmloses Virus, in diesem Fall das Adenovirus "Ad26", als Transportmittel in die menschlichen Zellen. Das Erbgut des Adenovirus wird so ver├Ąndert, dass es an seiner Oberfl├Ąche das charakteristische Spike-Protein des Coronavirus ausbildet. Das Immunsystem erkennt das Spike-Protein und bildet Antik├Ârper dagegen.

"Sie k├Ânnten schlicht ein anderes Immunit├Ątsprofil haben"

"Der verwendete Vektor k├Ânnte ├╝berraschende Eigenschaften haben, die wir nicht erwartet hatten", sagt der Impfstoffexperte Larry Corey der "New York Times". Corey hat bei der Entwicklung von Impfstoffen gegen das Aids ausl├Âsende HI-Virus bereits gute Erfahrungen mit dem Adenovirus gemacht: "Der Vektor ist viel stabiler als jede Tr├Ągerplattform, mit der wir bisher gearbeitet haben". Die Daten der CSC seien in jedem Fall interessant und sollten weiter untersucht werden, so Corey.

Eine M├Âglichkeit besteht seiner Ansicht nach darin, dass die von "Janssen" angeregten Antik├Ârper l├Ąnger erhalten bleiben als bei anderen Impfstoffen. Der ├╝ber die Zeit abnehmende Antik├Ârper-Spiegel spielt eine wichtige Rolle bei Impfdurchbr├╝chen. Eine andere M├Âglichkeit sieht Corey darin, dass die Antik├Ârper nach einer "Janssen"-Impfung mit der Zeit besser darin werden, Erreger zu erkennen und zu bek├Ąmpfen.

Davon sind aber nicht alle Fachleute ├╝berzeugt. Die Biostatistikerin Natalie Dean etwa gibt zu bedenken, dass Menschen mit dem Impfstoff von Johnson und Johnson vielleicht schon fr├╝her einen Impfdurchbruch erleben als Geimpfte mit anderen Mitteln. Auch dann w├╝rden sie mit der Zeit eine h├Âhere Immunit├Ąt entwickeln als nur mit der Impfung. "Sie k├Ânnten schlicht ein anderes Immunit├Ątsprofil haben", sagte Dean der "New York Times".

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte ├ärzte. Die Inhalte von t-online k├Ânnen und d├╝rfen nicht verwendet werden, um eigenst├Ąndig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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  • Sandra Simonsen
Von Sandra Simonsen
COVID-19CoronavirusImpfstoffNew York TimesUSA
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