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Regen kostet – Gebühren für Niederschlagswasser senken

Abwassergebühren  

Regen kostet – Gebühren für Niederschlagswasser senken

06.08.2019, 08:17 Uhr | dpa, jb

Regen kostet – Gebühren für Niederschlagswasser senken. Regen tropft vom Dach: Wenn der Regen vom Himmel fällt, kann das für Hausbesitzer teuer werden. Grund sind die Niederschlagswassergebühren. (Quelle: dpa/Jens Büttner)

Regen tropft vom Dach: Wenn der Regen vom Himmel fällt, kann das für Hausbesitzer teuer werden. Grund sind die Niederschlagswassergebühren. (Quelle: Jens Büttner/dpa)

Es klingt ein wenig absurd: Wenn in Deutschland Regen fällt, zahlen Hausbesitzer ihrer Gemeinde Gebühren. Denn der auf ihrem Grundstück auftreffende Niederschlag fließt in die Kanalisation. Aber es gibt Mittel und Wege, die Kosten zu senken.

Für den Regen zahlen? Viele Immobilienbesitzer tun das mit ihren Niederschlagswassergebühren. Der Grund: Von versiegelten Flächen auf ihrem Grundstück wird Regenwasser ins öffentliche Abwassersystem geleitet – und das lassen sich die Kommunen bezahlen. Die Niederschlagswassergebühr ist ein Teil der gesplitteten Abwassergebühr, erklärt die Fachvereinigung Betriebs- und Regenwassernutzung. Doch mit kluger Planung können diese Kosten verringert oder ganz eingespart werden.

Wie wird die versiegelte Fläche auf dem Grundstück ermittelt?

Versiegelte Flächen sind Dachflächen, Terrassen, gepflasterte Wege, befestigte Pkw-Stellplätze oder Garagenzufahrten. Viele Gemeinden ermitteln mit Luftbildern den Anteil dieser Flächen auf Grundstücken, stimmen diesen mit den betroffenen Bürgern ab und kalkulieren die Gebühren. Seit dem 1. Januar 2018 beträgt die Gebühr 0,76 Euro pro Quadratmeter – die Höhe ist allerdings auch abhängig von der Art der Bebauung auf dem Grundstück. Für ein durchschnittliches Einfamilienhaus sind das etwa 150 bis 200 Euro pro Jahr.

Lassen sich die Gebühren senken oder sogar vollständig vermeiden?

Ja. Verbleibt das Niederschlagswasser unmittelbar auf dem Grundstück, gelangt es nicht in die Kanalisation. Dann müssen Hausbesitzer dafür keine Niederschlagswassergebühr bezahlen, erklärt der Bundesverband Garten- und Landschaftsbau (BGL). Zum einen geht das über gezielte Regenwasserversickerung. So muss man das Wasser abfangen, wenn es etwa vom Hausdach abfließt, und in Gräben und Mulden leiten. Die dadurch entstehenden, kleine hügelige Landschaft kann darüber hinaus die Gestaltung des Gartens aufwerten.

Welche Möglichkeiten gibt es noch?

Besonders in Regionen, in denen es häufig regnet aber auch trockene Perioden vorkommen, rechnet sich eine Regenwassernutzungsanlage mit unterirdischen Zisternen schnell. Anders als in einer normalen Regentonne kann in unterirdischen Zisternen das Niederschlagswasser das ganze Jahr über gesammelt werden. Normalerweise lassen sich trockene Phasen 18 bis 25 Tage lang überbrücken. Das so gesammelten Wasser kann sowohl für die Gartenbewässerung als auch für die Toilettenspülung und die Waschmaschine genutzt werden. Das spart nicht nur Gebühren, sondern auch Wasserkosten.

Gibt es Pflasterungen, durch die Regenwasser versickert?

Ja, im Baumarkt werden viele verschiedene Materialien zur Befestigung von Wegen und Flächen, die das Wasser durchsickern lassen, angeboten. Gängig sind

  • Schotterrasen,
  • Kies-Splitt-Decken,
  • Holzroste und -pflaster,
  • Rasengittersteine,
  • Rasenfugenpflaster,
  • Porenpflaster und
  • Splittfugenpflaster.

Achten Sie jedoch darauf, dass der Untergrund auch das Wasser versickern lässt. Zum Beispiel filtern sandige, kiesige Böden den Niederschlag kaum. Sollen solche Flächen von Kraftfahrzeugen befahren werden, können schädliche Stoffe wie Motoröle und Treibstoffe ins Grundwasser gelangen.



Gilt ein Gründach als entsiegelte Fläche?

Dachbegrünungen speichern je nach Aufbaudicke und Substrat 50 bis 90 Prozent der jährlichen Niederschlagsmenge. "Viele Kommunen akzeptieren Dachbegrünungen als Maßnahmen zur Entsiegelung", erklärt der Deutsche Dachgärtnerverband. "Die meisten gewähren für extensive Dachbegrünungen 50 Prozent Abschlag von den Niederschlagswassergebühren. Aber das ist nicht einheitlich. Manche Kommunen geben überhaupt keinen Bonus." Ansprechpartner sind ist hier der zuständige Entwässerungsbetrieb der Kommune.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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