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Kinderwunsch: Mit diesen Tipps könnte es klappen

dpa-tmn, Christian Vey, dpa

Aktualisiert am 02.04.2014Lesedauer: 3 Min.
Zeugungsfähigkeit: Eine gesunde Lebensweise wirkt sich positiv auf die Zeugungsfähigkeit aus.
Eine gesunde Lebensweise wirkt sich positiv auf die Zeugungsfähigkeit aus. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images-bilder)
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Paare mit Kinderwunsch bekommen alle möglichen Tipps zu hören. Nicht alle sind seriös, manche sind reine Legenden. Immerhin gibt es Änderungen im Lebensstil, die insgesamt der Gesundheit dienen und somit auch die Chance einer Schwangerschaft erhöhen.

Fleischkonsum wegen Hormonbelastung reduzieren

"Es gibt keine evidenzbasierten Studien, die beweisen, dass bestimmte Lebensmittel die Fruchtbarkeit von Frauen erhöhen können", versichert Werner Harlfinger vom Berufsverband der Frauenärzte. Trotzdem sei es wichtig, dass Frauen mit Kinderwunsch auf ihre Ernährung achten. Vitaminreiche und fettarme Kost mit möglichst wenig Fleisch empfiehlt der Gynäkologe. "Wenig Fleisch deshalb, weil die Tiere oft mit Hormonen behandelt werden." Das könne den weiblichen Hormonhaushalt aus dem Gleichgewicht bringen und die Chancen auf eine Schwangerschaft verringern.

Nicht zu dick und nicht zu dünn

Allgemein sei es für stark übergewichtige Frauen deutlich schwieriger, schwanger zu werden. Eine Diät sollten Frauen mit Kinderwunsch aber keinesfalls machen. Denn während des Abnehmens fehlen dem Körper häufig Nährstoffe. "Allzu dünn ist auch nicht gut. Der Körper einer Frau mit solcher Statur weiß, dass sie nicht schwanger werden sollte." Denn Mangelerscheinungen durch Untergewicht können den Stoffwechsel beeinflussen und den Eisprung verhindern.

Frauen brauchen viel Folsäure

Schon ab dem Zeitpunkt des Kinderwunschs sollten Frauen Folsäure zu sich nehmen. Mangelt es dem Körper einer werdenden Mutter daran, kann sich das Nervensystem des Fötus nicht gesund entwickeln. Während der Schwangerschaft steige der Bedarf so stark, dass eine gesunde Ernährung kaum ausreiche. Harlfinger empfiehlt daher, Folsäurepräparate schon vorher einzunehmen. "Die gibt es in jeder Apotheke rezeptfrei."

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Arginin und Zink machen Spermien fit

Auch für Männer gilt: "Sie sollten in erster Linie auf ausgewogene Ernährung und körperliche Bewegung achten", erklärt Professor Frank Sommer vom Institut für Männergesundheit der Universitätsklinik Hamburg-Eppendorf. Als speziellen Ernährungstipp empfiehlt er die Aminosäure Arginin. "Sie ist sehr wichtig für viele Prozesse in Hoden und Penis und kann positiv auf Dynamik und Fitness der Spermien wirken." Getreideprodukte, Sojabohnen und Nüsse enthalten viel Arginin. Eine positive Wirkung habe außerdem Zink: Das Spurenelement mache Spermien widerstandsfähiger. Es ist in Hülsenfrüchten, aber auch Äpfeln und Bananen reichlich vorhanden.

Kein Extremsport, kein Alkohol, keine Zigaretten

Sport sei sehr zu empfehlen, wenn er nicht übertrieben werde. "Wer brutal Ausdauersport betreibt, bewirkt das Gegenteil und schadet der Fruchtbarkeit eher." Denn durch ein sehr hohes Trainingspensum können die Hormone durcheinandergeraten. Besonders Fahrradfahren hat den Ruf, der Zeugungsfähigkeit von Männern zu schaden. Aber das stimme nur, wenn es allzu intensiv betrieben wird. "Bei sehr langen Radtouren erhöht sich die Temperatur im Hodensack. Das wirkt sich langfristig negativ auf die Spermienqualität aus." Wer jedoch zur Arbeit radelt und ab und zu eine Tour macht, sollte keine Probleme bekommen. "Dass Rauchen und Alkohol schädlich sind, sollte sowieso klar sein", sagt Sommer.

Sex-Stellung spielt keine Rolle

Allerdings sei zu beachten, dass die Produktion von Spermien drei Monate dauert. Selbst wer alle Tipps beherzigt, sollte nicht sofort mit Ergebnissen rechnen. Bei einem Thema sind sich Harlfinger und Sommer einig: Dass bestimmte Positionen beim Sex die Befruchtung der Eizelle erhöhen könnten, halten sie für Ammenmärchen.

Dem Kinderwunsch auch Grenzen setzen

Neben körperlichen Voraussetzungen sei auch eine mentale Bereitschaft von Frau und Mann sehr wichtig. "Ein Paar mit Kinderwunsch muss sich darauf einstellen, dass das Thema eine beherrschende Rolle spielen wird", warnt Tewes Wischmann vom Institut für Medizinische Psychologie der Universitätsklinik Heidelberg. Ganz besonders, wenn der Wunsch nicht sofort erfüllt werde, könne es den Alltag dominieren. Da es sich bei der Familienplanung um keine Lappalie handelt, sei das auch ganz normal. "Dem Kinderwunsch Raum geben, diesen aber begrenzen", lautet Wischmanns Empfehlung.

Die Lust darf nicht zu kurz kommen

Eine Beeinträchtigung der Sexualität sei meist eine vorübergehende Erscheinung und die Sache wert. Manche Menschen hätten zwar ein Problem mit dem Beischlaf nach Termin. "Geschlechtsverkehr muss ja nicht immer super-romantisch sein", sagt der Diplompsychologe. Er empfiehlt, klar zu trennen zwischen Sex zur Fortpflanzung und der Lust aufeinander, für die natürlich auch Zeit bleiben müsse. "Um Gottes Willen sollten Paare nicht nur Sex haben, wenn die Frau ihren Eisprung hat. Sich den Sex aufsparen, erhöht die Chancen nämlich nicht", ergänzt Harlfinger.

Einfach mal einen Arzt fragen

Paaren kann es helfen, über den Kinderwunsch mit einem Arzt zu reden. Sommer verweist auf eine entsprechende Studie. "Dazu braucht es nicht mal eine Therapie. Allein dass ein Fachmann zuhört und sich der Thematik annimmt, reicht oft schon." So sollen 20 Prozent der Paare, die solche Beratungsgespräche wahrgenommen haben, bald darauf ein Kind gezeugt haben. Wer gut informiert ist, hat also bessere Chancen - auch beim Schwanger werden.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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